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Scan 109
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879
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1als der jetzt übliche, der auf der zweiten Linie steht:
3Seine Gestalt hat er wohl unzweifelhaft dem Buchstaben G entlehnt. Ausgang des vorigen Jahrhunderts nannte man den Discantschlüssel — den C-Schlüssel auf der ersten Linie — den Clavierschlüssel und den G-Schlüssel den Violinschlüssel und es wurde meist in den Ankündigungen der Clavier- und Vocalcompositionen angegeben, in welchem Schlüssel sie veröffentlicht sind. So zeigt der Buchdrucker und Musikhändler J. C. F. Rellstab in Berlin unterm 1. December 1786 in Cramer’s: »Magazin der Musik«, Jahrgang 1786—1787, pag. 1269, eine in seinem Verlage erscheinende musikalische Wochenschrift: »Clavier-Magazin für Kenner und Liebhaber« an und sagt dabei: »Die Singsachen werden im Clavierschlüssel, die Claviersachen im Violin- und Clavierschlüssel gedruckt. Bei der Bestellung beliebe man also zu bestimmen, welchen Schlüssel man verlangt«.
5Violon, Violone heisst der Contrabass (s. d.).
6Violon, Violone, Violinbass, Violoncello, in der Orgel eins der schönsten (5—2,5 metr.) Pedalregister; nur aus Kiefernholz gefertigt, ist eng mensurirt und erhält Seitenbärte, sowie aufgeschraubte Vorschläge.
8Violoncello, ital. Cello, franz. Violoncelle, Basse oder Petit basse, das bekannte Streichinstrument, das in der Organisation derselben einen der wichtigsten Plätze einnimmt und zugleich als Soloinstrument hochbedeutsam wird. Es ist, wie schon unter Viola erwähnt wurde, aus der Viola da Gamba hervorgegangen und wird deshalb auch jetzt noch zuweilen Kniegeige genannt. Tardieu (s. d.) wird als derjenige bezeichnet, welcher die sechs Saiten der Viola da gamba zunächst auf die fünf C—G—d—a—d¹ reducirte, und als er die Applicatur mehr vervollkommnet hatte, auch noch die fünfte Saite herunter nahm, so dass das Instrument nur die vier Saiten behielt, mit denen es auch heute noch bezogen ist: C—G—d—a. Der Bau des Instrumentes entspricht, wie dort schon angegeben ist, durchaus dem der Violine und Bratsche; es ist nur bedeutend grösser und muss zwischen den Knieen aufwärts gerichtet gehalten werden. Früher war es noch mit einem Stachel, dem sogenannten Bein versehen, mit welchem es auf dem Boden ruhte. Der Grösse des Instrumentes entsprechend ist auch der Bogen grösser und stärker. Die vier Saiten, von denen die beiden tiefsten mit Silberdraht übersponnen sind, werden, wie oben angegeben, in Quinten gestimmt:
10IV., III., II., I. Saite.
12Bei der natürlichen Lage der Hand hat demnach das Instrument den Umfang von C bis d:
14Der grössere Bau des Instrumentes macht eine abweichende Applicatur nothwendig; um einen Ganzton zu greifen, muss in der Regel, wenn die Lage der Hand nicht verändert werden soll, ein Finger ausgelassen werden:
16IV. 0 1 3 4
17III. 0 1 3 4
18II. 0 1 2 4
19I. 0 1 2 4
21Wie hier angegeben ist, wird der dritte Ton auf den beiden untersten Saiten nicht mit dem zweiten, sondern mit dem dritten Finger gegriffen; auf den beiden
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