Books › Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878 › scan 299
Scan 299
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878
12 lines. Read by computer on 10 September 2026. Printed page 293. See the scan on archive.org.
1geführt worden und man hat die Musik in chinesisch, singalesisch, arabisch, spanisch, malagasisch u. s. w. gedruckt. Die Beförderer der Methode haben bis jetzt noch nicht die Anwendung derselben für Instrumentalmusik betrieben, aber eine wachsende Anzahl von Orgel-, Harmonium- und Clavierspielern ziehen die Tonic-Sol-fa-Notierung vor; auch ist dieselbe erfolgreich für Streich- und Blasinstrumente angewandt worden sowohl von einzelnen Spielern als auch von Kapellen. Tonic-Sol-fa-Schüler lernen die alte Notierung mit Leichtigkeit und setzen immer ihren Ehrgeiz darein, derselben Meister zu werden. Anstatt daher der etablierten Notierung entgegen zu arbeiten, macht die Tonic-Sol-fa-Methode die Masse mit ersterer bekannt und ist geeignet, mit derselben Hand in Hand zu wirken. Eine genauere Beschreibung der Tonic-Sol-fa-Methode ist zu finden in Curwen's »Standard Course of Lessons« und »How to Observe Harmony«, zu beziehen von dem Herausgeber und Verleger No. 8 Warwick Lane, London E. C. Eine ganze Reihe von grossen Werken, wie: Mendelssohn's »Paulus«, Händel's »Messias«, »Israel in Aegypten«, »Judas Maccabäus«, das »Dettinger Te deum«, Haydn's »Schöpfung« u. s. w. sind in dieser Notenschrift der Solfeggisten veröffentlicht.
3Soli, die Mehrheit von Solo (s. d.).
4Solicinien = Solostellen, Solosätze.
5Solié, Jean Pierre, eigentlich Soulier, geboren zu Nimes 1755, als der Sohn eines Violoncellisten am dortigen Theater. Von Kindheit an von demselben zur Musik angehalten, begann S. seine Musiker-Laufbahn als Chorknabe, da er eine schöne Sopranstimme besass, die sich später in einen ebenso solchen Tenor verwandelte. Seitdem lebte er als Gesanglehrer und Violoncellist am Theater in verschiedenen Städten Südfrankreichs. Als er sich in einer solchen Stellung zu Avignon befand, ereignete es sich, dass er in der Aufführung der damals neuen Oper Gretry's »La Rosière de Salenci« für den erkrankten Solisten eintrat, und als Tenorist Erfolg genug erzielte, um sofort als solcher engagirt zu werden. Er blieb nun Opernsänger, doch während seiner Thätigkeit als solcher hatte sich sein Organ unmerklich zu einem wohlklingenden Bariton umgewandelt, so dass mehrere Componisten ausdrücklich für seine Stimme Partien schrieben. Die Rollen Alibour in »Euphrosine«, der Arzt in »Stratonice«, Albert in »Une folie«, Jakob in »Joseph« gehören zu diesen. Im Jahre 1790 wagte S. abermals einen neuen Versuch und zwar als Componist mit einigen eingelegten Arien. Der Erfolg, den er mit diesen erreichte, bestimmte ihn, weiter zu gehen. 1792 debutirte er mit einer kleinen Oper naiven Genres, der 24 meist ein- oder zweiaktige Opern folgten, die fast alle mit leichter, etwas trivialer Musik versehen, dem Geschmack der Menge zugesagten. Gedruckt sind in Paris: »Jokey«, »Le secret« (eine der besten), »Le chapitre second«, »Le Diable à quatre«, »Mademoiselle de Guise«. Solié starb am 6. August 1812.
7Solié, Emile, zweiter Sohn des Vorigen, geboren zu Paris am 9. April 1801, liess sich in Ancenis nieder. Es erschienen einige kleine Schriften von ihm, nämlich: »Histoire du théâtre de l'Opéra-Comique« (Paris, 1847, in 12°, 32 Seiten). »Notice sur l'Opéra national« (Paris, 1847, in 8°, 16 Seiten). »Etudes biographiques anecdotiques et esthétiques sur les compositeurs qui ont illustré la scène française« (Ancenis, Rameau, 1835).
9Solito (ital.), gewöhnlich, al solito, maniera solita = auf gewöhnliche Weise, zeigt an, dass man eine vorgeschriebene, abweichende Vortragsweise wieder verlassen und wie gewöhnlich, dass man z. B. nach vorangegangenem Flageolettspiel, wieder die natürlichen Töne spielen soll.
11Soliva, Carlo E., Gesangsprofessor und Componist, geboren im Jahre 1792 zu Casal-Montferrat im Piemontesischen, bildete sich im Mailänder Conservatorium unter Asioli und Federici. Im Jahre 1816 schrieb er die Oper »Il trionfo di Berenice« und »Festa di bronzo«; im Jahre 1818 »Giulia e Sesto Pompeo«, im Jahre 1824 die Oper »Elena e Malvino«. Im Jahre 1821 wurde
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.