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Scan 20
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1874
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1Stelle er sehr lange inne hatte und schliesslich mit derjenigen eines Professors am Pariser Conservatorium vertauschte. Seine Concerte nahmen in Paris eine hohe Stellung ein, und noch jetzt stehen seine, mit anderen Virtuosen, besonders mit dem Violinisten Alard, veranstalteten Winter-Soireen, ihrer überwiegend gediegenen Programme wegen im besten Ruf. Aus denselben ist, besonders für classische Musik, eine erfolgreiche Propaganda ausgegangen. — F. ist ein Virtuose von enormer Fertigkeit und geschmackvoller Vortragsart, Vorzüge, die sich auch in seinen Compositionen wiederspiegeln, welche in einem Concert mit Orchester und zahlreichen beliebten und dankbaren Fantasien, Salonstücken, Etuden, Capricen, Variationen u. s. w. für Violoncello bestehen. Aus seiner Klasse am Conservatorium ist eine ganze Reihe der tüchtigsten Violoncellisten hervorgegangen.
3Francia, Gregorio, italienischer Tonkünstler aus Rom, lebte zu Anfange des 17. Jahrhunderts und gab nach Walther: »Motetti a 2, 3 e 4 voci« (Neapel, 1611) heraus.
5Franciscello oder Francischello, der grösste Violoncellovirtuose der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, über dessen Leben fast alle näheren Nachrichten fehlen. Er taucht zuerst in Rom auf, befand sich 1725 in Neapel und trat darauf in die Hofkapelle zu Wien. Später war er wieder in Italien und zwar in Genua, wo er auch um 1750 gestorben sein soll. Quantz, der ihn in Neapel, und Franz Benda, der ihn in Wien hörte, sprechen ihm übereinstimmend eine unübertreffliche Meisterschaft auf dem Violoncello zu, und Geminiani berichtet, dass, als F. in Rom einst eine Cantate mit obligatem Violoncello von Alessandro Scarlatti accompagnirt habe, der Componist, der den Flügel hielt, entzückt aufgesprungen und ausgerufen habe, so könne nur ein Engel in Menschengestalt spielen. Fétis behauptet, was Corelli für die Violine, das sei F. für das Violoncellospiel gewesen, und ihm hauptsächlich verdanke man es, dass das Violoncello die Bassviola aus den italienischen Orchestern verdrängte.
7Francisci, Erasmo, ein aus altadligem italienischem Geschlechte stammender Gelehrter, geboren zu Lübeck am 19. November 1627, studirte die Rechte, wurde dann Hofmeister und machte als solcher grössere Reisen, nach deren Beendigung er als Hohenlohe’scher Rath zu Nürnberg seinen bleibenden Aufenthalt nahm und als Schriftsteller bis an sein am 12. December 1684 erfolgtes Ende wirkte. Unter seinen vielen Schriften befindet sich auch eine: »Wunderreicher Ueberzug unserer Niederwelt, oder Erd-umgebender Lufft-Kreys« (Nürnberg, 1680) betitelt, die im dritten Kapitel von Seite 474 bis 516 vom Echo und von Sprachröhren handelt.
9Francisco, Ludovico a San, gelehrter portugiesischer Franciscanermönch, der gegen Ende des 16. Jahrhunderts lebte und ein Werk, »Globus canonum et arcanorum linguae sanctae ac divinae scripturae« (Rom, 1586) veröffentlichte, in dessen 10. Buche im 9. Kapitel über Musik im Geiste des alten Testaments abgehandelt wird. Vgl. Possevini Bibl. select. p. 223.
11Francisconi, Giovanni, italienischer Tonkünstler, geboren zu Neapel, war in seinen Mannesjahren Kammervirtuose des Grafen von Hessenstein und hat sich damals durch sechs Violinduo’s, die zu Amsterdam gedruckt wurden, und sechs Violinquatuors, welche ums Jahr 1770 zu Paris erschienen, bekannt gemacht.
13Francisque, Antoine, französischer Lautenspieler, veröffentlichte 1600 ein Werk unter dem Titel »Le trésor d’Orphée«, welches Lautenstücke enthielt.
15Franck, César Auguste, tüchtiger belgischer Tonkünstler, geboren am 10. Decbr. 1822 zu Lüttich, besuchte als Knabe das Conservatorium seiner Vaterstadt, wurde aber 1837 zu seiner höheren musikalischen Ausbildung auf das von Paris gebracht, wo er Clavierspiel bei Zimmermann und Contrapunkt bei Leborne studirte. Hierauf liess er sich ganz in Paris nieder und erwarb sich schnell den Ruf eines gediegenen, kenntnissreichen Musiklehrers und Componisten. Von seinen Compositionen werden besonders Trios für Pianoforte,
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