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Scan 128
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876
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1Organisten und Schullehrers. In Hannover, wo er die Schulen besuchte, studierte er bei dem geschickten Organisten J. C. Böttner Clavier-, Orgelspiel und Musiktheorie. Als Hauslehrer ging er mit einer reichen Familie 1778 nach London, wo er 1782 Organist an der königl. St. James-Kapelle wurde. Obwohl sehr erfolgreich für die Kunst wirkend, verlor er später diese Stelle aus unbekannten Gründen und starb im Novbr. 1824 zu London. Er ist der Verfasser einer ganzen Reihe theoretischer und didaktischer Werke, die seit 1796 in London erschienen, namentlich einige Generalbassschulen (die eine unter dem Titel »Praktische Anleitung zum Generalbass« 1807 in Offenbach auch deutsch herausgekommen) und Lehrbücher der Harmonie, eine Compositionslehre u. s. w. An Compositionen veröffentlichte er: Geistliche Gesänge, englische Songs, ein Clavierconcert und Sonaten, eine Art Programm-Sinfonie für Orchester, betitelt »Der Schiffbruch, oder Untergang des englisch-ostindischen Compagnieschiffs «The Halsewell«, mit Erklärungen der darin vorkommenden musikalischen Malereien«. Ausserdem hat er J. S. Bach’s »Wohltemperirtes Clavier« mit Erläuterungen (London, 1799) herausgegeben. — Seinen Sohn, Georg August K., geboren 1789 zu London, hatte er zum fertigen Orgel- und Clavierspieler ausgebildet. Derselbe erhielt später die Organistenstelle seines Vaters und starb am 19. März 1845 in London. — Ein Bruder von August Friedrich Karl, Georg Christoph K., geboren um 1760 zu Engelbostel, erhielt gleichfalls in Hannover seine musikalische Ausbildung. Er wurde 1781 Organist an der Kirche eines adligen Damenstiftes bei Lüneburg, begründete aber seinen Ruf als einer der tüchtigsten Orgelspieler seiner Zeit, als er in der Wendezeit des 18. und 19. Jahrhunderts an der Katharinenkirche in Hamburg das Organistenamt inne hatte.
3Kolomyi, ein Städtchen in den Karpathen am Pruth, von dem ein mit Gesang begleiteter Tanz der karpathischen Goralen, die Kolomyika, oder verdorben auch Kalamaika (s. d.) genannt, den Namen hat.
5Kolophon, eine der wichtigeren ionischen Zwölfstädte, an der Küste von Lydien, unweit von Ephesus. Die Hafenstadt von K. war Notion, in deren Nähe sich in einem Haine am Bache Klaros das berühmte Orakel des Apollon Klarios befand. Auch gewann man bei K. ein schon von den Alten geschätztes Harz, das Colophonium (s. d.) oder Geigenharz.
7Komarchios (griech., von Komos [s. d.] abgeleitet) war der Name eines Tonstücks für Flöte der alten Griechen, welches zum Trinken aufforderte und bei Gastmahlen häufig gespielt und gesungen wurde.
9Komareck, Joseph Anton, berühmter Violoncellovirtuose, aus Böhmen gebürtig, war um 1740 als Kapellmeister des Bischofs von Würzburg angestellt.
11Komenda, tüchtiger Tonkünstler und Musikpädagoge, geboren am 18. Januar 1795 im Markte Raps an der Thaya in Unterösterreich, war der einzige Sohn biederer Bürger und noch ungeboren in Folge eines Gelübdes der Kirche gewidmet. Sechs Wochen nach seiner Geburt verlor er durch Ungeschicklichkeit seiner Amme sein rechtes Auge. Damit er in Folge strengen theologischen Studiums nicht auch das andere Auge verliere, wurde er zur Musik bestimmt, für die er grosse Anlage zeigte. Er erlernte demgemäß Gesang, Violin-, Clavier- und Orgelspiel und erfreute sich dabei des fördernden Interesses des späteren Consistorialrats Ant. Puertner, der ein hochgebildeter Musiker und ausgezeichneter Pädagoge war. Schon 1810 erhielt K. die Lehrerstelle in einer Schule zu Horn, ein Jahr später wurde er Schulgehilfe in Klosterneuburg, 1819 Organist an der Stiftskirche daselbst, 1820 Lehrer an der Stiftshauptschule und 1822 erster Präparandenlehrer und stiftlicher Musikmeister für die Chorsänger. Bis zum J. 1847 stand er somit in dreifacher Bedienstung und erwarb sich die vollste Zufriedenheit seiner Vorgesetzten. Erst als ihn in diesem Jahre ein gefährliches Halsübel befiel, wurde er des öffent-
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