Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 550

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870

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1machte seine fernere Lebenszeit nicht allein zu einer sehr qualvollen, sondern verhinderte ihn auch an der Ausübung seiner Kunst, bis ihn am 12. Januar 1829 der Tod wahrhaft erlöste. Die zwei Tage darauf stattgehabte feierliche Beerdigung wurde seinem Wunsche gemäss durch Aufführung seiner beiden letzten, eigens hierfür geschriebenen Compositionen: des Figuralgesanges »Meine Lebenszeit verstreicht« und der Motette »Die richtig vor sich gewandelt haben«, Seitens seiner Seminaristen verherrlicht. F.’s Compositionen, theilweise durch die Winterconcerte, theilweise durch seine Kirchenthätigkeit hervorgerufen, sind sämmtlich bis auf die Orgelstücke aus dem Gebrauche verschwunden, trotzdem sie ihrer Zeit sich des grössten Lobes der Kenner wie der Nichtkenner erfreuten. Die vorzüglichsten ausser den etwa 50 Orgelwerken sind: Zwei grosse Quartette für 2 Violinen, Viola und Violoncell, op. 1 (Offenbach, 1799); Sinfonie in C zu 14 Stimmen (Hamburg bei Lau); Gr. Sonate p. le Clav., op. 3 (Erfurt bei Rudolphi); XII Orgelstücke, Kittel gewidmet, erster Theil des op. 4 (Erfurt, 1802); IV Sinfon. in C B E und D, für 11 und 14 Stimmen; fünf Motetten; 4 Arien für Singchöre; evangelisches Choral-Melodienbuch, vierstimmig ausgesetzt mit Vor- und Zwischenspielen; Quintett für 2 Violinen, 2 Bratschen und Violoncell; ein Concert für Fagott mit Orchester in F; ein Concert für Clarinette oder Oboe und Fagott mit Orchester; acht Choräle mit begleitenden Kanons verschiedener Art für die Orgel und zwölf Gesänge zur geselligen Freude mit Begleitung des Pianoforte, denen noch eine grosse Zahl von Arbeiten hinzuzufügen wäre, die sich zerstreut in Handschriften vorfinden. C. B.
3Fischer, Abt Paul, der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu Prag als Hofkapellmeister des Grafen Hartig lebte, hat sich als Musiker durch verschiedene in den Hafner’schen Oeuvres melées enthaltene Compositionen, so wie durch bei Breitkopf in Leipzig 1768 herausgekommene sechs Claviersonaten bekannt gemacht.
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7Fischer, Paul, trefflicher deutscher Tonkünstler, geboren am 7. Decbr. 1834 zu Zwickau im Königreich Sachsen, bereitete sich trotz fleissiger Musikübung auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt für die wissenschaftliche Laufbahn vor und studirte seit 1853 in Leipzig Philologie und Philosophie. Vom Leipziger Musikleben aber mächtig angezogen, beschloss er, seine reichen Kenntnisse ganz der Tonkunst zu widmen und fand in Franz Brendel, der F.’s tüchtige Kräfte erkannte und ihn alsbald als Mitarbeiter an die »Neue Zeitschrift für Musik« zog, einen eifrigen Förderer seines Vorhabens. Dieser, seiner ersten öffentlichen musikalischen Tätigkeit, hat F., ausser durch zahlreiche wissenschaftlich-musikalische Artikel, durch ein mit grosser Umsicht und Fleiss gearbeitetes »Inhaltsverzeichniss zur Neuen Zeitschrift für Musik 1. bis 25. Band (Jahrg. 1834 bis 1859), nebst einer historisch-kritischen Einleitung« (Leipzig, 1860—1867) ein wahrhaftes Denkmal gesetzt. Leider sind jedoch von diesem auf 5 Lieferungen berechneten, für den Verleger allerdings mehr kostspieligen als nutzenbringenden Unternehmen nur die ersten drei Lieferungen erschienen. F. selbst erhielt 1860 eine Stelle als Gesanglehrer am Gymnasium seiner Vaterstadt, woselbst er eine gediegene Musikpflege vorzubereiten begann, seine Tätigkeit nach diesem Ziele hin aber bald einstellen musste, da er 1862 als Cantor und Musikdirektor an das Gymnasium zu Zittau berufen wurde. Was er schon längst im Interesse des öffentlichen Kunstlebens geplant hatte, konnte er in diesem erweiterten Wirkungskreise glänzend ausführen. Er gründete ein ständiges grosses Concertinstitut, welches er für die höchsten tonkünstlerischen Aufgaben tüchtig machte und erwarb sich mit Hülfe desselben bleibende Verdienste um Zittau. Von F.’s musikalischen Arbeiten sind als im Druck erschienen bekannt geworden: ein »Zittauer Liederbuch« (Zittau, 1864) und eine nach System und Anordnung treffliche »Liedersammlung für höhere Lehranstalten«.
9Fischer, Vitus, ein gegen Ende des 17. Jahrhunderts zu Gailsdorf in Franken wirkender Lehrer, hat u. A. die 64 Melodien zur »Andächtigen Hauss-Kirche« von Joh. Heinr. Calisius (Nürnberg, 1676) gesetzt, worunter manche, wie die des Liedes »Ach wie hat das Gift der Sünde« (c h c d e a gis gis) auch eine weitere Verbreitung fanden. Vgl. Wetzl’s Liederhistorie Bd. I S. 146.

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