Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 506

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870

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1durch die Menschenstimme finden, kann man fast immer annehmen, dass zwischen e und fes der Klangunterschied bestimmt heraustritt. — Wenn nun schon die Feststellung des fes genannten Tones in der Zahl der in unserer Kunst verwandten Klänge durch die vorhandenen Mittel sehr erschwert ist, so ist es fast ganz unmöglich, eine auf fes gebaute Tonfolge in Reinheit darzustellen, weshalb man auch niemals fes als den Grundton eines Accordes, viel weniger als den einer Tonart antrifft.
3C. B.
5Fesca, Friedrich Ernst, tüchtiger Violinvirtuose und gediegener Instrumentalcomponist, wurde am 15. Febr. 1789 zu Magdeburg geboren und war der Sohn eines Magistratssecretärs, der fertig Violine und Violoncello spielte, während seine Mutter Mariane, geborene Podleska, eine Schülerin Hiller’s, vordem Kammersängerin der Herzogin von Curland gewesen war. Der Mutter sang er schon in seinem vierten Jahre alle ihm vorgesungenen Lieder nach, die er auch, nebst anderen kleinen Stücken, auf dem Clavier zu spielen lernte. Als er neun Jahre alt war, erhielt er bei Lohse, Vorgeiger des Magdeburger Theaterorchesters, Violinunterricht, und bei schnellen Fortschritten wandte er sich von den damaligen Modesachen ab und dem Studium Haydn’scher und Mozart’scher Solowerke und Quartette zu. Bereits von seinem neunten Jahre an war er ein ganz tüchtiger und gern gehört Concertspieler in den Abonnementsconcerten der Freimaurerloge, der mit Solostücken und Violinconcerten häufig auftrat. In der Musiktheorie unterrichtete ihn damals zuerst Zachariä, Musikdirektor an der Altstädtter Kirche, und später besonders gründlich und erfolgreich der Theater-Musikdirektor Pitterlin, der aber 1804 starb, weshalb sich F. im Juni 1805 nach Leipzig begab, um bei Aug. Eberhard Müller die höheren Musikstudien fortzusetzen. Mit besonderem Fleisse wendete er sich dort dem Studium der älteren Kirchenmusik zu. Selbstschöpferisch versuchte er sich damals mit Violinconcerten, den ersten und einzigen, welche er überhaupt geschrieben und die von ihm vorgetragen, vielen Beifall fanden. Im Herbst 1805 wurde er als erster Violinist des Leipziger Theater- und Concertorchesters angestellt, allein er blieb nicht lange, da ihn schon im Febr. 1806 der Herzog von Oldenburg, der gerade in Leipzig war, in seine Hofkapelle zog. Auf Empfehlung des französischen Marschalls Victor trat er im Frühjahr 1808 als Solospieler in die königl. westphälische Kapelle in Kassel, woselbst er hoch angesehen und in brillanten Verhältnissen seine glücklichsten Tage verlebte, obwohl ihn, von 1810 an bereits Krankheitsfälle heimsuchten. Von Kassel aus zuerst überraschte er die Welt mit grossen, in sich fertigen Werken, bestehend in sieben Streichquartetten und zwei Sinfonien, welche Aufsehen erregten. Nach Auflösung des Königreichs Westphalen begab sich F. im Januar 1814 nach Wien, wo ein Bruder von ihm lebte. Sein Gesundheitszustand erlaubte ihm aber nicht mehr, öffentlich aufzutreten, und er beschränkte sich darauf, als Quartettspieler seine Streichquatuors in Privatkreisen bekannt zu machen, wo sie sowohl wie sein Spiel grossen Beifall fanden. Der badische Hoftheater-Intendant, Baron von Ende, vermittelte F.’s Berufung in die grossherzogl. Kapelle zu Karlsruhe, in der er alsbald 1815 vom ersten Violinisten zum Concertmeister aufstieg. In seinen Compositionen fing er damals an, sich wieder mehr dem Kirchenstyle zuzuwenden. Seit 1821 stellten sich höchst gefährliche Anfälle von Blutsturz bei ihm ein, die zwar noch gehoben wurden, ihn aber einer langsamen Abzehrung entgegenführten, welche ihn verhinderte, vortheilhaftere Berufungen anzunehmen. Dazu traten Enttäuschungen und bittere Erfahrungen, die ihn menschenscheu machten und in die Einsamkeit trieben, in die ihm nur wenige begünstigte Freunde zeitweise folgen durften. Diese und die Kunst allein vermochten es, ihn etwas zuversichtlicher zu stimmen, ja, in seinen letzten Werken lassen sich unschwer Spuren von Heiterkeit und Humor entdecken, wie sie ihm vorher gar nicht zu eigen waren. Die Heilbäder von Ems äusserten 1825 eine anscheinend günstige Wirkung auf F., der noch eine Ouvertüre für Orchester und sein letztes Quartett mit Flöte componirte. Ein verstärkter Krankheitsanfall im Januar 1826 führte ihn der Auflösung entgegen, und er starb am 24. Mai 1826. Sein Begräbniss bekundete die allgemeine Achtung und Liebe,

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