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Scan 457
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
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1Man kennt von ihm: »Quatuor vocum musicae modulationes numero XXVI ex optimis auctoribus diligenter salutae prorsus novae, atque typis hactenus non excusae« (Antverpiae, 1542, ap. Guill. Vissenaeeum), ferner zwei Motetten, so wie ein Chanson, letzterer enthalten in der Sammlung XXXIV chansons nouvelles (Anvers, 1544, Tylman Susato). — Sein Sohn, gleichfalls Antoine B. geheissen, starb am 10. Febr. 1604 und gilt für den Zusammensteller einer Art von Tanzalbum, betitelt: »Petit trésor des danses et branles à quatre et cinq parties des meilleurs auteurs, propres à jouer sur tous instrumens« (Louvain, 1573, Pierre Phalese, libraire juré). — Ein anderer Sohn des Erstgenannten und Bruder des Vorhergehenden, welcher gleichfalls Antoine B. hiess, war vielleicht der tüchtigste Musiker der Familie. Er war Organist an der Kirche Saint Jacques zu Antwerpen, ein Amt, welches er 33 Jahre hindurch ehrenvoll verwaltete. Er starb am 15. März 1626. Er, obwohl irrthümlicher Weise Barbet geschrieben, ist der Verfasser des Buches »Exemplaire des douze tons de la musique et de leur nature« (Anvers, 1599).
3Barbella, Emanuele, berühmter Violinist und Componist für sein Instrument, wurde im J. 1704 zu Neapel geboren und erhielt bei seinem Vater den ersten Unterricht auf der Violine, den er bei Pasqualino Bini, dem gefeierten Schüler Tartini's, mit grösstem Erfolge fortsetzte. Sein Lehrer in der Composition war Leo. Seine Werke, meist aus Violincompositionen bestehend, sind eben so reich an Melodie, wie gründlich in der Harmonie und gut gearbeitet; namentlich sollen sechs Violin- und Violoncellduos Op. 4, welche um 1760 Aufsehen erregten und grosse Verbreitung fanden, sich in jeder Beziehung auszeichnen. Burney theilt im dritten Bande seiner Geschichte eine Composition B.'s mit. B. selbst starb im J. 1773 in seiner Vaterstadt Neapel.
5Barbella, Giorgio, eben so berühmt als Tonkünstler und Sänger, wie als Maler, ist im J. 1478 zu Castelfranco geboren und 1511 gestorben.
7Barbereau, Mathurin Auguste Balthasar, geboren 14. Novbr. 1799 zu Paris, wurde seines hervortretenden, grossen Talentes wegen schon 1810 in das dortige Conservatoire aufgenommen und studirte daselbst namentlich eifrig die Composition bei Reicha. Er verharrte so lange in dem Institute, bis er endlich, im J. 1824, den grossen Compositionspreis (Römerpreis) errang, der ihn in den Stand setzte, mehrere Jahre in Italien und Deutschland als Stipendiat der Regierung zu verbringen. Nach seiner Rückkehr wurde er Orchesterdirector, zuerst am Théâtre des Nouveautés, später am Théâtre français. Da aber diese Stellungen seinem Ehrgeize nicht entsprachen, so legte er den Dirigentenstab ganz nieder, um ausschliesslich Unterricht, namentlich in der Composition, zu ertheilen. Er hat einige Ouvertüren und Schauspielmusiken componirt und aufgeführt und veröffentlichte ein »Traité théorique et pratique de la composition musicale etc. vol. I« (Paris, 1845), so wie »Etudes sur l'origine du système musical« (Paris, 1852).
9Barberiis, Melchior de, ein italienischer katholischer Priester zu Padua, welcher um 1546 als Lautenspieler einen grossen und weit verbreiteten Ruf hatte.
11Barberinus, Cardinal, nachheriger Papst Urban VIII., geboren am 5. April 1568, gestorben am 20. Juli 1644 zu Rom. Von ihm eine »Psalmodia divina«, welche die gründliche musikalische Bildung dieses Oberhauptes der Kirche bekundet.
13Barbet oder Barbud, ein persisches Wort, von welchem wir nicht genau wissen, ob es ein Instrument oder, wie Viele glauben, nur ein besonderes Tonstück bezeichnet. Am wahrscheinlichsten ist es wohl, dass es ursprünglich der Name eines bestimmten, im Laufe der Zeit ausser Gebrauch gekommenen Saiteninstrumentes war und auch zugeleich für bestimmte Musikstücke eintrat, zu deren Vortrag sich jenes Instrument besonders eignete. Es wäre möglich, dass man in dem heutigen Persien noch Spuren einer Barbetmusik vorfände; leider haben die europäischen Reisenden es nicht der Mühe werth erachtet, von den freilich sehr verkümmernten Sang- und Klangfreuden der Perser so weit eine nähere Kenntniss zu nehmen, dass man aus ihren Angaben mit Sicherheit darauf schliessen könnte, was die orientalischen Musiker unter Barbet oder Barbud verstehen. Im Alterthume dagegen wird das B. unter den Persern
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