Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 103

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870

16 lines. Read by computer on 16 September 2026. Printed page 97. See the scan on archive.org.

1Verhältniss, welches die Decorationsmalerei zur Malerei überhaupt einnimmt, berücksichtigend, nennt man die moderne dramatische Musik im Gegensatz zu den reinen Musikformen im verächtlichen Sinne auch Decorationsmusik. Es wäre ein untrügliches Zeichen des Verfalls der Oper, wenn die Musik in Wahrheit zu einer solchen Stellung im Kunstgebiete herabgewürdigt würde.
3Decortes, Louis, trefflicher belgischer Violoncellovirtuose und Lehrer, geboren am 15. Septbr. 1793 zu Lüttich, erhielt den ersten Unterricht auf seinem Instrumente bei seinem Vater und bildete sich sodann in Paris bei Hus-Desforges, Benazet und Norblin praktisch und theoretisch zum tüchtigen Künstler aus. In seine Vaterstadt zurückgekehrt, wurde er später Professor des Violoncellospiels und erwarb sich auch in dieser Eigenschaft einen ausgezeichneten Ruf. Von seiner Composition sind Concertino's, Variationen, Polonaisen u. s. w. für Violoncello im Druck erschienen.
5Décousu (französ.), unzusammenhängend, bezeichnet im musikalischen Sprachgebrauche eine Composition, der es an gedanklicher und formeller Einheit und Abrundung fehlt und die aus lauter Floskeln und Phrasen zusammengesetzt ist, z. B. ein Potpourri, eine Opernnummer ohne melodischen Zusammenhang und Abschluss u. s. w.
7Decrescendo, abgekürzt decresc. (ital.), identisch mit diminuendo, d. h. abnehmend (an Stärke), ist der Gegensatz von Crescendo und bedeutet, dass die so bezeichnete Stelle mit abnehmender Klangstärke vorgetragen werden soll. Das Zeichen, dessen man sich häufig statt dieses Wortes bedient, ist: ==. S. Crescendo; Vortrag; Vortragsbezeichnung.
9Decupla (latein.), s. Decem.
11Dedekennus, Georg, ein lutherischer Theologe, geboren zu Lübeck 1564, hat ein Werk, »Thesaurus consiliorum et decisionum« (Jena, 1671) in drei Theilen geschrieben, worin auch über die Frage abgehandelt wird: Ob die Orgeln und die Musik in den Kirchen zu gestatten seien, und verneinend beantwortet wird. Vergl. Forkels Literat.
13†
15Dedekind, Constantin Christian, fruchtbarer deutscher Tonsetzer, war Sohn eines Predigers zu Reinsdorf und wahrscheinlich am 2. April 1628 geboren. Seit 1661 lebte er als Kreissteuereinnehmer, chursächsischer Concertmeister, kaiserlich gekrönter Dichter und Mitglied des Elbischen Schwanenordens, als welcher er den Namen Con Cor D. führte, im Meissen'schen. Damals war er einer der beliebtesten Componisten seiner Zeit und hat eine grosse Anzahl, meistens Kirchensachen, seiner Werke mit den wunderlichsten Titeln veröffentlicht. Die bekannter gebliebenen davon sind: »Aelbianische Musen-Lust in CLXXV berühmter Poeten auserlesene, mit anmuthigen Melodien beseelten Lust- Ehren- Zucht- und Tugend-Liedern bestehend, in vier Theilen« (Dresden, 1657); »Geistliche Erstlinge in einstimmigen Conzerten gesätzt« (Dresden, 1662); »Die doppelte Sangzahl, worinnen 24 Davidische Psalmsprüche in einstimmiger Partitur nach allen Sachtmanischen Stimmen und heutiger Capell-Manier enthalten« (Leipzig, 1663); »Geheime Music-Kammer, darinnen 30 Psalm-Sprüche« (Dresden, 1663); »Süsser Mandel-Kärnen erstes und zweites Pfund, von ausgekärrnten Salomonischen Liebes-Worten, in 15 Gesängen mit Vohr- Zwischen- und Nachspielen, auf Violinen zubereitet« (Dresden, 1664); »Belebte oder ruchbare Myrrhen-Blätter, das sind zweystimmige beseelte heilige Leidens-Liedern« (Dresden, 1666); »Der sonderbaren Seelen-Freude, oder geistlicher Konzerten erster und zweiter Theil« (Dresden, 1672); »Musikalischer Jahrgang und Vesper-Gesang in 120 auf Sonn- und Festtag schicklichen zur Sänger-Uebung, nach rechter Capell-Manier gesetzten deutschen Conzerten« (Dresden, 1676 drei Theile); »Davidischer Harfenschall in Liedern und Melodeyen« (Frankfurt); »Singende Sonn- und Festtags-Andachten« (Dresden, 1683); und »Musikalischer Jahrgang und Vesper-Gesang in 2 Singstimmen und der Orgel« (Dresden, 1694). Sein Todesjahr ist nicht mehr bekannt, nur weiss man,

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.