Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 409

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878

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1denn von diesem Zeitpunkt an datirt seine eifrige Beschäftigung mit den Werken Bach’s, Mozart’s und Beethoven’s, die er sowohl im häuslichen Kreise als auch in den mit dem Sänger Delsarte veranstalteten Concerten — zum Vortheil der Gesellschaft »Saint-Vincent de Paul«, der beide Künstler als Mitglieder angehörten — in immer höherer Vollkommenheit den Pariser Musikfreunden vorführte.
3Noch einmal sah S. seine Lehrthätigkeit unterbrochen durch den Tod seiner Mutter im Jahre 1846. Dieser Verlust berührte ihn so schmerzlich, dass er aufs Neue das Bedürfniss empfand, dem ruhelosen Treiben der französischen Hauptstadt zu entfliehen; diesmal wendete er sich nach Rom, wo er ein volles Jahr in der Einsamkeit verlebte. Nach Paris zurückgekehrt verheiratete er sich (1848) und widmete sich mit neuer Kraft seinem Berufe als Lehrer, dem er bis zu seinem Tode am 19. April 1870 nicht wieder untreu wurde. Unter den zahlreichen Claviervirtuosen, welche ihm ihre Ausbildung verdanken, haben besonders zwei seine Schule zu Ehren gebracht: Gottschalk und Saint-Saëns; in ihnen leben die ausserordentlichen Eigenschaften des Meisters fort, der stilvolle, mehr durch Maass und Harmonie als durch starke Affekte gekennzeichnete Vortrag, die vollkommene Unabhängigkeit der Finger und die absolute Gleichheit des Spiels, kurz, diejenigen Fähigkeiten, welche S. zum würdigsten Vertreter der nach technischer Seite unübertrefflichen Kalkbrenner’schen Methode machten. Als Componist hat er nicht minder anregend auf die clavierspielende Jugend gewirkt. Ausser dem genannten Concert op. 2 für Clavier und Orchester sind von ihm veröffentlicht: »Le Rhythme des doigts«, welches Werk sein College, der vielbewährte Clavier-Pädagoge Marmontel als das vollständigste, bestdisponirte und logischste unter allen ihm bekannten Studienwerken erklärt. Ferner drei Hefte »Etudes progressives« (op. 37, 38, 39), in denen die Kunst des Vortrags und der Geläufigkeit mit methodischer Sorgfalt und seltenem Scharfsinn zur Anwendung gebracht ist. Die gleichen Vorzüge zeigen die »Etudes concertantes« (op. 46 und 47), die »Esquisses« (op. 17) und die »Etudes pittoresques« (op. 21). Die Reihe der Unterrichtswerke Stamaty’s schliessen seine »Six études caractéristiques sur Obéron« und seine zwölf Transcriptions »Souvenir du Conservatoire«. An Kammermusikwerken erschienen von ihm zwei Claviersonaten in F-moll und C-moll und ein Trio für Clavier, Violine und Violoncell (op. 12), ausserdem noch eine Anzahl von Variationen, Opernphantasien und Charakterstücke für Clavier allein. — Die Achtung, der sich S. als Künstler und Mensch erfreute, kam bei seinem Begräbniss aufs lebhafteste zum Ausdruck; seine Ernennung zum Ritter der Ehrenlegion im Jahre 1862 beweist indessen, dass seine Verdienste auch schon bei seinen Lebzeiten allgemein anerkannt waren.
5Stamegna, Nicolas, Geistlicher und Componist, geboren 1620 zu Spello im Kirchenstaate, wurde 1659 Kapellmeister in Rom an Maria Maggiore. In diesem Amte blieb er bis 1667, zu welcher Zeit er in seiner Vaterstadt ein Kanonikat erhielt. Von seinen Compositionen sind nur bekannt: »Sacrarium modulationum seu Mottetorum 2, 3 et 4 vocibus liber primus« (Rom, Paul Massotti, 1637). Nach der Angabe von Fétis befinden sich auf der Bibliothek zu Paris drei Motetten von Stamegna, darunter ein Ingredimini für das Fest des heiligen Jacob.
7Stamentienbass s. unter: Stamentienpfeife.
9Stamentienpfeife, welche Prätorius 1619 unter diesem unerklärten Namen aufzählt und abbildet und auch Schwägel nennt, war ein sehr einfaches Blasinstrument, von Holz gedreht, das in einen kleinen Schallbecher sich erweiterte und ziemlich weit unten nach der Mündung zu drei Tonlöcher hatte, zwei für die Finger und eins für den Daumen der linken Hand. Diese Pfeife wurde beim Spiel geradaus und zwar nur mit der linken Hand gehalten, während dazu die rechte auf eine Trommel schlug, die an einem Bande, das um den Hals des Spielers geschlungen war, vor ihm hing. Dieses Tractement, d. h. das

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