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Scan 104
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
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1dass D. im Jahre 1697 noch am Leben war. D. ist auch der Dichter mehrerer geistlicher Opern, darunter den »singenden Jesus« (1760), ein Spektakelstück der wildesten Art, »in welchem die Teufel in der offenen Hölle schreckliche Arien singen«.
3Dedekind, Heinrich, deutscher Kirchencomponist, geboren zu Neustadt, war zn Ende des 16. Jahrhunderts Cantor an der St. Johanniskirche zu Lüneburg und gab nach Walther im Jahre 1592 »Breves Periochae Evangeliorum, von Advent bis Ostern, für vier und fünf Stimmen« heraus. Der vollständige Titel dieses Werkes ist: »Enrici Dedekindi Neostadini Periochae breves Evangeliorum Dominicalium et festorum 4 et 5 vocibus compositae« (Ulysseae, 1592. 8°).
5Dedekind, Henning, deutscher Tonsetzer, bekannter unter seinem latinisirten Namen Henningius Dedekindus, war ums Jahr 1590 Cantor zu Langensalza und wurde 1614 ebenda Prediger, endlich 1622 Pfarrer zu Gebsee, wo er 1628 verstarb. Als Componist hat er sich rühmend hervorgethan und mehrere Werke veröffentlicht, von denen einige sich selbst bis jetzt erhalten haben, z. B.: »Newe ausserlesene Tricinia, auff fürtreffliche lustige Texte gesetzt, auss etlichen guten gedruckten Authoribus gelesen« (Erfurt, 1588); »Dodekatonon Musicum Triciniorum etc.« (Erfurt, 1588. 4.), welches man bisher irrthümlich für eine neue Ausgabe des vorangegangenen Werkes hielt; »Praecursor metricus artis musicae« (Erfurt, 1590), ein sehr gelehrtes Werk; und »Gregorii Langii Tricinia« (Erfurt 1614). O
7Dedication (von dem latein. dedicatio) nannten die alten Römer den feierlichen Act der Einweihung eines öffentlichen Gebäudes, durch den es der Obhut einer Gottheit übergeben wurde. Jetzt gebraucht man das Wort für Zueignung und Widmung aller Arten von Kunstsachen, Schriften u. s. w., was früher durch vorangestellte längere oder kürzere Vorreden und Briefe, seit etwa dem 16. Jahrhundert häufiger durch nach römischen Mustern gebildete Aufschriften geschah. Man beabsichtigt dadurch entweder seinen Dank oder die Hochachtung gegen Jemand auszusprechen oder sich der Beförderung und Unterstützung einer hochgestellten Person zu empfehlen. Von dem Hauptwort D. abgeleitet, findet sich auf Notentiteln in der Bedeutung gewidmet, zugeeignet die Participialform dedié (französ.) oder dedicato (ital.), je nachdem die übrige Aufschrift französisch oder italienisch ist.
9De Dieu, ein sonst unbekannter französischer Tonkünstler, der nach dem Berlin. Wochenbl. S. 15 eine vollstimmige »Hymne à Mirabeau: Les regrets de la France« (Paris, 1792) im Klavierauszuge veröffentlichte.
11Dedler, Rochus, talentvoller musikalischer Naturalist, geboren 1779 in Oberammergau in Oberbaiern, war der Sohn eines Gastwirths und machte im Kloster Rothenbuch seine ersten wissenschaftlichen und musikalischen Studien, die er später auf dem Lyceum zu München fortsetzte. Er wurde 1802 als Lehrer, Chorregent und Organist in Oberammergau angestellt und erwarb sich einen Namen, indem er sich mit dem Pater Weiss verband, um das altberühmte Oberammergauer Passionsspiel zeitgemäss zu regeneriren. Weiss arbeitete den Text um und D. unterzog sich der Composition des musikalischen Theils und zeigte darin ein naturwüchsiges Talent, jedoch ohne höhere historisch-musikalische Bildung. Dieses Passionsspiel hat in neuester Zeit wieder allgemeineres Interesse auf sich gezogen. D. selbst starb in seinem Geburtsorte im J. 1822.
13Deductio (latein. abgeleitet von deducere, d. h. herleiten, darthun), bedeutet eigentlich jede Beweisführung. In der musikalischen Sprache bezeichnet dieses Wort seit Guido von Arezzo (nach Brossard) die aufwärts steigende Folge von Tönen, als C, D, E, F, G, A; die abwärts steigende hiess Reductio. Tinctoris (Term. mus. diffin.) nennt die Führung der Stimmen von einem Tone zum anderen in einer gewissen regelmässigen Ordnung D., und spätere Theoretiker bezeichneten mit diesem Worte auch eine Accordfolge, in der eine Dissonanz in eine Consonanz sich auflöste.
15Deering, Richard, berühmter englischer Orgelspieler und Contrapunktist des 17. Jahrhunderts, geboren in Kent, erhielt seine musikalische Erziehung
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