Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

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Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870

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1die militärische Laufbahn einzuschlagen, kehrte 1850 nach Wien zurück und trat in die vaterländischen Dienste. Mit der österreichischen Armee machte er den Feldzug in Italien als Lieutenant mit und wurde zum Oberlieutenant befördert. Da erwachte jedoch mit aller Macht wieder seine Liebe zum Künstlerthum; er nahm nach geschlossenem Frieden seinen Abschied und machte höchst erfolgreiche Kunstreisen durch Deutschland und Holland. In Berlin, wo man seit Ferd. Laub's Weggang einen Violinisten von Rang und höherer Bedeutung schmerzlich vermisst hatte, wusste man ihn um so leichter zu fesseln, als Mutter und Schwester daselbst bereits ihren dauernden Wohnsitz genommen hatten. Er trat im J. 1862 in die königliche Kapelle als Kammermusiker ein und wurde 1868 zum königl. Concertmeister ernannt. In dieser Zeit hat er sich um das ernste Musikleben und Treiben durch Fortführung gediegener Quartettsoiréen in hohem Grade verdient gemacht, eben so wie er andererseits als Solospieler seinen wohlerworbenen Ruf stets behauptet hat. Wie seine zu früh heimgegangene Schwester zeichnen auch ihn im Privatleben die liebenswürdigsten Eigenschaften aus und ihn darum angehenden Concertgebern hat fast nie seine uneigenmützige künstlerische Unterstützung gefehlt. Kein Wunder, dass man auch von ministerieller Seite ihn ins Auge nahm und ihn bei der im October 1869 neu gegründeten Instrumentalschule der königl. Akademie der Künste als ersten Lehrer für Violin- und Violaspiel anstellte.
3Ahorn. Von diesen Gewächsen, die der Pflanzengattung der Acerinaeae angehören, ist besonders für den musikalischen Instrumentenbau das Holz der baumartigen Species Acer pseudoplatanus L. von Bedeutung. Das Holz dieses 20 bis 33 Meter hohen Baumes, der in 80 bis 100 Jahren seinen Hauptwuchs vollendet, jedoch bis 200 Jahre alt wird, in der nördlich-gemässigten Zone heimisch ist und in Mittel- und Südeuropa sich sehr häufig vorfindet, ist weiss, hart, feinfaserig, schwerspaltig, wirft sich nicht leicht und wird zu vielen Geräthen als Nutzholz verarbeitet. Beim Bau musikalischer Instrumente findet es seine hauptsächlichste Anwendung zu den Böden und Seitenwandungen der Resonanzkästen für Streichinstrumente etc. und scheint in seiner Structur, im Verhältniss zu der des Tannenholzes, aus welchem gewöhnlich die Decken der Resonanzkästen gefertigt werden, diese Anwendung ihre rationelle Begründung zu finden. Die Structur beider Holzarten findet ihren Ausdruck in dem Verhältniss der Eigenschaft derselben, den Schall fortpflanzen zu können. Nach Chladni und Savart ist dieselbe, wennm an die Geschwindigkeit, mit der ein Schall sich in der atmosphärischen Luft in einer Secunde verbreitet, 340 Meter, gleich 1 annimmt, im Ahornholze 12,66- und im Tannenholze 18mal grösser in einer Secunde, also in ersterem 4304,4 Meter und in letzterem 6120 Meter. Diese verhältnissmässig verschiedene Schallgeschwindigkeit der beiden Holzarten, welche ungefähr wie 2:3 sich verhält, befördert wahrscheinlich eine unserem Ohr Wohlgefallen bereitende Bildung der Aliquotöne; wenigstens haben alle praktischen Versuche bis heute diese Art der Fertigung von Resonanzkästen zu obigen Zwecken als diejenige ergeben, die den Tönen, welche durch solche Resonanz gebildet werden, die schönste Klangfarbe, die grösste Fülle und Reinheit geben. Der Wissenschaft ward leider bis heute in Bezug auf Resonanz überhaupt keine andere Aufgabe, als zu beweisen, dass eben nichts Besseres gewählt werden konnte, als gerade das, was geschickte und beharrliche Empirie empfahl. Bemerkenswerth ist noch die Erfahrung, dass Instrumente, deren Schallkästen so gefertigt sind, wenn letzterer zerbrochen und wieder zusammengeleimt worden ist, gewöhnlich einen viel reineren und helleren Ton gewinnen, als sie vor der Reparatur besassen.
5Ajahli Keman ist ein in der Türkei gebräuchliches Saiteninstrument, das seine Klänge transversalen Schwingungen von Darmsaiten zu danken hat, welche durch Streichen mit einem Pferdehaarbogen hervorgerufen werden. Es ist grösser als unsere Viola, kleiner als ein Violoncell und mit einem Fusse versehen, auf den es gestellt wird. Gleich dem Violoncell wird es auch vom Spieler in sitzender Stellung, indem er es zwischen den Knien einklemmt, behandelt. Der Bezug besteht aus drei Saiten, die auf einem ziemlich hohen hölzernen Stege ruhen. Zuweilen befindet sich auch ein Pedaltritt an diesem Instrumente, der zur gleichmässigen Erhöhung oder Vertiefung

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