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Scan 297
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
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1eines Taxators. In dieser Stadt begann Normand auf der Akademie seine musikalischen, und auf dem College seine literarischen Studien, und machte bereits im ersten Jahre derselben so bedeutende Fortschritte, dass er in Cambrai um einen Platz als Chorknabe an der Kathedrale concuriren konnte und denselben auch erhielt. Während er seine klassischen Studien fortsetzte, übte er auch die Musik und gelangte bald dahin, mit Leichtigkeit vom Blatt zu musiciiren. Um das Jahr 1823 kam ein guter Violoncellist und Componist, ein Schüler von Fétis, Saint Armand, nach Cambrai, der dem jungen Normand Unterricht auf dem Cello ertheilte. Das Studium dieses Instruments setzte N. auch auf der Musikschule in Douai fort, die er während dreier Jahre (1827 bis 1829) frequentirte und an welcher er innerhalb dieser Zeit mehrere Preise erwarb. Von da an mussten die musikalischen Uebungen vorläufig in den Hintergrund treten, denn N. vollendete seine philosophischen und rhetorischen Studien, da er entschlossen war, sich dem geistlichen Stande zu widmen. Er bezog 1832 das Seminar von Meaux und wurde später in das Seminar zu Tournai aufgenommen. Nach einem Aufenthalt von drei Jahren daselbst wurde ihm am 19. Decbr. 1835 von dem Bischof der Diöcöse die Priesterwürde ertheilt und er als Vicar nach Senesse im Distrikt Nivelles geschickt. Vier Jahre später trat er als Vorsteher in das College von Enghien. Die unterbrochenen Studien der Musik betrieb er nun wieder mit Vorliebe und die Unterweisung in der Harmonielehre, die er von Victor Lefèbvre erhalten, regten ihn zu den ernstesten Studien in dieser Wissenschaft an. Er bemächtigte sich der Lehrbücher von Catel, Langle, Albrechtsberger, Reiche u. A., und die Frucht dieser Studien war ein Werk: »Manuel des organistes de la campagne (Bruxelles, Detrie-Pomson 1840, in fol. oblong.). Es enthält Anleitungen über Kirchengesang, über Orgelspiel, Begleitung zum Gesange und verschiedene Orgelstücke u. s. w. In demselben Jahre noch veröffentlichte er: »Le bon Ménestrel, choix de romances à l'usage des maison religieuses d'éducation«. Unter: »Th. Huysman« publicirte N. im Novbr. 1837 in der »Revue de Bruxelles«, deren Mitredakteur er war, einen Artikel: »De l'influence de la Belgique sur l'origine et les progrès de la musique moderne« und 1842 finden wir ihn in Paris unter dem angenommenen Namen Théodore Nisard die Stelle eines Kapellmeisters und Organisten an der Kirche Saint Gervais bekleiden. Das nächste seiner literarischen Erzeugnisse ist eine Schrift: »Du plain-chant parisien. Examen critique des moyens les plus propres d'améliorer et de populariser ce chant« (adressé a monseigneur l'Archevêque de Paris in 8° de 32 p.). Hierauf verband er sich mit dem Buchhändler Alexandre Le Clerq zu einer neuen Ausgabe des Werkes des P. Jumilhac über den Kirchengesang, welches unter folgendem Titel veröffentlicht wurde: »La science et la pratique du plain-chant, où tout ce qui appartient à la pratique est établi par les principes de la science et confirmé par le témoignage des anciens philosophes, des Père de l'Église, et des plus illustres musiciens; entr'autres de Guy Aretin, et de Jean des Murs, par Dom Jumilhac, bénédictin de la congrégation de Saint Maux« (1 vol. grand in 4° nouvelle édition par Théodore Nisard et Alexandre Le Clerq; Paris, 1847). Diese Ausgabe ist nach Angabe der Herausgeber genau nach der von Louis Bilaine 1672 angefertigt; sie ist aber mit zahlreichen Anmerkungen versehen, von welchen Nisard eine der ausführlichsten in einem Separat-Abdruck unter dem Titel: »De la notation proportionelle du moyen âge« (Paris, chez l'auteur 1847 in 12 de 23 p.) veröffentlichte. Eine Anzahl Aufsätze, welche um diese Zeit in verschiedenen Zeitschriften erschienen, wurden vereinigt unter dem Titel: »Etudes sur les anciennes notations musicales de l'Europe« herausgegeben. Unter Mitarbeiterschaft von M. Joseph d'Ortigue verfasste er ferner das: »Dictionnaire liturgique, historique et pratique du plain-chant et de musique d'Église au moyen âge et dans les temps modernes« (Paris, 1854, vol. gross Format in 8° 546 Spalten). Diesem Werke folgte 1856: »Etudes sur la restauration du chant gregorien au dix neuvième siècle« (Rennes, Vatar, 1856, in 8° de 514 p.). Nachdem der fleissige
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