Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 496

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

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1Söhnen. Alle diese Kinder waren musikalisch begabt, und leisteten in der Folgezeit Tüchtiges; namentlich Henriette, die älteste, auf dem Claviere, Karl Ludwig auf der Violine, und Wilhelm Karl als Orgel- und Clavierspieler. Ferner gehören zu Rust’s zahlreichen Schülern — seine Frau und deren Schwester Luise wurden bereits genannt — in Dessau: der spätere Musikdirektor Reinicke, Concertmeister Gierth, Organist L. Kindscher; in Braunschweig: der Violinist Hartung; in Petersburg: der kaiserl. Kammermusikus Reinicke; in Ballenstädt: Musikdirektor Agthe; in Breslau: Professor und Biograph Siebigke; endlich der Clavierspieler und Componist Keller, der ihm zu seinem Hochzeitstage die oben erwähnte Serenade dargebracht hatte, u. A. m.
3Beiträge zu Rust’s Lebensgeschichte brachten: 1) Meusel in seinem Künstler-Lexikon vom J. 1778; 2) Gerber in seinem älteren Lexikon vom J. 1790; 3) Rust’s Schüler, Professor Siebigke im J. 1801 bei Aug. Schall in Breslau; 4) Gerber in seinem zweiten Lexikon vom J. 1812; ferner Fétis u. A. R. selbst veröffentlichte folgende Compositionen: 1) 6 Claviersonaten (Leipzig) sehr selten; 2) einige italienische Arien in der Wochenschrift »Die Muse« (Leipzig, 1776 und 1777), sehr selten; 3) 24 Veränderungen über ein Lied von J. A. P. Schulz »Blühe liebes Veilchen« (Dessau, in der Buchhandlung der Gelehrten, 1782); 4) Gesänge zu den oben erwähnten Schauspielen »Fingal« und »Inamorulla« (Dessau, 1782), sehr selten; 5) Oden und Lieder, erste Sammlung (Dessau und Leipzig, in der Buchhandlung der Gelehrten, 1784); 6) Allegretto grazioso con Variazioni per il Cembalo (Berlin, 1793, später in Leipzig bei G. Fleischer, 1797); 7) Oden und Lieder, zweite Sammlung (Leipzig bei Grieshammer, 1796). Von diesen Werken erlebten im 19. Jahrhundert die Variationen unter 3) eine zweite oder dritte Auflage bei Kühnel in Leipzig; desgleichen erschienen aus seinen Oden und Liedern aufs Neue: 3 Lieder aus der ersten Sammlung bei Schlesinger in Berlin, 1871 (Sammlung Echo); ferner 2 Lieder aus der zweiten Sammlung in Lindner’s »Geschichte des deutschen Liedes«, Seite 148 und 149, Leipzig bei Breitkopf & Härtel, 1871. Nach seinem Tode erschienen noch: 8) Grande Sonate pour le Pianoforte, G-dur (Leipzig bei Hinrichs & Lehmann); 9) Drei Sonaten für Violin-Solo, D-moll, B-dur und A-dur (Leipzig bei Peters, 1853); 10) Drei geistliche Arien für Sopran (Berlin bei Schlesinger, 1866 und 1867, Sammlung Hosianna).
5Unter den drei Sonaten für Violin-Solo hat neuerdings die erste in D-moll die weiteste Verbreitung gefunden. Sie sind aber alle drei von höchster Bedeutung sowohl als Kunstwerke an sich, wie auch als Beweise von Rust’s enormer Technik auf der Violine, die seiner Zeit um ein halbes Jahrhundert vorausgeilt war. Die Arien unter 10) sind den weiter oben besprochenen Kirchen-Cantaten aus den Jahren 1785, 1791 und 1792 entnommen. Rust’s ungedruckte Werke für Kammer- und Hausmusik sind nach Siebigke, Gerber, sowie nach dem Bestande seines Nachlasses die folgenden: 11) (Nach Siebigke) Vier Dutzend Claviersonaten aus allen Tönen, und (wie Gerber richtig hinzufügt) mit und ohne Begleitung; 12) Mehrere Sonaten à quatre mains und für zwei Claviere, auch eine für drei Claviere (sie sind mit Ausnahme einer vierhändigen Sonate sämtlich verschwunden); 13) (Nach Gerber) Viele Sonaten für Violine, Bratsche, Viola d’amour (und, wie hinzuzufügen ist, für Violoncell, Laute und Harfe); 14) Concerte für Clavier, Violine, Horn u. s. w. (Alles verloren!); 15) Eine grosse Anzahl von Variationen über verschiedene Themata; 16) Einzelne Chöre, Duette, Arien und Lieder); 17) Fugen fürs Clavier und die Violine, nebst freien und gebundenen Phantasien. (Von diesen Arbeiten haben sich nur die unter 9) verzeichneten Fugen für Violine erhalten); 18) (Nach dem Bestande seines Nachlasses) Verschiedene Instrumental-Duos, Trios und Quartette in mannichfaltigster Zusammenstellung.
7Einen ehrenvollen Nachruf widmete ihm das Intelligenzblatt der allgemeinen Literatur-Zeitung in No. 3 vom 11. Jan. 1797. Darin heisst es u. A.: »In der Blüthe seiner Jahre galt er für einen der berühmtesten Virtuosen auf der Geige. Um nichts geringer war seine Fertigkeit auf dem Claviere, und die

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