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Scan 263
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
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1Re, die zweite Silbe der guidonischen Solmisation, ursprünglich unser D bezeichnend; bei der Eintheilung der Töne des Tonsystems in Hexachorde bezeichnete re immer die zweite Stufe, also in dem von Γ ausgeführten den Ton A, in dem von F den Ton G u. s. w. In der modernen Solmisation ist eine Mutation nicht mehr nothwendig, deshalb fällt die Silbe re immer auf den Ton d durch alle Octaven.
3Ré (franz.) D, Ré dièse = Dis; Ré bémoll = Des; Ré mineur = Dmoll.
5Re la ist diejenige Mutation, nach welcher auf den Ton a oder d nicht re, sondern la gesungen werden muss.
7Re sol, diejenige Mutation, nach welcher auf den Tönen d oder g nicht mehr re, sondern sol gesungen werden muss. (S. Solmisation.)
9Reading, John, geboren zu London in den letzten Jahren des 17. Jahrhunderts, studirte Musik unter Leitung von Blow. Er bekleidete nacheinander in mehreren Städten den Posten des Organisten, zuletzt in St. Marie de Woolnoth zu London. Er starb daselbst 1766. Von seinen Compositionen sind veröffentlicht: »A book of new anthems, containing a hundred plates fairly engraved, with a thorough-bass figured for the organ or harpsichord with proper ritornels« (London, 1742, in Fol.).
11Reali, Giovanni, Venetianischer Musiker, lebte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und war Kapellmeister zu Guastella. Er ist nur bekannt durch eine Oper »Il Regno galante«, die er componirt und die 1727 am Theater San Mose von Venedig aufgeführt wurde.
13Rebab, ein türkisches Saiteninstrument, mit einem fast runden Klangkörper, der mit einem Schallloch versehen ist; seine zwei Saiten werden mit dem Bogen gestrichen.
15Rebec, Rebek, Rebeb, Erbeb, wahrscheinlich dem vorerwähnten Rebab nahe verwandt, ist ebenfalls ein Bogeninstrument und scheint von den Arabern zuerst angewendet worden zu sein. Der Resonanzkörper ist eine Cocosschale, über welche auf der oberen Fläche eine, mit einem kleinen Schallloch versehene Thierhaut gespannt ist. Es ist mit zwei oder auch drei Saiten bespannt, welche in dem oberen Theil des sehr langen Halses mit Wirbeln befestigt sind. Im 9. oder 10. Jahrhundert kam dies Instrument durch die Araber nach Europa und erzeugte hier unsre Streichinstrumente, in erster Reihe die verschiedenen Arten der Viola und die Violine, denen Cello und Contrabass folgten. Im 13. Jahrhundert war übrigens diese Umwandlung schon so weit vorgeschritten, dass die Grundform der Geige schon ziemlich feststeht. Nach den Abbildungen, welche Pariser Handschriften von der Rebec geben, waren Hals und Cocosnuss-schaale gewissermassen eins geworden; die letztere war mehr lang gestreckt, so dass sie ganz folgerichtig in den Hals ausläuft; dabei bestand der Resonanzboden schon aus einer oberen und unteren Decke, welche durch die Zargen auseinander gehalten werden. Dafür aber hat das Instrument die Wirbel zu dieser Zeit aufgegeben, die Saiten werden oben sowie unten befestigt. (S. Violine.)
17Rebeccino, Discantgeige, Violetta picciola, die Violine (s. d.).
19Rebel, François, geboren zu Paris am 19. Juni 1701. Er war der Schüler seines Vaters (s. unten), der ihn mit 13 Jahren in die Kapelle brachte. Hier füllte er seinen Platz vom Jahre 1714 bis 1738 aus. Später wurde er Direktor der königl. Akademie der Musik, und Ludwig XV. ernannte ihn zum Oberintendanten der Hofmusik und zum Generaladministrator der Oper. 1775 trat er in den Ruhestand und starb am 7. Novbr. desselben Jahres. In Gemeinschaft seines Collegen Francoeur componirte er folgende Opern: 1) »Pyrame et Thisbé«, aufgef. 1726; 2) »Tharsis et Zélie« (1728); 3) »Scanderberg« (1735); 4) »Le Ballet de la Paix (1738); 5) »Les Augustales, prologue« (1744); 6) »Zélindor et Ismène« (1745); 7) »Les Genies tutelaires« (1751); 8) »Le Prince de Noisy« (1760). Rebel schrieb ausserdem ein Te Deum und ein De profundis, ausgeführt im Concert spirituel.
21Rebel, Jean Ferey, der Vater des Vorigen, geboren zu Paris in der
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