Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 110

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879

8 lines. Read by computer on 12 September 2026. Printed page 104. See the scan on archive.org.

1obern Saiten wird dem entsprechend der zweite Finger ausgelassen. Der ausbleibende Finger wird für die Halbstufen: Dis oder Es, Ais oder B; Fis oder Ges; cis oder des benutzt. Die übrigen Halbstufen werden, wie bei der Violine oder Viola, mit demselben Finger genommen, welcher den diatonischen Ton erfasst. Von höheren Lagen werden ausserdem noch drei Lagen benutzt, von E, F und G. Noch höhere Lagen werden durch eine bei den anderen Streichinstrumenten nicht anwendbare Behandlung des Instruments erreicht. Da dies mit den Knien gehalten wird, so kann die linke Hand den Hals des Instruments ganz verlassen; wird dann der Daumen quer über die Saiten gelegt und fest aufgedrückt, so bildet er gewissermaassen einen neuen Sattel, durch den das Instrument höher gestimmt wird. Wird der Daumen so aufgesetzt, dass er D auf der IV., A auf der III., e auf der II. und h auf der I. erfasst, so ist, da die übrigen Finger ganz in derselben Weise gebraucht werden, der Umfang um einen Ton nach oben erweitert; rückt der Daumen noch einen Ton weiter, so wird dadurch wieder ein Ton mehr nach oben gewonnen und in dieser Weise erweitert sich der Umfang bis g². Das Aufsetzen des Daumens wird durch dies Zeichen O angedeutet. Für diesen ganzen Umfang genügt natürlich zur Aufzeichnung der Bassschlüssel nicht; es werden der Tenorschlüssel und der Violinschlüssel mit zu Hülfe genommen. Bisher herrschte in Bezug hierauf noch wenig Uebereinstimmung. Der ganze Umfang ist mit Violin- und Bassschlüssel bequem zu notiren:
3Natürlich konnte schon früher mit dem Violinschlüssel begonnen werden, bei g oder c¹ und es geschieht dies auch, wenn die Violoncellstimme vorwiegend in der höheren Lage gehalten ist:
5Im ersten Tact schon konnte der Violinschlüssel in Anwendung kommen:
7aber dann musste er auch wieder schon im dritten Tact mit dem Bassschlüssel vertauscht werden, wenn nicht neue Hülfslinien angewandt werden sollten. Auch die Anwendung des Tenorschlüssels wäre hier weniger zweckmässig, weil er ebenfalls mehr Hülfslinien erforderte, als für die Uebersichtlichkeit zweckmässig erscheint. Früher wurden übrigens die im Violinschlüssel verzeichneten Stellen eine Octave höher notirt; nur wenn der Tenorschlüssel voranging, wurde auch der Violinschlüssel in ursprünglicher Weise gebraucht, allein doch nicht immer. In der folgenden Stelle, aus einem Quartett von Romberg, wird der Violinschlüssel in seiner ursprünglichen Tonhöhe gelesen, weil der Tenorschlüssel vorausgeht:

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