Books › Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870 › scan 423
Scan 423
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
18 lines. Read by computer on 16 September 2026. Printed page 413. See the scan on archive.org.
1vielfach zum Muster empfohlen wurde, sein zartes Piano und seine unvergleichliche Fertigkeit in Figuren und Passagen gerühmt. — Sein Sohn und Schüler Karl B. nimmt als Clarinettist und Bassethornvirtuose gleichfalls eine ehrenvolle Stellung in der Kunstwelt ein. Im J. 1820 in München geboren, konnte er bereits in seinem 14. Lebensjahre in der dortigen Kapelle das Pult zur Seite seines Vaters einnehmen. Im J. 1838 und 1839 führte ihn Jener auf einer Kunstreise durch Süddeutschland, Holland und Belgien bis nach Paris auch beim Auslande vortheilhaft ein, und überall wetteiferte man in Darbringung ausgewählter Huldigungen, ja, das Conservatorium zu Paris liess auf beide Künstler Medaillen prägen. Auch in seinen Compositionen, welche seit 1836 erschienen, zeigte B. das ernstliche Bestreben, nicht blos der Virtuosität, sondern auch der wahren Kunst gerecht zu werden, und er steht in seiner Stelle in der Münchener Hofkapelle als ein in jeder Beziehung würdiger Nachfolger seines Vaters da. B. ist auch Verfasser einer gründlichen und gediegenen Clarinettenschule (Offenbach, André).
3Baermann, Karl, der ältere Bruder Heinrich Joseph B.'s, wurde im J. 1782 zu Potsdam geboren und erhielt gleichfalls in der königl. Hautboistenschule des dortigen Militairwaisenhauses seine musikalische Ausbildung, welche ihn schliesslich in die Regimentskapelle der königl. Garde zu Potsdam führte. Er vervollkommnete sich hierauf bei dem berühmten Fagottisten G. W. Ritter und begab sich, mit Empfehlungen des Fagottisten von Bredow versehen, nach Paris, wo er sich vollends ausbildete. Nach Berlin zurückgekehrt, wurde er im J. 1804 sofort in der königl. Kapelle angestellt, welcher er ununterbrochen bis zum J. 1842 angehörte, wo er pensionirt wurde. Er starb bald darauf am 31. März 1842 an einer Herzerweiterung zu Berlin. Wie sein berühmter Bruder als Clarinettist, zeichnete sich B. als Fagottist vornehmlich durch seinen schönen, seelenvollen Ton aus. Als Componist ist er über ein Fagottconcert mit Orchester Op. 1 (Leipzig, 1828, Breitkopf und Härtel) nicht hinausgekommen.
5Baerwald, Friedrich Heinrich, ist der Verfasser eines Buches, betitelt: »Die neuesten Erfindungen und Verbesserungen an den musikalischen Instrumenten, sowohl Saiten- als Blasinstrumenten, insbesondere des Fortepianos und anderer Tasteninstrumente« (Quedlinburg und Leipzig, 1833).
7Baeumel, ein bedeutender Violinvirtuose, geboren um das J. 1730 zu Würzburg, wo er auch Kammermusicus wurde. Er unternahm grössere Kunstreisen durch Süddeutschland und Italien. Im J. 1778 erhielt er einen Ruf als Musikdirector nach Bamberg, wo er 1796 starb.
9Baffa, der Name einer ausgezeichneten und rühmlichst bekannten Klavierspielerin aus der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, welche zwischen 1760 und 1770 für die beste Flügelvirtuosin Venedig's galt, von welcher aber sonst Nichts bekannt ist.
11Bagatella, Antonio, ein bedeutender Instrumentenmacher zu Padua aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Er ist der Verfasser einer preisgekrönten Schrift, betitelt: »Regole per la costruzione de' Violini, Viole, Violoncelli e Violoni«, welche auf Kosten der Akademie zu Padua 1786 gedruckt wurde (24 Seiten Text in gr. 4 nebst zwei Kupfertafeln). Dieselbe erschien auch deutsch von J. O. H. Schaum unter dem Titel: »Ueber den Bau der Violinen, Bratschen u. s. w.« (Leipzig, 1806).
13Bagatelle (franz.), wörtlich eine Kleinigkeit, nennt man in der Musik ein Tonstück von geringem Umfange und leichtem, ansprechenden Inhalte. Die Klavierliteratur namentlich ist reich mit solchen in der Regel nichtssagenden Tändeleien bedacht; der Pariser Componist le Carpentier zählt dieselben allein nach Hunderten.
15Bagatti, Francesco, vortrefflicher Componist und Organist zu Mailand aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, von dessen Lebensumständen jedoch Nichts weiter bekannt ist. Man kennt von ihm gedruckt zwei Bände Motetten und einen Band Messen und Psalme, aus denen hervorgeht, dass er als Contrapunktist einen hohen Rang unter seinen Zeitgenossen einnimmt.
17Bagaus, Karl, pensionirter kgl. preuss. Kammermusiker, wurde am 25. Novbr. 1791 zu Berlin geboren und bildete sich unter J. H. Krause zu einem vortrefflichen Bläser auf der Trompete aus. Im J. 1813 trat er in die Jägercompagnie des königl. preussischen Leib-Füsilier-Bataillons, sodann in das Musikcorps des zweiten Garde-
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.