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Scan 47
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
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1und »Temistocle«. Dann aber entsagte er der Bühnencomposition, besonders da er 1756 Nachfolger des verstorbenen Durante als Compositionslehrer am Conservatorio di Loreto geworden, welchen Platz er nur unter heftigen Anfeindungen gewann und behauptete. Er schrieb nun lediglich Compositionen für die Kirche, darunter sein Oratorium »Il trionfo de Maria vergine, assunta in cielo«, welches für eines seiner besten Werke gilt. Gestorben ist M. 1788 zu Neapel. — Sein Neffe und Schüler, Gaetano M., geboren 1745 zu Neapel, hatte bei ihm gründlich Gesang und Composition studirt. Derselbe war an mehreren Kirchen seiner Vaterstadt als Kapellmeister angestellt und schrieb für dieselben u. A. 11 Messen, 9 Dixit, ein Credo, drei Benedictus u. s. w., was Alles im Manuscript noch aufbewahrt wird.
3Manni, Domenico Maria, italienischer Gelehrter und Alterthumsforscher, geboren am 8. April 1690 zu Florenz, gestorben ebendaselbst am 30. Novbr. 1788. Unter seinen Werken befinden sich zwei auf Musik bezügliche: »Della disciplina del canto ecclesiastico antico ragionamento« und »De Florentinis inventis commentarius«, worin u. A. Nachrichten enthalten sind von dem Antheile, welchen Florenz an der Erfindung der Oper hat.
5Mannigfaltigkeit bezeichnet eine Verschiedenheit in einer mehr oder weniger ähnlichen Mehrheit. Als ästhetische Eigenschaft eines Kunstwerks besteht sie in der geschmackvollen Abwechselung und Verschiedenartigkeit der einzelnen Theile einer metrisch und harmonisch schön gegliederten Form, die so weit geht, dass selbst die Nebengedanken eine Abwechselung hervorbringen, aber immer mit den Hauptgedanken (des Tonstücks) in Rapport bleiben. Gleichwohl darf das Streben nach M. der Einheit des Ganzen keinen Eintrag thun, sondern muss eng damit verbunden sein.
7Manns, Ferdinand, begabter deutscher Instrumentalcomponist, geboren am 27. Aug. 1844 zu Witzenhausen an der Werra, trieb schon zeitig Violin- und auch Clavierspiel und nahm eingehende theoretische Musikstudien bei Otto Kraushaar in Kassel auf. Seit 1866 wirkt M. als Mitglied des Theaterorchesters und als Musiklehrer in Bremen. Von seinen Compositionen erschienen kleinere Orchestersachen, Quintette, Quartette und Trios für Streichinstrumente, Concertstücke und Sonaten, sowohl für Violine, als auch für Violoncello mit Pianofortebegleitung, Alles sehr gewandt und praktisch geschrieben. Im Manuscript bewahrt er viele Zwischenakte für Schau- und Trauerspiele, welche meist für den Theaterdienst am Stadttheater zu Bremen componirt worden sind, und andere grosse Orchesterwerke.
9Mannsfeldt, Edgar, pseudonym für Pierson (s. d.).
11Mannstädt, Wilhelm, beliebter deutscher Bühnenschriftsteller und Componist, geboren am 20. Mai 1837 in Bielefeld, zeigte schon in frühester Jugend grosse Begabung für Musik und wirkte vom sechsten Jahre in Orchestern, erst an den Schlaginstrumenten, dann an der Violine, mit. Er besuchte nachgehends die Gewerbeschule in Hagen und wurde Kaufmann und Fabrikant. Endlich aber vermochte er seinem Kunststreben nicht länger zu widerstehen und ging ohne irgend welche Mittel in die Welt hinaus und zum Theater, abwechselnd als Schauspieler, Kapellmeister und Regisseur fungirend. In jeder Beziehung Autodidact, liess er sich 1865 in Berlin nieder, um endlich gründlichere theoretische Kenntnisse zu sammeln. Nun studirte er namentlich das Wesen der Gesangskunst und dann Oelmalerei. Längere Jahre war er an Berliner Theatern Kapellmeister und Dramaturg, und dirigirte verschiedene Gesangvereine. Er redigirte ausserdem gewerbliche Zeitschriften und gab dann 1874 ein eigenes periodisches Werk »Der Kunstfreund« heraus, das einzige seiner Art, das alle Gebiete der Kunst zu umfassen suchte. M. lebt auch jetzt noch in Berlin als im Bühnenfach beliebter Schriftsteller und Componist. Er hat bereits über 50 Lustspiele, Possen und komische Opern auf das Theater gebracht, auch Lieder u. dergl. herausgegeben. Grössere Arbeiten von ihm: »Ueber Gesang«, »Ueber die heutigen Theaterverhältnisse«, ferner Opern,
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