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Scan 117
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1875
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1zu Mainz, war die Tochter eines wohlhabenden Rheinbrückenmeisters, der seine Kinder trefflich erziehen liess. Im Clavierspiel und Gesang erhielt Doris von ihrem neunten Jahre an bei dem damals geschätzten Kapellsänger Heideloff Unterricht, den sie später als Schülerin einer Erziehungsanstalt zu Köln bei einem Herrn von Zenz fortsetzte. Erst der rasch hinter einander erfolgende Tod ihrer Eltern aber realisirte ihren Wunsch, sich ganz der Kunst widmen zu dürfen, in der ihr Vormund, ein Verwandter in Castel bei Mainz, sie nun völlig ausbilden liess. Sie debütierte 1825 zu Mainz mit bestem Erfolge und wurde noch in demselben Jahre in Frankfurt a. M. engagirt, wo sie bald der Liebling des Publikums war. Auf einer Gastspielreise 1829 nach Karlsruhe und Stuttgart, wurde sie in letzterer Stadt für das Hoftheater gewonnen, dem sie als fleissiges und beliebtes Mitglied, nachmals auch zur königlichen Kammersängerin erhoben, bis zu ihrer Pensionirung angehörte. Im J. 1834 besuchte sie als Gast auch Norddeutschland und wurde in Rollen wie Donna Anna, Fidelio, Desdemona u. s. w. ausgezeichnet. Sie starb am 11. Januar 1870 zu Stuttgart.
3Hauschild, Ernst, deutscher Musikgelehrter und verdienstvoller Förderer der Tonkunst in der Schweiz, wurde 1816 zu Altenburg geboren und studirte neben der Musik Philologie, in welcher Wissenschaft er den Doctorgrad erwarb. Von 1849 an bis zu seinem Tode, am 29. Juli 1872, fungirte er als Docent der Musik an der Universität zu Basel und widmete nebenbei seine Zeit der Hebung des höheren Kunstlebens in Basel, sowie des schweizerischen Volksgesanges. Er ist der Verfasser folgender Schriften: »Abriss der tonsprachlichen Zeichenlehre. Für höhere Volksschulen« (Mühlhausen i. Els., 1849); »Blicke in die Geschichte der neueren Tonkunst, eine akademische Antritts-Vorlesung« (Basel, 1849); »Ueber den sogenannten rhythmischen Choral, ein Vortrag in der Baseler Predigergesellschaft« (Basel, 1854); »Tonsprachliche Zeichenlehre, Elementar-Theorie der Tonkunst« (Basel, 1862).
5Hauschka, Vincenz, vortrefflicher Violoncellist, geboren am 21. Jan. 1766 zu Mies in Böhmen, wurde als achtjähriger Knabe, nachdem er den ersten Musikunterricht von seinem Vater, einem Schullehrer, empfangen hatte, Chorsänger am Dom zu Prag. Gleichzeitig erlernte er bei Seeger die Elemente des Generalbasses und bei Christ Violoncellospiel. Als Violoncellist kam er auch später in die Hauskapelle des Grafen Joseph von Thun in Prag, nach dessen Tode, 1788, H. eine erfolgbelohnte Kunstreise durch Deutschland machte. Endlich liess er sich in Wien nieder und wurde daselbst 1793 Rechnungsrath bei der k. k. Familiengüter-Verwaltung. Bei der Gründung der Gesellschaft der Musikfreunde und bei der Errichtung des Conservatoriums war er einer der thätigsten und geschätztesten Förderer. Er starb im J. 1833 zu Wien und hinterliess zahlreiche Compositionen. Gedruckt von denselben sind nur sechs Sonaten für Violoncello, Lieder und Canons.
7Hausdörfer, deutscher Orgelbauer, der ums J. 1750 zu Tübingen lebte, machte sich durch Erfindung einer neuen Basslade bekannt. Zu Esslingen, wo er ein schönes Werk baute, soll er zuerst diese seine Erfindung angewandt haben, welche später von A. Stein verbessert worden ist. Vgl. Hiller's Nachrichten, Thl. I. p. 87. — Ein anderer H., ums J. 1794 Orgel- und Instrumentbauer zu Schwarzenberg, hat in seiner Gegend mehrere achtenswerthe Werke gefertigt.
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11Hause, Wencislaus, hervorragender Virtuose auf dem Contrabass, geboren gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Böhmen, war anfangs Violinist, warf sich aber in seinen Mannesjahren auf den Contrabass und wurde Professor dieses Instrumentes am Conservatorium zu Prag. Etüden von ihm und seine Schule für Contrabass gehören zu dem Besten in diesem Literaturzweige. Als Jüngling hat er in Dresden auch Violinsachen veröffentlicht.
13Hausen, s. Friedrich von Hausen.
14Hausen, Johann, deutscher Harfenvirtuose und Verbesserer seines Instru-
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