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Scan 410
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878
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1stete Verbundensein einer Pfeife, einer Trommel in den Händen eines einzigen Spielers, findet man sehr oft auf Abbildungen von Spielleuten des 12.—16. Jahrhunderts. — Nach der Angabe des Prätorius gab es von dieser Pfeife mehrere Arten je nach ihrer Grösse und war der Tonumfang, trotz der nur wenigen Tonlöcher, nicht unbedeutend. Eine Art ging von d¹ bis d³; eine andere, um eine Quint tiefer stehend, von g—g². Die grösste Art, Stamentienbass genannt, wurde mittelst einer langen S-Röhre angeblasen, weil man sonst die Tonlöcher nicht bequem erreichen konnte. Abbildung s. M. Prätorius, »Synagog. mus.« II. Taf. 19.
3Stamitz, Anton, zweiter Sohn von Johann Carl (s. unten), Violinist, geboren zu Mannheim 1753. Wie sein Vater und Bruder (Carl, s. unten) trefflicher Künstler, begleitete er diese auf ihrer Concertreise nach Paris. Er hielt sich, so viel bekannt, längere Zeit dort auf und gab 1782 auch dort seine ersten: Sechs Duos für Violine und Violoncello heraus, deren er im Ganzen hundertundzwanzig veröffentlichte. Er starb 1820.
5Stamitz, Carl, der ältere Bruder des Vorigen, geboren am 7. Mai 1746 zu Mannheim, war bedeutender Künstler auf der Violine und Bratsche. Erst von seinem Vater und Kapellmeister Cannabich ausgebildet, vervollkommnete er sich noch in Paris. Als Componist ebenfalls beliebt, liess er sich in Paris, wo er auch eine Zeit lang in den Dienst des Herzogs von Noaille trat, und später in Deutschland mit vielem Beifall hören. 1790 dirigirte er in Cassel ein Jahr lang die Liebhaber-Concerte; dann lebte er mehrere Jahre in Petersburg. In Jena, nachdem er als Musikdirektor angestellt war, starb er daselbst 1802. Jean Paul hat ihn und seine Viola d’amour im »Hesperus« verewigt. Eine kleine komische Oper: »Der verliebte Vormund« wurde in Frankfurt, und eine grosse Oper: »Dardanus« in Petersburg aufgeführt. Er genoss des Vorzugs, die Compositionen, welche er einsendete, vom Könige von Preussen honorirt zu bekommen. Der grösste Theil derselben ist in Deutschland und Paris gestochen. Es sind grosse concertirende Sinfonien, Violinconcerte, Bratschenconcerte, Violinquartette, Quartette mit Flöten, Clarinetten, Hoboen, Hörnern oder Bratschen, Flötencomeerte, Violintrios, Duos, auch italienische Arien. one of two readings
6Stamitz, Carl, der ältere Bruder des Vorigen, geboren am 7. Mai 1746 zu Mannheim, war bedeutender Künstler auf der Violine und Bratsche. Erst von seinem Vater und Kapellmeister Cannabich ausgebildet, vervollkommnete er sich noch in Paris. Als Componist ebenfalls beliebt, liess er sich in Paris, wo er auch eine Zeit lang in den Dienst des Herzogs von Noaille trat, und später in Deutschland mit vielem Beifall hören. 1790 dirigirte er in Cassel ein Jahr lang die Liebhaber-Concerete; dann lebte er mehrere Jahre in Petersburg. In Jena, nachdem er als Musikdirektor angestellt war, starb er daselbst 1802. Jean Paul hat ihn und seine Viola d’amour im »Hesperus« verewigt. Eine kleine komische Oper: »Der verliebte Vormund« wurde in Frankfurt, und eine grosse Oper: »Dardanus« in Petersburg aufgeführt. Er genoss des Vorzugs, die Compositionen, welche er einsendete, vom Könige von Preussen honorirt zu bekommen. Der grösste Theil derselben ist in Deutschland und Paris gestochen. Es sind grosse concertirende Sinfonien, Violinconcerte, Bratschenconcerte, Violinquartette, Quartette mit Flöten, Clarinetten, Hoboen, Hörnern oder Bratschen, Flötencconcerte, Violintrios, Duos, auch italienische Arien. one of two readings
8Stamitz, Johann Carl, berühmter Violinist und Componist, der Vater der beiden vorgenannten Künstler, wurde 1719 zu Teutschbrod in Böhmen geboren. Sein Vater war dort Schulmeister und der Unterricht eines bedeutenden Lehrers wurde ihm nicht zu Theil. Das ihm innenwohnende Talent entfaltete sich aber dennoch herrlich, so dass er seiner Zeit (vor Haydn) durch seine Sinfonien und Sonaten viel Aufsehen machte, und früher schon konnte er Concertreisen nach Paris unternehmen. 1745 wurde er kurfürstlich pfälzischer Concertmeister und Direktor der Instrumental-Kammermusik zu Mannheim, als welcher er sich um die Entwicklung des Orchesters unsterbliche Verdienste erwarb. Er wurde der Gründer der sogenannten Mannheimer Schule, die lange blühte. Ein ausgezeichneter Violinist, schrieb er für dies Instrument Stücke von nicht geringen Schwierigkeiten. Seine Compositionen bekunden Geschmack und können für die damalige Zeit als brillant bezeichnet werden. Sie erschienen meistens in mehreren Auflagen: »Exercices imitant un duo de deux violons« (Paris, Sieber). »Six sonates choisies pour le vlavecin avec un violon«, op. 1 (Paris, Venier). »Six sonates pour violon et basse«, op. 2 (Mannheim, 1760; Paris, Lachevardière). »Six symphonies à huit parties«, op. 3 (Paris, Lachevardière). »Concertos pour violon et orchestre«, No. 1, 2, 3, 4, 5, 6 (ibid.). »Six trios pour deux violons et basse«, op. 5 (Paris, Venier). »Six sonates pour violon et basse«, op. 6 (Paris, Lachevardière). »Six symphonies à huit parties«, op. 8 (Paris, Lachevardière). Im Manuscript hinterliess er 21 Violinconcerte, Sinfonien, neun Violinsolos, zwei Clavierconcerte, Sonaten. Stamitz starb in Mannheim 1761. Sein Bruder:
10Stamitz, Thaddeus Anton, Bruder von Johann Carl, geboren zu Teutschbrod in Böhmen, war ebenfalls in seiner Jugend als bedeutender Violin-
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