Books › Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876 › scan 339
Scan 339
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876
12 lines. Read by computer on 10 September 2026. Printed page 333. See the scan on archive.org.
1Auffassung und noble musikalische Gestaltungsweise, hier ausserdem sehr wirksame Behandlung der Vocalmittel hervor.
3Lindner, Franz, auch Lintner geschrieben, Componist und musikalischer Schriftsteller, geboren 1736 zu Plinkau in Böhmen, kam, elf Jahre alt, als Discantsänger nach Schönberg in Schlesien, wurde später Schuladjunct daselbst und 1760 Organist des Klosterstifts zu Grüssau. Er starb am 12. Septbr. 1793 und hinterliess mehrere Schriften über die Orgel und deren Behandlung. Einige Sammlungen seiner Lieder mit Clavierbegleitung hat er in Leipzig erscheinen lassen.
5Lindner, Friedrich, hervorragender deutscher Tonsetzer älterer Zeit, geboren um 1540 in Liegnitz, wurde früh schon Sänger in der Kapelle des Kurfürsten August von Sachsen und erhielt auf Kosten dieses Regenten eine höhere wissenschaftliche Ausbildung in Schulpforta und auf der Universität zu Leipzig. Von dort trat L. in die Dienste des Markgrafen Georg Friedrich zu Anspach, aus denen er nach zehn Jahren 1574 als Cantor an die Aegidienkirche in Nürnberg berufen wurde, in welcher Stellung er zu Anfang des 17. Jahrhunderts starb. Er veröffentlichte von seiner Composition, sowie von der anderer Meister seiner Zeit: »Cantiones sacrae« (2 Thle., Nürnberg, 1585 und 1588); fünfstimmige Messen (Ebendas., 1591); »Gemma musicalis«, enthaltend 64 theils eigene, theils fremde italienische Madrigale (3 Thle., Ebendas., 1588 bis 1590); »Corollarium cantionum sacrarum 5, 6, 7, 8 et plur. vocum etc.«, in welchem sich neben eigenen ebenfalls meist Gesänge italienischer Meister befinden (Ebendas., 1590); »Magnificat beatissimae deiparaeque virginis Mariae canticum 5 et 4 vocibus secundum 8 vulgares musicae modulos a diversis nostrae aetatis musicis compositum et in luce editum« (Ebendas., 1585). Mehrere von L.'s Werken befinden sich auf der Ritterakademie zu Liegnitz, die »Gemma musicalis« in der Bibliothek des Königs von Sachsen in Dresden.
7Lindner, Friedrich, tüchtiger deutscher Violinist und Clarinettist, wie Musiker überhaupt, geboren am 5. Juli 1798 zu Dessau, lernte schon mit fünf Jahren Violine spielen, genoss später Möser's Unterricht in Berlin und erhielt, da er zugleich die Clarinette fertig blies, 1815 als Clarinettist Anstellung in der dortigen königl. Kapelle. Im J. 1817 wurde er als herzogl. Kammermusicus in seine Vaterstadt Dessau berufen, 1827 zum Concertmeister ernannt und starb am 1. Aug. 1846 zu Dessau. Obwohl er die Composition erst 1821 und zwar bei Friedr. Schneider zu studiren anfing, hat er doch manches Gelungene, als zahlreiche Violinsachen verschiedenster Art, Ouverturen, Concerte für mehrere Instrumente, Quintette für Blasinstrumente, Duos, Festtänze, Polonaisen, ein- und mehrstimmige Gesänge u. s. w., geliefert. — Sein Sohn Roderich August L., geboren am 29. Octbr. 1820 zu Dessau, war im Violoncellospiel ein Schüler Drechler's und in der Composition der Schneider's. Schon 1837 wurde er als Violoncellist in der königl. Kapelle zu Hannover angestellt. Ein angenehmes Compositionstalent hat er in zahlreichen Liedern und Gesängen, sowie in Concert- und Salonstücken für Violoncello an den Tag gelegt, die auch meist im Druck erschienen sind.
9Lindner, Johann Joseph Friedrich, vorzüglicher deutscher Flötenvirtuose, geboren um 1730 zu Weickersheim in Franken, ward nach dem frühen Tode seines Vaters von seinem berühmten Oheim Pisendel erzogen und auch musikalisch ausgebildet. Da er vorwiegende Neigung zur Flöte zeigte, so wurde er dem Meister Quantz in Berlin übergeben, dessen bester Schüler er geworden ist. Im J. 1750 erhielt L. Anstellung in der Berliner königl. Kapelle, der er 1789 noch angehörte. Er soll 1790 in Berlin gestorben sein.
11Lindpaintner, Peter (Joseph) von, bedeutender deutscher Instrumental- und Operncomponist und vorzüglicher Dirigent, geboren am 8. Decbr. 1791 zu Coblenz, wo sein Vater, Jacob L., ein Schüler Righini's, als Tenorsänger am Hofe des Kurfürsten Clemens Wenceslaus von Trier angestellt war. Nach der Säcularisation durch die Franzosen folgte er seinem Vater 1796 nach
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.