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Scan 412
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878
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1Alexander II. den Stanislov-Orden III. Klasse erhielt. St. starb am 18. Febr. 1865 in Wien und hinterliess viele Compositionen im Manuscripte.
3Stanley, John, Direktor der Hofmusik zu London, daselbst im Januar 1713 geboren, ein musikalisches Genie, hatte das Unglück, im frühesten Lebensalter das eine Auge durch die Blättern und im dritten Lebensjahre das zweite durch einen Fall in ein Federmesser zu verlieren. Mit sieben Jahren begann er Musik zu studiren, und erhielt im 11. Jahre die Organistenstelle an einer kleinen Kirche, um drei Jahre später an St. Andreas befördert zu werden. 1734 wurde Stanley Organist des Tempels und 1782 Musikdirektor der Hofkapelle. Er starb am 19. Mai 1786. Seine Lehrer waren der Organist Reading und Dr. Greene. Stanley war einer der grössten Organisten seiner Zeit, trefflicher Geigenspieler und Dirigent. Er musste jedoch jede Composition, die er dirigirte, vorher auswendig lernen, was ihm sehr leicht wurde. Während einer Reihe von Jahren dirigirte er die Händel'schen und andere Oratorien zur völligen Zufriedenheit. Man rühmt ihm auch nach, sämmtliche Händel'sche Compositionen auswendig gespielt zu haben. Händel, der ihn schätzte, vermachte ihm einen Theil seiner Manuscripte. Stanley hinterliess zwei ungedruckte Oratorien: »Jephtha« und »Zimri«. Gedruckt von ihm sind: »VI Concertos in seven parts, par sur Violins a Tenor, Violin, Violoncelle with a Thorough Bass for the Harpsicord« (London). »VI Concerti a seven stromenti« (Amsterdam). »VIII Sonaten per Flauto e Bass«, op. 1 (London). »Sechs Flötensolos«, op. 4 (ebend.). Das Bildniss Stanley's ist zu London in Folio in Kupfer gestochen.
5Stanzen, Johann Ludwig, Organist in Hildesheim, gab heraus: »Drei Sonaten für Clavier und Violine«, op. 1 (Offenbach, 1793). »Sonate zu zwei Händen«, op. 2 (ibid.). »Sonaten für Clavier, Violine und Bass«, op. 4 (ibid.). »Grosse Sonate für Clavier, Violine und Bass«, op. 5 (ibid. 1797). »Quatres caractéristiques pour le clavecin et un rondo a trois mains«, op. 6 (Braunschweig). »Deutsche Gesänge mit Clavierbegleitung«, erste und zweite Sammlung (Kassel, 1782 und 1783).
7Stappen, Corneille van, holländischer Componist, lebte Ende des 15. Jahrhunderts. Nur drei Compositionen geben von seiner einstmaligen Existenz Kenntniss. Sie sind in der Sammlung: »Harmonice musices Odhecaton« enthalten und zwar daselbst: »Canti C. No. Cento cinquanto« (Impressum Venetiis per Octavianum Petrutium forosemproniensem, 1503). Alle drei sind vierstimmig. Der erste ist ein französisches Stück: »De tous bien plaine«, bei welchem die Oberstimme das Anthem mit den Worten: Beati pacifici singt. Das zweite Stück ist: »Gentil galans de guerra« und das dritte die vierstimmige Motette »Virtutum expulsus terris chorus omnis abibit«.
9Staricius, Johann, Organist an der St. Lorenz-Kirche zu Frankfurt a. M. im Anfang des 17. Jahrhunderts, liess drucken: »Teutsche lustige Lieder und Täntz mit vier Stimmen« (Frankfurt, 1609). »Newe teutsche weltliche Lieder nach Art der welschen Madrigalien, neben etlichen teutschen Täntzen« (ebend. 1609).
11Stark, Friedrich Theophil, Kirchencomponist und Cantor in Waldenburg in Schlesien, geboren am 29. Aug. 1742, starb am 20. Mai 1807. Er war ein guter Orgelspieler und hinterliess die folgenden Compositionen: »Die Gedanken und Empfindungen beim Kreuze Jesu auf Golgatha«, Oratorium (Breslau, Grass und Barth, in Partitur). »Die Pharisäer«, Oratorium (1794). »Die Passion«, Oratorium, Clavierauszug (ebenda). »Collection de 160 Fugues et Préludes pour l'Orgue« (Mainz, 1792) unter dem Namen F. Stark, ist jedenfalls von demselben.
13Stark, Ludwig, geboren 1831 zu München, genoss hier den Unterricht von Ignaz Lachner mit so günstigem Erfolge, dass ihm die Composition von Zwischenakts- und Balletmusik für das Hoftheater seitens der Intendanz übertragen wurde. Nachdem er mit Lebert bekannt geworden war, schloss er sich dessen Bestrebungen für Einführung einer rationelleren Methodik des Clavierunter-
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