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Scan 53
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
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1Buchdruckerei eine Zeit lang fortgeführt, dann aber verkauft hatte. Unter seinen Schriften über römische Alterthümer befindet sich auch eine Abhandlung, betitelt: »Epistola de tibiis veterum«, welche sich in Grävius' und Salengre's »Thesaurus« ebenfalls vorfindet.
3Manza, Carlo, italienischer Operncomponist, geboren in der letzten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu Brescia, brachte zwei uns dem Namen nach noch bekannt gebliebene Opern zur Aufführung, nämlich »Paride in Ida« (1706) und »Alessandro in Susa« (1708).
5Manzia, Luigi di, Componist italienischen Ursprungs, obwohl um 1650 in Düsseldorf geboren und am kurpfälzischen Hofe als Componist und praktischer Musiker angestellt. Einige Stücke seiner Composition besass der Stadtrichter Herzog zu Merseburg.
7Manzuoli, Giovanni, ausgezeichneter Sänger (Castrat) der alten italienischen Schule, geboren um 1720 zu Florenz, begab sich, in Italien schon gefeiert, 1745 nach London, wo er gleichfalls Aufsehen erregte. Im J. 1753 berief ihn Farinelli nach Spanien, um im italienischen Theater zu Madrid für ein enormes Honorar zu singen. Noch 1765 war er in Wien engagirt, zog sich aber um 1768 nach Florenz zurück, führte den Titel eines Hofsängers des Grossherzogs von Toscana und genoss in Behaglichkeit sein bedeutendes Vermögen. Noch 1770, wo ihn Burney hörte, sang er hin und wieder in den Kirchen und soll nur wenig von seinem seltenen Geschmack und Ausdruck des Vortrags verloren haben. Gestorben ist er in einem der 80er Jahre des 18. Jahrhunderts zu Florenz.
9Mara, Cajetan, vortrefflicher Musiker und Musikpädagoge geistlichen Standes, geboren am 4. Septbr. 1719 zu Deutschbrod in Böhmen, trat nach vollendeten philosophischen Cursen 1739 in den Augustinerorden und erhielt nach der üblichen Studienzeit die Priesterweihen. Seiner stets geübten musikalischen Fertigkeiten und Kenntnisse, besonders seines vorzüglichen Orgelspiels wegen ward er zum Musikdirektor an der Ordenskirche seiner Vaterstadt ernannt und nach dreizehnjähriger rühmlicher Verwaltung dieses Amtes in gleicher Eigenschaft an St. Wenzel in der Neustadt zu Prag berufen. Hier schrieb er allein an 300 Messen älterer Meister eigenhändig ab, um sie seinen Sängern einzustudiren, componirte selbst fleissig für Kirche und Kammer, unterrichtete im Generalbasse und zog viele tüchtige Schüler heran. Nach abermals 19 Jahren jedoch wurde das Augustinerkloster in Prag aufgehoben, und M. kehrte, als Orgelspieler und Lehrer weiter wirkend, nach seiner Vaterstadt Deutschbrod zurück. Im J. 1788 traf ihn ein Schlagfluss, der ihn an allen Gliedern lähmte, seinen Tod aber erst nach einigen Jahren herbeiführte.
11Mara, Ignaz, Bruder des Vorigen, geboren um 1721 zu Deutschbrod, erhielt daselbst auch seine tüchtige musikalische Ausbildung und erwuchs namentlich zu einem vortrefflichen Violoncellisten, der sich durch schönen Ton und Vortrag auszeichnete. In jungen Jahren ging er nach Berlin, verheirathete sich daselbst und wurde 1742 als Mitglied der königl. Kapelle angestellt, welchen Posten er bis 1783 einnahm. In dem letztgenannten Jahre soll er zugleich gestorben sein. Für sein Instrument hat er geschmackvolle Concerte, Duos und Solos geschrieben, die jedoch Manuscript geblieben sind. — Sein Sohn und Schüler, Johann Baptist M., geboren am 20. Juli 1744 zu Berlin, zeichnete sich schon früh auf seinem Instrumente, gleichfalls dem Violoncello, durch Fertigkeit und seelenvollen Vortrag aus, so dass ihn der Prinz Heinrich von Preussen in seine Kapelle zog. Liederlich jedoch und ausschweifend, wie er war, brachte er sich bei Hofe in Misscredit und musste, als er einst sogar die Ehrfurcht gegen seinen Prinzen gröblich verletzte, von diesem entlassen werden. Als schöner, gewandter Mann erwarb er sich gleichwohl die Liebe der berühmten Sängerin Elisabeth Gertrud Schmeling (s. den folgenden Artikel), mit der er sich noch 1773 nach Ueberwindung vieler Hindernisse verheirathete. Er fröhnte nun jedoch seiner Verschwendungssucht
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