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Scan 456
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
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1hatte sie die Ehre, folgende Partien Mozart'scher Opern in Berlin als Sängerin zu schaffen: Blondchen in der »Entführung aus dem Serail« 1788, Susanne im »Figaro« 1790, Nanette in »Così fan tutte« 1792 und Papagena in der »Zauberflöte« 1794. Durch Cabale wurde sie 1797 von der Bühne verdrängt und liess sich darauf in Potsdam nieder, wo sie im Februar 1799 den bekannten königl. Kämmerer Rietz heirathete. Dem fünfzigjährigen Jubiläum der »Zauberflöte« an der Hofoper zu Berlin im J. 1844 wohnte sie als einzige noch lebende Solodarstellerin von der ersten Aufführung her mit bei und starb, neun Jahre darauf, am 5. Juni 1853 in Berlin. Sie soll eine schöne Stimme, ausdrucksvollen Vortrag und gewandtes Spiel besessen haben; jedoch rügte man, dass ihre Darstellungsmanier nicht natürlich und ihr Gesang ungeschult gewesen sei, was sie auch verhindert habe, aus dem zweiten Fach emporzukommen.
3Barathe, Abbé, Organist an der Kirche zu Saint-Flour in Frankreich. Von ihm ein Buch, betitelt: »Le culte religieux aux âges de la foi, ou l'influence du chant ecclésiastique dans la religion« (Paris, 1847).
5Baraviccini, berühmte Violinvirtuosin, s. Paraviccini.
7Barbaja, Domenico, ein durch seine glücklichen und grossartigen Unternehmungen bekannt gewordener italienischer Operndirector (Impresario), welcher sich in seiner Thätigkeit in den Annalen der italienischen Bühnen zu Neapel und Wien einen Namen gemacht hat. In Bezug auf Geist beschränkt, zeichnete er sich durch speculirende kaufmännische Eigenschaften aus und hat seinen Namen mit dem Rossini's insofern verflochten, als er der Erste gewesen ist, welcher die Jugendwerke seines genialen Landsmannes auf das Theater brachte.
9Barbant, Karl, ein aus Süddeutschland stammender Tonkünstler, welcher mit dem bayrischen Gesandten, Grafen Haslang, um 1755 von München aus mit nach London gekommen war und das Organistenamt in der Gesandtschaftskapelle versah. Seit 1760 erschienen von ihm in London Klaviersonaten, Sinfonien, Violintrios, Flötenduette, italienische Lieder u. s. w., welche ihn zu einem sehr geschätzten Componisten machten. Von seinen Orgel- und Kirchenwerken, deren er auch geschrieben haben soll, ist Nichts veröffentlicht worden.
11Barbarini, Manfredo Luigi, geboren zu Correggio, blühte als Kirchentonsetzer und Musikgelehrter in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Von ihm u. A. ein Buch, betitelt: »Symphoniae, seu insigniores aliquot ac dulcisonae quinque vocum melodiae super D. Henrici Glareani panegyrico de Helvetiarum tredecim urbium laudibus« (Basileae, 1558, impensis Henrici Petri apud Hieron. Curionem). Ferner eine Sammlung Motetten unter dem Titel: »Cantiones sacrae quatuor vocum, quae vulgo Muteta vocantur, novae compositae« (Augustae Vindelicorum, 1560, ap. Phil. Uhlardum). Andere seiner Schriften und Compositionen sind auch pseudonym unter dem Namen Lusti erschienen.
13Barbarini, ein italienischer Castrat, und, nach dem Abgange Galeazzi's 1784 und 1785 Hofopernsänger in Kassel. Seine Eitelkeit und sein Selbstbewusstsein waren unerträglich, seine Leistungen dagegen mittelmässig, sodass man ihn gern entliess, als er im J. 1786 einem Rufe an die Oper zu Kopenhagen folgte.
15Barbarino, Bartolomeo, genannt il Pesarino, geboren zu Ende des 16. Jahrhunderts zu Fabiano in der päpstlichen Mark Ancona, zeichnete sich besonders als Componist von Madrigalen aus, deren mehrere in Venedig 1609 und 1617 gedruckt erschienen sind.
17Barbaro, Daniele, geboren am 18. Febr. 1513, Patriarch von Aquileja, starb zu Venedig 1574. Nach Jöcher hat er ein »Commentarium in Vitruvium« geschrieben, also im 13. Capitel jenes Buches auch die Wasserorgel behandelt, was allerdings noch nicht für seine musikalische Gelehrsamkeit ausreichendes Zeugniss ablegen würde. Dagegen soll ein Daniele B. nach Martini's Angabe einen »Trattato della musica« geschrieben haben. Letzterer B. würde jedoch nur ein Namensverwandter und Zeitgenosse des Ersten sein, da angegeben wird, dass derselbe schon 1569 im 41. Lebensjahre gestorben ist.
19Barbe, Antoine, auch Barbé geschrieben, ein belgischer Tonkünstler und Kapellmeister zu Antwerpen im J. 1527, dessen Todestag der 2. Decbr. 1564 ist.
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