Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 227

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878

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1Noch entsprechender ist die Zusammensetzung, wenn auch die Streichinstrumente mit hinzugezogen werden, wie von Beethoven in seinem Septuor op. 20 für Violine, Bratsche, Cello, Contrabass, Clarinette, Fagott und Horn. Tritt das Pianoforte mit hinzu, so gilt dies auch nur für eine Stimme, es werden demnach noch sechs andere Instrumente erforderlich, die wieder sehr verschiedener Art sein können. So verwendet Hummel bei dem Septett op. 74 in D-moll neben dem Pianoforte eine Flöte, eine Hoboe, ein Horn, eine Bratsche, ein Cello und einen Contrabass. Die Form ist, wie erwähnt, die Sonatenform. Beethoven’s Septuor besteht aus einem, durch eine Einleitung vorbereiteten Allegro (con brio), dem als zweiter Satz dann das Adagio folgt; der dritte Satz ist im Tempo di Menuetto gehalten; dann folgt Thema mit Variationen, und das Scherzo leitet dann direkt in den Schluss- satz: Presto hinüber. Die Form des Septetts hat weniger reiche Pflege gefunden, als die des Quartetts oder Quintetts, wohl nur aus dem rein praktischen Grunde, weil es mit grösseren Schwierigkeiten verknüpft ist, den zur Ausführung nötigen Verein von Instrumentalisten zusammen zu bringen.
3Septime, ital.: Settima, franz.: Septième, ein, sieben Stufen umfassendes dissonirendes Intervall, das in drei Gattungen, als grosse, kleine und verminderte Septime, in Anwendung kommt. Die grosse Septime enthält fünf Ganztöne und einen grossen Halbton, im Verhältniss 15 : 8 (c—h). Die kleine Septime besteht aus vier Ganz- und zwei Halbtönen = g—f, e—d im Verhältniss von 9 : 5. Die verminderte Septime besteht aus drei Ganz- und drei Halbtönen = gis—f im Verhältniss 128 : 75. Als Dissonanz erfordert die Septime die Vorbereitung und Auflösung. Als durchgehende Note unterliegt sie den allgemeinen Bestimmungen über die, in dieser Weise eingeführten Dissonanzen; sie bewegt sich stufenweis von einer Consonanz in gleicher Richtung nach einer Consonanz:
5In anderer Weise erfolgt natürlich Auflösung und Vorbereitung, wenn die Septime nicht nur als Durchgang, sondern selbständig auf dem Haupttakttheil eintreten soll. Sie muss dann als Consonanz in derselben Stimme im vorhergehenden Accord gelegen haben:
7Wie hier angegeben, löst sie sich regelrecht in die 6 auf, als Umkehrung der Secunde, die sich in die 3 auflöst:
9Als melodisches Intervall bedarf sie besonderer Vorsicht bei der Einführung. Die grosse Septime ist leicht zu treffen und deshalb selbst in unmittelbaren Folgen zulässig:
11wenn auch die Häufung solcher weiter Schritte selbst bei der sorgfältigsten Ausführung im Gesange nie ganz den Charakter einer gewissen Gewaltsamkeit verliert. Doch sind derartige Einführungen deshalb unkedenklich, weil sie im Grunde auf die einfachste melodische Wendung zurückzuführen sind:

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