Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 502

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870

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1für Guitarre, angekündigt seiner Zeit eine Sammlung seiner sämtlichen Compositionen, sowie seiner Gedichte, welche Absicht jedoch, wie es scheint, nicht zur Ausführung gekommen ist.
3Ferrarese, Ludovico Agostino, italienischer Tonsetzer, veröffentlichte 1571 und 1572 Madrigale seiner Composition.
5Ferrari, Benedetto, berühmter italienischer Operncomponist und Dichter, geboren 1597 zu Reggio in der Lombardei, zeichnete sich anfangs als Virtuose auf der Theorbe aus, weshalb er den Beinamen »della Tiorba« erhielt. Frühzeitig scheint er sich in Venedig niedergelassen zu haben, und dort wird er auch als der Erste angegeben, der die Oper eingeführt habe. Er dichtete nämlich den Operntext »Andromeda«, welchen Francesco Manelli in Musik setzte, worauf F. das Ganze auf seine Kosten und unter seiner persönlichen Mitwirkung 1637 zur Aufführung brachte. Durch den Beifall der Venetianer angefeuert, widmete er sich der musikalisch-dramatischen Composition. Zunächst erschien von ihm ein Gesangwerk unter dem Titel: »Musiche varie a voce sola« (Venedig, 1638), merkwürdig deshalb, weil darin nach Burney’s Behauptung zum ersten Male die Gattungsbezeichnung »Cantata« vorkommen soll, während zwanzig Jahre später Barbara Strozzi die Erfindung dieser Art von Poesien für sich in Anspruch nahm. Ein Jahr später erschien die erste von F. auch in Musik gesetzte Oper, betitelt »Armida«, 1641 ebenso »la ninfa avara«, 1642 »il pastor reggio« und 1643 »il principe giardiniero«, welches letztere Werk seinen Ruhm bis über die Alpen nach Deutschland trug und den kunstsinnigen Kaiser Ferdinand III. veranlasste, ihn an den Wiener Hof zu ziehen. Dort war F. von 1644 an thätig und brachte seine Opern zur Aufführung. Er folgte 1653 dem Kaiser auf den Reichstag nach Regensburg und überraschte die versammelten Fürsten mit der Aufführung seiner Oper »l’inganno d’amore«, welche sehr gefiel und den Anstoss gab, dass sich das neue musikalische Drama überhaupt über ganz Deutschland verbreitete. F. selbst ging hierauf als Kapellmeister nach Modena, woselbst er hochbetagt am 22. Octbr. 1681 starb, nachdem er noch 1656 in Venedig seine »Amori d’Alessandro magno e di Rossana«, 1664 zu Ferrara »Licasta« und 1666 ebendaselbst »Gara degli elementi« hatte aufführen lassen.
7Ferrari, Carlo, bedeutender italienischer Violoncellovirtuose und Instrumentalcomponist, geboren um 1730 zu Piacenza, erwarb sich seinen grossen Ruf 1758 in Paris, wo er im Concert spirituel mit enormem Erfolg sich hören liess und auch seine ersten Violoncello-Solostücke veröffentlichte. Im J. 1765 trat er in die Dienste des Hofes zu Parma und starb daselbst 1789. Er soll der erste Virtuose in Italien gewesen sein, der im Vortrage den Daumeneinsatz verwendete. — Sein Bruder, Domenico F., war einer der hervorragendsten Violinisten seiner Zeit und als solcher einer der besten Schüler Tartini’s. Geboren gleichfalls zu Piacenza, lebte er seit etwa 1748 zu Cremona, ging 1754 nach Paris und errang im Concert spirituel glänzenden Erfolg, namentlich durch die von ihm zuerst benutzte verzierte Flageoletverwendung und durch sein Passagenspiel in Octaven. Im J. 1757 war er auf einer Kunstreise in Deutschland und erhielt 1758 vom Herzog von Württemberg eine Anstellung, der er bis um 1770 vorstand, worauf er wieder in Paris lebte. Dort starb er 1780, als er gerade zu einer Concertreise nach England abgehen wollte. Die näheren Umstände seines Todes sind in Dunkelheit gehüllt geblieben, und das allgemein verbreitete Gerücht, er sei das Opfer künstlerischer Eifersucht geworden, hat keine triftige Widerlegung gefunden. Er hat sechs Werke Violin-Sonaten mit Bassbegleitung componirt und veröffentlicht.
9Ferrari, Carolina, italienische Componistin der Gegenwart, geboren zu Lodi, war die Tochter eines unbemittelten Elementarlehrers daselbst. Im J. 1857 schrieb sie die Oper »Ugo«, welche am 24. Juli 1857 auf dem Theater Santa Radagonda in Mailand aufgeführt wurde. Die Componistin musste die grössten Opfer bringen und der Theaterleitung 1000 Zwanziger zahlen, damit die Oper in Scene gehe, da bekanntlich in der Regel kein Impresario bei einem Debut die Kosten zu zahlen pflegt. Die Oper hat einen vollständigen Erfolg erlangt.

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