Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

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Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

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1und in Bezug auf Kehlfertigkeit vermochten nur die eminentesten Violin- und Flötenvirtuosen mit ihr zu rivalisiren. Im J. 1771 lernte sie in Leipzig die Kurfürstin Maria Antonia von Sachsen kennen, und diese berief sie im Herbst desselben Jahres nach Dresden, um dort in der Oper »Semiramide« von Hasse aufzutreten. Nach Hiller's Gutachten konnte sie damals weder ordentlich stehen noch gehen, da sie ihre eigene Person bisher, allen eindringlichen Zuredens ungeachtet, in einer beispiellosen Weise vernachlässigt hatte. Die Kurfürstin, welche alsbald sah, woran es fehlte, liess ihr, so gut es in der Kürze der Zeit ging, nachhelfen; die M. trat endlich auf, gefiel als Sängerin ausserordentlich und kehrte reich belohnt nach Leipzig zurück. Ihr Ruf verbreitete sich seitdem immer weiter, und selbst Friedrich II. liess sie, trotz seiner Abneigung gegen deutsche Künstler, nach Potsdam kommen. Nachdem er sie in einem Kammerconcerte gehört hatte, wurde sie auf Lebenszeit mit einem Gehalte von 3000 Thalern 1771 bei der königl. italienischen grossen Oper als erste Sängerin angestellt und wirkte mit Auszeichnung neben den berühmten Castraten Concialini und Porporini. Ihre Verdriesslichkeiten in Berlin begannen jedoch, als sie sich 1773 trotz aller Abmahnungen hinreissen liess, nur ihrem Herzen folgend, den Violoncellisten Mara (s. weiter oben) zu heirathen. Auch ihr Vater war nach Berlin gekommen, und sie musste eine königl. Ausweisungsordre erwirken, um vor den Erpressungen desselben sicher zu sein. Ihr Mann vor Allem aber brauchte zu seinem wüsten Leben viel Geld, und sie, die blind in ihn verliebt war, hoffte, anderwärts ein vortheilhafteres Engagement zu erlangen. Ein solches winkte ihr 1775 in London, allein der König Friedrich II. wollte sie selbst auf Urlaub hin so weit nicht ziehen lassen und wusste einen darauf unternommenen Fluchtversuch des Ehepaares zu vereiteln. Dagegen durfte sie unangefochten im folgenden Jahre in Leipzig, Kassel, Frankfurt, Spaa und 1778 auch in Strassburg singen, und dadurch wieder sicher gemacht, wagte die M. 1780 einen zweiten Fluchtversuch, welcher gelang. Sie ging mit ihrem Mann über Leipzig und Dresden nach Wien, wo sie die Kaiserin Maria Theresia gnädig aufnahm, sie bis 1782 zu fesseln wusste und ihr Empfehlungen an ihre Tochter, die Königin Maria Antoinette von Frankreich mitgab. In Paris, wo die Todi gerade glänzte, bildeten sich sofort zwei Partheien, die Todisten und Maraisten.
3Nach abermals zwei Jahren begab sich die M. endlich nach London, wo sie vom Hofe und vom Publikum mit Auszeichnungen überschüttet wurde. Unvergesslich ist sie in England besonders durch ihren herrlichen Vortrag der Arie aus dem »Messias«: »Ich weiss, dass mein Erlöser lebt«, bei Gelegenheit der Gedächtnissfeste für Händel, geblieben. Nachdem sie wahrhaft vergöttert im Winter 1785 und 1786 an der italienischen Oper in London und hierauf in den englischen Provinzen gesungen hatte, trat sie in den Jahren 1788 und 1789 in Italien, vor Allem in Turin und Venedig auf und empfing die Ehren einer Königin. Im J. 1790 liess sie sich wieder in London, dann abermals in Venedig bewundern, blieb aber dann, trotz glänzender Anerbietungen von Neuem nach Berlin (durch Friedrich Wilhelm II.), ein Jahrzehnt von 1792 an in England. Dort liess sie sich 1799 von ihrem Gatten, der ihre enormen Einnahmen fort und fort verschwendete, endlich trennen, nur aber, um einem jungen italienischen Flötisten Florio in die Hände zu fallen, der sie als Reisebegleiter und Liebhaber nicht minder unverschämt ausbeutete. Im J. 1802 verliess sie England, um über Paris nach Deutschland zurückzukehren; ihr Abschiedsconcert soll ihr 7000 Thaler eingetragen haben. In Paris, Frankfurt und Weimar liess sie sich hören. In Leipzig sah sie 1803 ihren alten Lehrer Hiller wieder, eine rührende Scene, welche Rochlitz lebendig beschreibt, und reiste dann nach Berlin, wo sie in Graun's »Tod Jesu« durch die Arie »Singt dem göttlichen Propheten« ein beispielloses Entzücken hervorrief, diesen Eindruck aber wieder verwischte, als sie in einem von der königl. Kapelle zum Besten des Wittwen- und Waisenfonds veranstalteten Concerte

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