Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 125

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876

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11863 eine Hauptstütze, vorzugsweise des classischen Repertoirs. Hierauf trat sie in den Pensionsstand, gehört aber in der Eigenschaft eines Ehrenmitglieds noch gegenwärtig dem Verbande der königl. Oper an. Der Rollenkreis dieser bedeutenden Künstlerin war ein ausserordentlich grosser; er umfasste alle Gluck’schen und Mozart’schen Opern, Beethoven’s »Fidelio«, C. M. v. Weber’s, Meyerbeer’s, Halévy’s Werke bis auf Verdi’s »Ernani« und »Troubadour«. In allen ihren Parthien entzückte sie die Kenner wie das grosse Publikum durch ihre volle, schönklingende und gutgebildete Stimme, durchaus edle Auffassung und treue Hingebung an die Aufgabe. Mit ihrer Kunst vermochte sie allerdings nicht zu blenden und zu berücken, aber rührend und tief ergreifend zu wirken, wusste sie in geradezu unvergleichlicher Art. Mit ihr, der Herrenburg-Tuczek, Jachmann-Wagner, sowie mit Theod. Formes, Krause und Fricke erlebte die königl. Oper den schönen Nachhall einer Glanzzeit, wie sie nur selten sich erneuert.
3Köttlitz, Adolph, vorzüglicher deutscher Violinist und Instrumentalcomponist, geboren am 27. Septbr. 1820 zu Trier, kam mit fünf Jahren in die Musikschule des Domlehrers Fischer und erregte drei Jahre später als Violinspieler bereits Aufsehen. In seinem 16. Jahre begab er sich nach Köln, wo er sich hören liess und hierauf mit Fr. Liszt drei Jahre lang nach Paris. Nach Deutschland zurückgekehrt, liess er sich in Breslau nieder, wo er sich verheirathete und Musikunterricht ertheilte. Im J. 1848 vertauschte er, einem Rufe als Concertmeister folgend, Breslau mit Königsberg i. Pr., wo ihm 1851 seine Gattin starb, worauf er sich 1856 zum zweiten Male verheirathete. Unzufrieden mit seiner materiellen Lage, ging er 1856, seine Familie zurücklassend, nach Russland und erhielt eine Musikdirektorstelle in Uralsk, wo er auf einer Jagdparthie am 26. Octbr. 1860 ums Leben kam. Wie als Virtuose zeichnete er sich auch als Componist aus, und seine Streichquartette, Violinconcerte, Lieder u. s. w. bekunden eine aussergewöhnliche Begabung. Gedruckt ist davon jedoch nur Weniges. — Seine zweite Gattin, Klothilde K., geborene Ellendt, geboren am 22. Septbr. 1822, welche den Gesang bei Cartellieri und die Theorie der Musik bei Sobolewski studirt hatte, lebte in ihrer Vaterstadt Königsberg als mit Recht geschätzte Gesanglehrerin und veranstaltete mit ihren Schülern häufige Aufführungen.
5Kohaut, Franz Andreas, ein vortrefflicher Orgelspieler, geboren in der letzten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Böhmen, war Organist und Chordirektor an der Marienkirche zu Saatz. — Ein vorzüglicher Virtuose auf dem Waldhorn und der Trompete desselben Namens, Franz K., war seit 1819 auf einem adligen Gute unfern Moskau Kapellmeister. Aus Wien gebürtig, war er 1817 auf einer Kunstreise nach Russland gekommen. Von seinen Compositionen ist ein Rondo für Horn mit Orchesterbegleitung im Druck erschienen.
7Kohaut, Joseph, vorzüglicher Lautenvirtuose, geboren 1736 in Böhmen, trat zuerst als Trompeter in ein österreichisches Reiterregiment, desertirte jedoch und floh nach Frankreich, wo er Anstellung in der Kapelle des Prinzen von Conti in Paris fand. Seit dem J. 1764 trat er nicht ohne Erfolg als Componist komischer Opern auf (»Le serrurier«; »La bergère des Alpes«; »Sophie, ou le mariage caché«; »La closière«), die in der Comédie italienne zur Aufführung gelangten. Er starb im J. 1793 zu Paris. — Sein Bruder, Karl K., galt für den geschicktesten Lautenisten damaliger Zeit. Er liess sich zu Paris, wohin er mit dem Grafen, nachmaligen Fürsten Kaunitz gekommen war, mit dem grössten Beifall hören, lebte aber in Wien als Secretair in der Hof- und Staatskanzlei. Von ihm sind Compositionen für die Laute bekannt geworden. — Ein ebenfalls aus Böhmen gebürtiger Lautenist Namens K. oder Kohott, vielleicht der Vater dieser Brüder, war 1710 in Breslau Baron’s Lehrer auf der Laute.
9Kohl, Franz, geschickter Kirchen- und Kammermusikcomponist, geboren 1748 zu Quatierub in Böhmen, war zuerst fürstl. Lobkowitz’scher Schul- und

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