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Scan 202
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1875
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1reiche Compositionen, als Singspiele, Sinfonien, Ouvertüren, Cantaten, Kirchensachen, Lieder, Männerchöre, Notturnos für Männerstimmen allein und auch mit concertirenden Blasinstrumenten u. s. w.
3Henner, Freiherr von, ein vorzüglicher Musikdilettant, der um 1796 in Prag als k. k. Landesunterkämmerer angestellt war. Er spielte in hervorragender Tüchtigkeit Violine und componirte Sinfonien, Quartette u. dergl.
5Hennes, (Goswin) Aloys, deutscher Musikpädagog und Componist, geboren am 8. Septbr. 1827 zu Aachen als der Sohn eines dortigen Secretärs bei der Bürgermeisterei. bekundete schon frühzeitig bedeutende musikalische Anlagen, indem er durch sich selbst Guitarre und Clavier spielen lernte. Da er für das Studium der Theologie bestimmt war, so erhielt er auch keinen nennenswerthen Musikunterricht weiter und durchlief das Aachener Gymnasium. Als Primaner desselben, in seinem 16. Jahre, entschloss er sich, zum Postwesen überzugehen und versah innerhalb der nächsten sechs Jahre den Speditionsdienst in Herford, Olpe, Köln, Duisburg, Aachen, Eupen, Haynau, Neisse und Deutz. Nachdem er in Berlin das Staatsexamen bestanden und der einjährigen Militär-Dienstzeit genügt hatte, folgte er, 24 Jahre alt, seinem Hange zur Musik, widmete sich zwei Jahre hindurch den künstlerischen Studien auf dem Conservatorium zu Köln und begann seine neue Laufbahn als Musiklehrer in Creuznach, die er in Alzey, wo er auch Dirigent des Gesangvereins wurde, und in Mainz fortsetzte. Im J. 1863 liess er sich mit seiner Familie in Wiesbaden nieder und that sich dort, wie auch schon in Mainz, als Componist von Gesängen, Liedern und Clavier-Salonstücken hervor, von denen gegen 100 Hefte im Druck erschienen. Sein bedeutendstes, mit einem anerkennungswerthen Fleiss und Eifer betriebenes Werk sind die weitverbreiteten instructiven »Clavier-Unterrichtsbriefe«, welche einer neuen Methode für den Elementar-Unterricht Bahn brachen und, so vielfach sie auch angefeindet wurden, zahlreiche Auflagen erlebten und über Deutschland hinausdrangen. Im Interesse dieses Werks und seiner talentvollen Tochter und Schülerin, Therese H., geboren 1861 zu Wiesbaden, welche als kleine Concertgeberin und Pianistin Aufsehen erregte, nahm H. 1872 seinen bleibenden Aufenthalt in Berlin, wo er gleichfalls als Musiklehrer wirkt.
7Hennig, Christian Friedrich, vortrefflicher deutscher Componist, war in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts Kapellmeister des Fürsten Franz Sulkowsky in Sorau. Gedruckt sind von seinen Werken einige Clavierstücke, Trios, Quodlibets, besonders aber Gesänge für Freimaurer und Lieder mit Clavierbegleitung, die um 1780 ungemein beliebt und verbreitet waren. Sonst kennt man noch von ihm Sinfonien und andere Orchesterstücke, sowie Streichquartette u. s. w., welche Sachkenntniss und Gediegenheit bekunden.
9Hennig, Karl, Organist und Componist in Berlin, geboren daselbst am 23. April 1819, wirkte, seit 1847 angestellt an der St. Pauls- und seit 1851 bis zu seinem Tode, am 18. April 1873, an der Sophienkirche. Unter seiner Direktion standen der Männerchor »Lyra« und der Sophienkirchchor, die er auf eine hohe Stufe der Leistungsfähigkeit brachte und für die er eine grosse Anzahl werthvoller Chorgesänge weltlichen und geistlichen Inhalts componirte. Dieser Verdienste wegen wurde er 1863 zum königl. Musikdirektor ernannt. Seine bedeutendsten Werke sind die Sinfoniecantate »Die Sternennacht« (1854 aufgeführt), sowie ein Königspsalms (1849) und ein Friedenspsalm (1854), beide für Soli, Chor und Orchester; ausserdem Lieder und Claviercompositionen. — Ein Sohn von ihm, gleichfalls Karl H. geheissen, wirkt als Organist, Dirigent des St. Pauli-Kirchenchors und Vorsteher eines Musikinstituts für Pianoforte und Gesang sehr verdienstvoll und einflussreich in Posen.
11Hennig, Rudolph, bedeutender deutscher Violoncellist, geboren 1848 zu Güstrow als der Sohn des dortigen Musikdirektors, machte seine höheren musikalischen Studien von 1862 bis 1864 auf dem Conservatorium zu Leipzig und unternahm 1866 eine Kunstreise durch die Vereinigten Staaten von Nordamerika.
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