Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

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Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

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1in gesteigertem Grade, und schon 1774 erging vom königl. Kammergericht zu Berlin eine Aufforderung an alle Gläubiger des ehemals im Dienste des Prinzen Heinrich von Preussen als Kammermusicus gestandenen Joh. Baptist Mara. Im J. 1780 entfloh er mit seiner Gattin aus Berlin, ging mit ihr über Wien und Paris nach London, wo sich beide Gatten 1799 für immer von einander trennten. M. kehrte über Holland nach Deutschland zurück und trat 1800 auch in Berlin in einem Concerte auf. Gerber, der ihn 1801 in Sondershausen hörte, spricht mit Bewunderung von seinen Fähigkeiten und findet nur, dass er in der Wahl seiner Stücke um 40 Jahre zurück gewesen sei. Uebrigens zeigte er sich ihm als ein solider, kenntnissreicher und vollkommen gebildeter Mann. In der Folge wandte sich M. nach Holland, wo sein Hang zum Trunk so überhand nahm, dass er alles Ehrgefühl verlor und Tag und Nacht in Matrosenherbergen und anderen elenden Kneipen zum Tanze spielte, bis ihn endlich der Tod im Sommer 1808 zu Schiedam bei Rotterdam von einem wahrhaft verkommenen und elenden Leben erlöste. — Von M.'s Compositionen ist nichts im Druck erschienen. Der Manuscriptenkatalog von Breitkopf und Härtel (1826) zeigte von solchen jedoch an: zwei Concerte und zwölf Solos für Violoncello, ein Duo für Violoncello und Violine und eine Sonate für Violoncello und Bass. Jedenfalls war er als Componist ohne jede Bedeutung.
3Mara, Gertrud Elisabeth, geborene Schmeling oder Schmehling, die Gattin des Vorigen, eine der berühmtesten und ausgezeichnetsten Sängerinnen, die jemals gelebt haben, wurde am 23. Febr. 1749 zu Kassel geboren. Ihre Kindheit war höchst beschränkt und kümmerlich, da der Vater, ein armer Musiker, den Tag über auf Broderwerb ausgehen musste, und die Tochter, auf einem Kinderstuhl sitzend, sich fast immer selbst überlassen war. Als sie vier Jahre alt war, überraschte sie der Vater dabei, wie sie auf einer in ihrer Nähe liegen gebliebenen Geige alle Töne der Tonleiter rein intonirte. Dies bewog ihn, ihr förmlich Unterricht zu ertheilen, und nach kurzer Zeit schon spielte sie mit ihm kleine Duette. Nun trug der Vater das Kind, das wegen seiner Gebrechlichkeit nicht gehen konnte, in die Häuser der Musikfreunde, wo man ihr ausserordentliches Talent bewunderte und ihr reiche Geschenke gab. Eine Collekte in Frankfurt a. M. wurde zu dem Zweck unternommen, ihr in dieser Stadt einen besseren Unterricht zu verschaffen, und schon nach zwei Jahren, in denen sich auch ihre Gesundheit gebessert hatte, konnte der Vater eine Kunstreise nach Wien mit ihr antreten. Dort, wie nicht minder in London, wohin ihr der englische Gesandte Empfehlungen mitgegeben hatte, so dass sie auch im Hofconcert spielen durfte, erregte ihr Talent zwar allgemeines Aufsehen, es fehlte aber auch nicht an Kunstkennern, welche das Kind mit seiner gewaltsamen Behandlung der Violine auf dem Irrwege sahen. Ein solcher Kenner entdeckte ihre herrliche Singstimme und studirte ihr einige Gesänge ein, welche sie mit einem überraschend schönen Ausdruck vortrug. Sie erhielt nun, von allen Seiten her unterstützt, Singstunden bei Paradisi, die sie mit ausgezeichnetem Erfolge benutzte. Nachdem sie unter Leitung dieses vorzüglichen Gesanglehrers sich in ihrem 14. Jahre öffentlich und bei Hofe mit grösstem Beifall hatte hören lassen, kehrten Vater und Tochter nach Kassel zurück.
5Von 1766 bis 1771 lebte sie hierauf in Leipzig bei Hiller im Hause, der ihr Unterricht im Gesang, in der Harmonielehre und im Clavierspiel ertheilte, nachdem er sie dem nachtheiligen Einflusse ihres ganz ungebildeten Vaters unter für diesen vortheilhaften Bedingungen entzogen und ihr die Stelle einer Concertsängerin im grossen Concert mit 600 Thalern Gehalt übertragen hatte. Ihre Fortschritte nach jeder Seite musikalischen Wissens und Könnens hin waren reissend, und ihre Stimme hatte um 1771 den Umfang vom kleinen f bis zum dreigestrichenen e, war dabei ohne alle Schärfe und so kraftvoll, dass sie die stärkste Chor- und Orchesterbegleitung übertönte. Alle Abstufungen dieser Stärke bis zum kaum hörbaren Piano hinab gelangen ihr wunderbar,

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