Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 424

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870

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1regiments und machte in demselben die Freiheitskriege mit. Im J. 1823 liess er sich öffentlich in Berlin hören und fand so grossen Beifall, dass er 1825 als erster Trompeter in die königl. Kapelle gezogen wurde, welcher er bis 1855, wo er pensionirt wurde, als geschätzter Künstler angehörte. Als Virtuose wird an ihm besonders die Kraft seiner Lunge beim Triller und beim lange fortgesetzten Zungenschlag gerühmt.
3Bagge, Ernst von, enthusiastischer Musikliebhaber und Violinist, welcher seit 1780 mit dem Titel eines königl. preussischen Kammerherrn zu Paris lebte und sein Haus zum Verkehrspunkte der musikalischen Notabilitäten machte. Er schrieb auch ein Violinconcert und eine achtstimmige Sinfonie in D-dur, welche von Talent zeugen sollen. B. starb im J. 1791 zu Paris, wie man sagt, von seiner Maitresse vergiftet.
5Bagge, Selmar, ein tüchtiger Musiker und gediegener musikalischer Schriftsteller der Gegenwart, wurde 30. Juni 1823 zu Coburg geboren. Sein Vater, Rector des dortigen Gymnasiums, liess ihn schon frühzeitig im Pianofortespiel unterrichten. Im weiteren Verlaufe seines Lebens, welches zugleich die sorgfältigste wissenschaftliche Erziehung erhielt, studirte er bei Kaspar Kummer Generalbass und trieb mit besonderer Vorliebe bei Schilbach Violoncellspiel. Im J. 1837 wurde er Zögling des Conservatoriums zu Prag, wo Dionys Weber in der Composition und Hüttner im Violoncellspiel seine Hauptlehrer wurden, sodass er wohl vorbereitet im J. 1840 in das Orchester des Stadttheaters zu Lemberg treten konnte. Von dort ging er nach Wien, wo er sich mit Leidenschaft auf das lange vernachlässigte Klavier- und Orgelspiel legte und bei Simon Sechter in die Geheimnisse des Contrapunktes eindrang. Nunmehr trat er auch als Componist vortheilhaft hervor, wurde 1851 Professor der Composition am Conservatorium zu Wien und 1853 Organist an der evangelischen Filialkirche. Erstere Stellung gab er 1855 aus Unzufriedenheit mit dem Organisationsplane des Institutes auf, eröffnete eine musikalische Polemik gegen denselben und wurde dadurch der musikalischen Schriftstellerei zugeführt. Die »Monatsschrift für Theater und Musik« wurde das Hauptfeld seiner trefflichen schriftstellerischen Thätigkeit, und er vertauschte dieselbe 1860 mit der »Deutschen Musikzeitung«, deren Mitbegründer und Redacteur er wurde. Zu Anfang des Jahres 1863 nahm er in Leipzig seinen Wohnsitz, wo er Redacteur der Breitkopf und Härtel’schen »Deutschen Allgemeinen Musikzeitung« wurde, welche 1865 in den Verlag von Rieter-Biedermann überging. Diese Stellung vertauschte er im J. 1868 mit der wieder mehr praktisch eingreifenden eines Directors der Musikschule zu Basel. In seinen zahlreichen Aufsätzen bekundet B. redliche Liebe zur Kunst und ein eifriges Streben nach dem, was er sich als Ideal aufgesteckt hat. Als Kunstvorbilder stellt er Beethoven und Schumann auf, und in diesem Sinne in feiner, geistvoller Diction schreibend, erscheint er mitunter schroff gegen Andersdenkende, besonders gegen die sogenannte neudeutsche Schule. Die von ihm veröffentlichten Compositionen bestehen in einer Sinfonie, einer Duo-Sonate, in Streichquartetten, Klavierstücken und Gesängen, welche ein gediegenes Streben und eine grosse Satzfertigkeit, weniger aber reiche melodische Erfindung bekunden.
7Baglama nennen die Araber eines ihrer vielen Saiteninstrumente, von dem bisher Nichts weiter bekannt geworden ist, als dass es drei Metallsaiten als Bezug führt.
9Baglioncella, Francesca, eine italienische Tonsetzerin aus Perugia, welche im 16. Jahrhundert lebte und anmuthige, zu ihrer Zeit sehr beliebte Madrigale und weltliche Gesänge schrieb.
11Baglioni, eine italienische Künstlerfamilie, deren Haupt, Francesco B., etwa 1720 zu Rom geboren und ein ausgezeichneter Sänger war. Der Sohn desselben, Luigi B., war zu Mailand geboren und hatte sich zu einem ausgezeichneten Violinisten ausgebildet. Als solcher wurde er Hofmusicus in der Kapelle des Herzogs von Württemberg in Ludwigsburg und componirte zwei Opern »Tancredi« und »La Guinguinette allemande«, welche beide in Stuttgart, die letztere 1777, zur Aufführung kamen. Ausserdem sind fünf mehr oder weniger berühmte Sängerinnen, welche zwischen 1770 und 1780 auf verschiedenen Bühnen glänzten, als Kinder Francesco B.’s zu nennen, nämlich Clementine B., 1770 in Florenz, 1772 in Wien, Constanzia B., deren Stimmumfang vom kleinen b bis zum dreigestrichenen d reichte

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