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Scan 452
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
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1in Rotterdam vertauschte. Im J. 1854 als Organist an die reformirte Hauptkirche nach Elberfeld berufen, starb er daselbst am 24. Septbr. 1868. Die Compositionen dieses tüchtigen Tonkünstlers bestehen in Sonaten, Variationen und Choralvorspielen für Orgel, in den 150 Goudimel’schen Psalmen der reformirten Kirche für Chor und Orgel, mit Vor-, Zwischen- und Nachspielen, in Liedern und Gesängen, Hymnen für Männerchor mit Blechinstrumenten, Clavierwerken u. s. w. Die holländische Gesellschaft für Beförderung der Tonkunst hat von denselben ein Clavierquartett, zwei Orgelsonaten, die Musik zu dem holländischen Drama »Lucifer«, vierstimmige Männerchöre und eine Sonate für Pianoforte und Violine mit dem Preise gekrönt. — Nicht minder tüchtig ist sein Bruder und Schüler Gerhard Isaac van E., geboren am 5. Mai 1832, der genau dieselbe Schule durchmachte, nur dass er von 1851—1853 auf dem Leipziger Conservatorium und dann bei Joh. Schneider war. Auch er gab Orgelconcerte und liess sich endlich in Utrecht nieder, wo er als sehr geschätzter Clavierlehrer noch gegenwärtig lebt und wirkt. Veröffentlicht hat er Lieder und Gesänge, zwei Clavier-Sonatinen und eine Sonate für Pianoforte und Violine.
3Eykens, Jean Simon, talentvoller belgischer Componist und Dirigent, geboren am 13. Octbr. 1812 zu Antwerpen, woselbst auch der Organist Ravets sein erster Clavierlehrer war, bis er in das Lütticher Conservatorium treten und bei Jalheau und Daussoigne-Méhul weiter studiren konnte. Schon 1829 trat er mit der in Lüttich aufgeführten Operette »le départ de Gretry« als Componist in die Öffentlichkeit und wirkte seitdem wieder in Antwerpen als Musiklehrer und Dirigent mehrerer Vereine. Man kennt noch von ihm die Opern »le bandit« und »la clé du jardin«, ferner Kirchensachen, Cantaten, Männergesänge, Clavierstücke u. s. w.
5Eylenstein, Gregori Christoph, trefflicher deutscher Violoncellist, geboren am 28. Octbr. 1682 zu Gelmroda bei Weimar, lernte in Weimar 1696 die Stadtpfeiferkunst und trat mit dem Jahre 1706 als Kammermusiker in herzogliche Dienste. — Er scheint der Vater von Adam E. gewesen zu sein, der am 11. Mai 1705 zu Weimar geboren, seit 1724 bei dem Instrumentenmacher Joh. Heinr. Ruppert in Erfurt den Geigenbau erlernte, 1731 Hofinstrumentenmacher in Weimar wurde und als solcher einen grossen Ruf erlangte. — Aus derselben Familie jedenfalls war auch J. F. E., gegen Ende des 18. Jahrhunderts herzogl. weimar’scher Hofmusiker, der 1788 eine Sammlung von Liedern seiner Composition veröffentlichte.
7† Eymar, Anna Marie, Graf von, Musikdilettant, geboren um 1740 zu Forcalquier in der Schweiz, hat sich durch das Buch »Anecdotes sur Viotti etc.« (Mailand, 1801) einen Namen gemacht.
9Eysel, Johann Philipp, ein eifriger Musikliebhaber und Componist, geboren 1698 zu Erfurt und gestorben daselbst 1763, war zwar Advokat, galt aber zugleich für einen fertigen Violoncellisten. Dass er auch in der Composition gut gebildet war, beweisen seine im Druck erschienenen Cantaten, Motetten und zahlreichen Violin- und Flötensolos mit Generalbass. E. soll auch der Verfasser des anonym gedruckten Werkes »Musicus autodidactus« sein, welches besonderen Werth hat wegen der u. A. darin enthaltenen Beschreibung von 24 Arten von Instrumenten mit beigegebenen Abbildungen.
11Eytelwein, Heinrich, deutscher Componist aus dem Anfange des 16. Jahrhunderts, von dem sich noch einige Melodien in einer auf der Bibliothek zu Zwickau bewahrten, 1548 gedruckten Sammlung vierstimmiger weltlicher Lieder erhalten haben.
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