Books › Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1875 › scan 179
Scan 179
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1875
18 lines. Read by computer on 10 September 2026. Printed page 173. See the scan on archive.org.
1Pfarrer zu Markt-Uehlfeld bei Erlangen, verfasste und veröffentlichte eine »Literaturgeschichte der evangelischen Kirchenlieder aus der alten, mittleren und neuen Zeit« (2 Bde., Neustadt an der Aisch und Schweinfurt, 1792—1797; neue Aufl. Wien, 1802). Ein 1799 durch Prospekte angekündigter dritter Band ist nicht erschienen.
3Heffelmeyer, s. Höffelmayer.
5Hegar, Friedrich, trefflicher Violinist und verdienstvoller Dirigent, wurde am 11. Octbr. 1841 in Basel geboren und erhielt daselbst seinen ersten Musikunterricht. Im J. 1857 vertauschte er das Gymnasium seiner Vaterstadt mit dem Conservatorium in Leipzig, auf welchem er bis Ostern 1860 seine höheren musikalischen Studien betrieb. Nach seinem Austritte aus dem Institute erhielt er die Concertmeisterstelle an der in Warschau concertirenden Bilse'schen Kapelle, widmete aber den folgenden Winter seiner weiteren Ausbildung in Leipzig. Im März 1861 besuchte H. Baden-Baden und Paris und erhielt im Herbst desselben Jahres durch Stockhausen's Empfehlung die Stelle als Musikdirektor zu Gebweiler im Elsass. Nach zweijähriger Tätigkeit daselbst siedelte er nach Zürich über. Dort, zuerst als Concertmeister, später als Kapellmeister beim Theater angestellt, erhielt er 1865 auch die Direktion der Abonnements-concerte der allgemeinen Musikgesellschaft und des Gesangvereins »gemischter Chor«. In diesen Stellungen, sowie als Dirigent des Concertorchesters der Tonhalle seit 1868 erwarb er sich hervorragende Verdienste um das öffentliche Musikleben in Zürich. — Sein jüngerer Bruder, Emil H., geboren am 3. Jan. 1843 in Basel, ist ein vortrefflicher Violoncellist, der ebenfalls seine höheren musikalischen Studien auf dem Conservatorium in Leipzig absolvirt hat. Im J. 1866 wurde er erster Violoncellist im Gewandhaus- und Theaterorchester zu Leipzig und bald darauf auch Lehrer seines Instrumentes am dortigen Conservatorium. Gleichzeitig ist er geschätztes Mitglied des von Ferd. David begründeten Streichquartettvereins am Leipziger Gewandhause, welcher letztere mit mustergültigen Kammermusik-Aufführungen regelmässig hervortritt.
7Heiberger, Joseph, deutscher Tonkünstler und Componist, lebte 1777 zu Rom und brachte dort in jenem Jahre eine von ihm componirte italienische Oper mit grossem Erfolge zur Aufführung.
9Heidegger, Johann Heinrich, schweizerischer Theologe, geboren am 1. Juli 1633 zu Bärenschweil im Canton Zürich, zuletzt Doctor und Professor an der Züricher Hochschule, hat mehrere Werke verfasst und veröffentlicht, in denen er über Erfindung, Vortrefflichkeit und Missbrauch der Tonkunst, sowie über Musik und ihre Wirkungen handelt.
11Heiden, Sebastian, s. Heyden.
13Heidenreich, David Elias, deutscher Dichter aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, war Consistorialrath und Secretair der Fruchtbringenden Gesellschaft. Er ist der Verfasser des Operntextbuches »Liebe kröhnt Eintracht«, das, im deutschen Geschmacke damaliger Zeit geschrieben, ein wahres dichterisches Ungeheuer und platt in der Darstellung ist.
15Heidenreich, Friedrich, deutscher Orgelbauer um 1770, gab bei Gelegenheit einer Orgeleinweihung eine kleine Schrift über die verschiedenen Töne und ihre Verhältnisse, die beim Anschlagen einer Orgeltaste vernommen werden, heraus. — Sein Namens- und Zeitgenosse, Georg Christoph H., war Orgelbauer und Organist zu Tannstädt in Thüringen, wo er 1800 in einem Alter von ungefähr 64 Jahren starb. Die Orgelbaukunst betrieb er erst seit 1770 und hat nach dieser Zeit mehrere gute Werke in Thüringen aufgerichtet.
17Heidenreich, Karl Heinrich, auch Heydenreich geschrieben, talentvoller Odendichter und scharfsinniger Aesthetiker, geboren 1764 zu Stolpen, studirte in Leipzig seit 1779 Philosophie und war daselbst von 1789 an Universitäts-Professor. Im J. 1798 legte er Krankheits halber dies Amt nieder und zog nach Burgwerden bei Weissenfels, wo er am 26. April 1801 starb.
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.