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Scan 312
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878
29 lines. Read by computer on 16 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 306. See the scan on archive.org.
1scheinlich weil die vierhändige Behandlung beide Spieler in ihrer individuellen Entfaltung zu sehr beeinträchtigt. Ausser den vierhändigen Sonaten von Clementi, Mozart und Weber und einer von Beethoven, dürften nur noch wenig zu verzeichnen sein. Die grösste und liebevollste Pflege hat dagegen bei unsren besten Meistern die Sonate für Clavier mit Begleitung eines andern Instruments, wie Violine, Violoncello, Horn, Clarinette u. dergl. gefunden. Der Inhalt erweitert sich mit den neuen Mitteln, welche das neue Instrument bringt. Da es zugleich aber auch als ein selbständiges Instrument hinzutritt, so ist ein mehr und vorwiegend polyphoner Stil geboten. Der Gesammtinhalt ist ein bedeutender geworden; der echte Meister zieht kein neues Instrument hinzu, wenn er es nicht seinem eigensten Vermögen nach beschäftigen und verwenden kann. Dasselbe gilt vom Trio, der Sonate für drei Instrumente: Clavier, Violine und Cello, oder Violine, Viola und Cello etc., vom Quartett, Quintett, Sextett, Septett, Octett, Nonett (s. d. Formen). Endlich ist ja auch unsere Sinfonie (s. Symphonie) nur eine Sonate für Orchester. one of two readings
2scheinlich weil die vierhändige Behandlung beide Spieler in ihrer individuellen Entfaltung zu sehr beeinträchtigt. Ausser den vierhändigen Sonaten von Clementi, Mozart und Weber und einer von Beethoven, dürften nur noch wenig zu verzeichnen sein. Die grösste und liebevollste Pflege hat dagegen bei unsern besten Meistern die Sonate für Clavier mit Begleitung eines andern Instruments, wie Violine, Violoncello, Horn, Clarinette u. dergl. gefunden. Der Inhalt erweitert sich mit den neuen Mitteln, welche das neue Instrument bringt. Da es zugleich aber auch als ein selbständiges Instrument hinzutritt, so ist ein mehr und vorwiegend polyphoner Stil geboten. Der Gesammtinhalt ist ein bedeutender geworden; der echte Meister zieht kein neues Instrument hinzu, wenn er es nicht seinem eigensten Vermögen nach beschäftigen und verwenden kann. Dasselbe gilt vom Trio, der Sonate für drei Instrumente: Clavier, Violine und Cello, oder Violine, Viola und Cello etc., vom Quartett, Quintett, Sextett, Septett, Octett, Nonett (s. d. Formen). Endlich ist ja auch unsere Sinfonie (s. Symphonie) nur eine Sonate für Orchester. one of two readings
4Sonata da camera, Kammersonate (s. Sonate und Suite).
5Sonata da Chiesa (ital.), Kirchensonate (s. Sonate).
6Sonatina, Sonatine, eine kleine Sonate, welche diese gewissermaassen in ihren Grundzügen darstellt. Dem ersten (Allegro-)Satz fehlt der Mittel-, der Durchführungssatz und Andante und Rondo, wenn sie diesem folgen, werden auch nur in ihren Hauptsätzen eingeführt, ohne weitere Verarbeitung und ausführtere Zwischensätze. Muster der Gattung sind die von Clementi op. 36.
8Sonator, ital. Sonatore, hiess im 16. Jahrhundert jeder Instrumentalist, zum Unterschied vom Sänger.
9Sonettes (Sonettes) nannte man in Frankreich die im Mittelalter zum Musikmachen gebrauchten Handglöckchen.
10Sonevole (ital.), klingend, schellend.
11Soni, suoni, sons = Töne.
12Soni acuti, hauts, aigus = hohe Töne.
13Soni alterati = chromatisch veränderte Töne.
14Soni antiphoni = die Octav und mehrfache Octav.
15Soni consoni = die Consonanzen.
16Soni diaphoni = die Dissonanzen.
17Soni distincti = die, nach Höhe und Tiefe von einander verschiedenen Töne.
18Soni enarmonici = die enharmonischen Intervalle.
19Soni homophoni, aequisoni = die gleichlautenden Töne, Einklänge.
20Soni mobiles = bewegliche Töne, waren die mittleren Töne der Tetrachorde, die in den verschiedenen Klanggeschlechtern abgeändert werden konnten.
21Soni naturales = die natürlichen, nicht chromatisch veränderten Töne.
22Soni stantes = die unbeweglichen beiden äussersten Töne des Tetrachords (s. d.).
24Sonne, Janus Michael, gelehrter Däne, ist Verfasser einer kleinen Schrift: »Dissertatio de musica Iudaeorum in sacris stante templo adhibita« (Hafniae, 1724, in 4°, 16 Seiten).
26Sonnenfels, Joseph, Ritter von, Regierungsrath in Oesterreich, Sekretär der Maler-Akademie zu Wien, geboren 1733 zu Nickelsburg in Mähren, starb in Wien am 26. April 1817. Nebst vielem andern schrieb er auch: »Briefe über die Wienerische Schaubühne« (Wien, 1768, vier Bände in 8°). Es ist darin ein Aufsatz über Gluck’s zu Wien aufgeführte Oper »Alceste« enthalten. Hiller hat diesen auch in seine »Wöchentliche Nachrichten« aufgenommen.
28Sonnenkalb, Johann Friedrich Wilhelm, geboren zu Hannover 1729, war Organist in Herzberg, später Cantor und Musikdirektor zu Dahme, wo er im Januar 1821 starb. Das Schriftchen: »Kurze Entscheidung der Frage:
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