Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 226

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878

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1für Lithographie. Dabei verarmte er wieder, so dass er sich an den König um Hilfe wenden musste, die dieser ihm auch gewährte; er stellte ihn an die Spitze einer königl. lithographischen Anstalt und gab ihm auch andere Beweise seines Wohlwollens. Hier starb S. 1834 an den Folgen einer Ueberanstrengung seiner Kräfte. Interessant ist, dass auch Carl Maria von Weber in seiner frühen Jugend sich mit dieser Erfindung beschäftigte. Er sagt in seiner Selbstbiographie (Hinterlassene Schriften I p. VII); »Der rege, jugendliche Geist, der alles Neue und Aufsehn Erregende mit Hast sich anzueignen suchte, erregte auch in mir die Idee, dem damals von Senefelder neu erfundenen Steindrucke den Rang abzulaufen. Ich glaubte endlich die Erfindung auch gemacht zu haben, und zwar mit einer zweckmässigen Maschine versehen. Der Wille, diese Sache ins Grosse zu treiben, bewog uns, nach Freyberg zu ziehen, wo alles Material am bequemsten zur Hand schien. Die Weitläufigkeit und das Mechanische, Geisttödtende des Geschäfts liessen mich aber bald die Sache aufgeben und mit verdoppelter Lust die Composition fortsetzen.« Eines der ersten Werke, das aus der Senefelder’schen Officin hervorging, ist auch C. M. v. Weber’s op. 2: »Sechs Variationen für’s Clavier oder Pianoforte über ein Originalthema«, das der jugendliche Componist wahrscheinlich auch auf Stein gezeichnet hat. Am 6. Novbr. 1877 wurde in München sein Denkmal enthüllt.
3Sennert, Andreas, Professor der morgenländischen Sprachen zu Wittenberg, geboren daselbst 1606 und gestorben am 22. Decbr. 1689. Zu den zahlreichen Schriften des Gelehrten gehören auch zwei Abhandlungen, in denen Einiges über Musik und über den Accent der Musik bei den Hebräern enthalten ist. Es sind: »Dissertatio de Musica quondam Hebraeorum«. (Im fünften Bande der Thesen, gehalten an der Universität Wittenberg während des 17. Jahrhunderts.) »Dissertatio de accentis Hebraeorum« (Wittenberg, 1670, in 4°).
5Senza (ital.) = ohne, kommt in Zusammensetzungen vor als senza fiori = ohne Verzierungen; senza organo = ohne Orgel, ist namentlich beim Generalbassspiel in Anwendung und zeigt an, dass die Orgel schweigt, während die andern Instrumente allein begleiten; senza replica = ohne Wiederholung; senza sordini = ohne Dämpfer; senza tempo = ohne Zeitmaass; senza Violini = ohne Violinen.
7Séprès, Pierre Ypres la Ramée de, zu Valenciennes gegen 1797 geboren, wurde Schüler Jacotot’s für dessen Unterrichtsmethode und gründete zu Antwerpen 1822 ein Lyceum eigens für die Verbreitung dieser Methode. Er veröffentlichte eine grosse Zahl von Werken bezüglich der Künste und Wissenschaften; zu diesen gehört auch: »Instruction normale pour l’étude de la musique, d’après l’enseignement universelle destinée aux personnes qui veulent apprendre seules, et particulièrement aux mères de famille« (Paris, in 8°, de vingt quatre pages).
9Septachord, s. Heptachord.
10Septaccord, s. Septimenaccord.
11Septett, Septetto, ein Tonstück für sieben selbständig geführte Stimmen. Für Singstimmen geschrieben bezeichnet es nicht auch eine bestimmte Form, es wird wie das Vocal-Quintett oder Sextett meist in grössern, in dramatischen Werken, Oratorium und Oper angewendet und hilft, wie jene, den wirksamsten Scenenschluss bilden. Für Instrumente geschrieben, bezeichnet es zugleich eine bestimmte Form, wie Quartett, Quintett oder Sextett u. s. w. und heisst dann in der Regel
13Septuor. Es hält wie diese die Sonatenform fest und wird für Instrumente von verschiedener Zusammensetzung angewendet. Selbstverständlich können diese gleichartig sein oder verschiedenen Gattungen angehören. So ergeben 3 Violinen, 2 Bratschen und 2 Celli (oder Cello und Contrabass) einen ganz geeigneten Instrumentenverein, weniger 1 Flöte, 2 Oboen, 2 Clarinetten und 2 Fagotte, weil die zweiten Instrumente nicht so selbständig auftreten können, wie es diese Form erfordert. Daher würde es zweckmässiger sein, hier Hörner mit hineinzuziehen und Oboe und Clarinette in nur je einer Stimme einzuführen.

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