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Scan 494
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
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1zog von F. Im J. 1824 trat er in die Musikschule der königl. Pagen, wurde 1826 Lieutenant in dem Cuirassier-Regiment Berry, nahm aber schon 1829 seinen Abschied und starb am 3. Decbr. 1850 zu Paris. Von jeher hatte er vorzügliche Musikanlagen bekundet und deshalb von 1825 an bei Boieldieu und Reicha intimere Compositionsstudien gemacht. Seine vielen grösseren und kleineren Clavierstücke, Romanzen und andere Gesangstücke sind zum Mindesten interessant, nicht minder seine Opern »le fils du prince«, »le capitaine Albert«, »l’incendio di Babilonia«, »une aventure de St.-Foix« und »le garde de nuit«, von denen die zuerst genannte zur Aufführung gelangt und mit den beiden folgenden auch im Druck erschienen ist.
3Feltz, Louis, französischer Orgelvirtuose und Componist, war als Organist in Langres angestellt und hat sich besonders durch instructive Werke für sein Instrument bekannt gemacht.
5Fémy, François, trefflicher belgischer Violinspieler, geboren am 4. Octbr. 1790 zu Gent, studirte auf dem Pariser Conservatorium und wurde speciell Kreutzer’s Schüler. Im J. 1807 erhielt er den ersten Preis der Violinklasse, war dann einige Jahre erster Violinist im Orchester des Theaters des Variétés und unternahm hierauf Concertreisen durch Frankreich und nach Deutschland. Im J. 1827 liess er sich im Orchester zu Frankfurt a. M. anstellen und brachte 1828 die deutsche Oper »der Raugraf« und später eine Sinfonie seiner Composition zur Aufführung. Seit 1834 lebte er in Rotterdam. Man hat von ihm mehrere Concerte, Variationen, Duos und Quartette für Violine. Einige Sinfonien von ihm sind in Holland im Druck erschienen. — Sein jüngerer Bruder, Henri F., im Februar 1792 geboren, trat 1805 in’s Pariser Conservatorium und studirte besonders bei Baudiot Violoncellospiel. Er erhielt 1808 den ersten Preis und liess sich hierauf vielfach in Concerten hören. Im J. 1815 ging er nach Amerika, woselbst er verschollen zu sein scheint. Als Componist hat er sich durch mehrere im Druck erschienene Streichtrios bekannt gemacht.
7Fenaroli, Fedele, italienischer Componist und Musikgelehrter von Bedeutung, geboren 1732 zu Lanciano in den Abruzzen, besuchte das Conservatorium di San Onofrio zu Neapel, wo er ein Schüler Durante’s war und wurde nach beendigten Studien als Lehrer des Generalbasses am Conservatorium Santa Maria di Loreto in Neapel angestellt, welche Stelle er später mit einer eben solchen am Conservatorio della pietà de’ Turchini ebendaselbst vertauschen musste. Dieser Anstalt blieb er in allen ihren Wandelungen treu bis zu seinem Tode, der am 1. Jan. 1818 erfolgte. Während seiner langjährigen Laufbahn als Professor der Musik hat er eine grosse Menge guter und berühmt gewordener Schüler gebildet, unter ihnen auch Cimarosa und Zingarelli, wie denn überhaupt seine einfache und klare Unterrichtsmethode allgemein lobend hervorgehoben wurde. Ausser einigen Kirchenstücken, welche mehr durch gediegene Arbeit als durch Erfindung hervorragen, hat F. besonders durch Herausgabe einer Anweisung zum Generalbasse sich ein Verdienst erworben. Dieselbe ist betitelt »Regole per i principianti di Cembalo«, behandelt in fasslicher Darstellung die Generalbasslehre und enthält zur Anwendung viele bezifferte Bassbeispiele (partimenti). Die Wiener Hofbibliothek besitzt von seinen Compositionen im Manuscript: ein vierstimmiges »Dixit« mit Instrumentalbegleitung (1751), sowie ein ebenso gesetztes liebliches »Ave Maria«.
9Fenton, Miss, berühmte englische, auch im 2. Bande von Hillers Nachrichten erwähnte Sängerin zu London, die sich 1727 einer enormen Beliebtheit namentlich in der Parthie der Polly in Gay’s Bettleroper (s. d.) erfreute. †
11Fenzi, italienischer Violoncellovirtuose und Componist für sein Instrument, geboren um 1788 zu Neapel, kam als fertiger Künstler 1807 nach Paris und liess sich in Concerten daselbst mit bedeutendem Erfolge hören. Auf Concertreisen besuchte er hierauf Deutschland und Russland und ist im April des J. 1827 zu Moskau gestorben. Als Componist ist er mit Concerten, Variationen, Duos u. s. w. für Violoncello hervorgetreten. — Sein jüngerer Bruder, Giuseppe F. war ebenfalls zum Violoncellisten ausgebildet worden und versah als solcher viele Jahre
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