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Scan 60
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879
16 lines. Read by computer on 12 September 2026. Printed page 54. See the scan on archive.org.
1Mitte des 16. Jahrhunderts geboren und starb in München 1624. Zu seinen Compositionen gehört die Musik zu einem Schauspiel: »Der Kampf des Erzengels Michael mit dem Lucifer«, welches bei der Weihe der Jesuitenkirche am 30. September 1598 auf offener Strasse von Studenten aufgeführt wurde. Neunhundert Choristen waren zur Ausführung der Chöre aufgeboten. Auch neugemalte Decorationen und neue Costüme wurden dabei benutzt. Besondere Bewunderung erregte der Sturz der Engel in die brennende Hölle. Zu den gedruckten Werken des Autors gehören: »Thesaurus LXX Litaniarum 4—10 vocum« (München, Adam Berg, 1596, in 4°). Es sind nur drei Litanieien von Victorinus dabei. »Philomela coelestis sive cantiones sacrae cum falsis bordonibus, Magnificat etc. 2, 3 et 4 vocum« (Monachii, apud Nichol. Henricum, 1624, in 4°). Auch in dieser Sammlung gehört nur ein Theil der Compositionen dem Victorinus an, die übrigen Autoren sind: Rudolph und Ferdinand Lassus, Johann Schütz (Sagittarius), Cornazzoni, Joh. Priuli, Crist. Perkhaimer, Joh. Hasler, Joh. Stupporus, Gregor Aichinger, Christ. Erbach und noch einige wenig bekannte andere.
3Vidal, B., Guitarrist und Lehrer seines Instruments, machte sich seit 1778 in Paris bekannt durch ein »Journal de Guitarre«, in welchem seine Compositionen erschienen. Zu diesen, etwa 40 an der Zahl, gehören: »Concerto pour guitare, avec deux violons et basse« (Paris, Imbault). »Sonates pour guitare et violoncelle«, op. 6 (Paris, Bailleux). »Sonates pour guitare et violon«, op. 7, 8, 12, 25 (ibid.). »Six oeuvres de sonates pour guitare seule« (Paris, Leduc et Gaveaux). »Des pots-pourris et airs variés. Des receuils d'airs d'opéras«. Ferner gab er heraus: »Nouvelle méthode de guitare, dediée aux amateurs« (Paris, S. Gaveaux). Vidal starb zu Paris 1800.
5Vidal, Etienne, Stenograph, Verfasser der Schrift: »Système de musique sténographique« (Toulon, Baume, 1835, in 8°, 32 S. mit einer Tafel).
7Vidal, Jean Joseph, ausgezeichneter Violinist, geboren zu Sorèze gegen 1789, wurde unter der speciellen Leitung von Rudolph Kreutzer am Conservatorium zu Paris, in welches er 1805 eintrat, gebildet. Er glänzte als Violinspieler in den Concerten, welche 1810—11 zu Paris entstanden. Später übernahm er, und zwar während eines Zeitraumes von nahezu zwanzig Jahren, die zweite Violine in den Kammermusik-Concerten, welche der berühmte Baillot (s. d.) veranstaltete. Vidal war ein vorzüglicher und sehr gesuchter Lehrer für die Violine. Compositionen hat er nicht herausgegeben.
9Vidal, P. J., unter diesem Namen erschien zu Paris die Schrift: »Physiologie de l'organe de l'ouïe chez l'homme« (Paris, Moessard, 1836, in 8°, 88 S.).
11Vide oder vidi = sehen, siehe; beliebte Bezeichnung namentlich bei der Einrichtung von Partituren und Stimmen für die öffentliche Anfführung, wenn grössere Partien gestrichen sind, welche demgemäss wegleiben sollen. Man setzt beim Beginn des Striches »vi« und am Ende desselben, dort, wo die Ausführung weiter fortgeht, »de« (s. springen).
13Vieira, Antonio, wurde Ende des 16. Jahrhunderts zu Villa-Vicosa in Portugal geboren und betrieb auch dort seine musikalischen Studien. Nachdem seine contrapunktische Lehrzeit unter Manuel Robetto beendet war, ging er nach Italien, wo er als Kapellmeister einen Platz an der Kirche von Loretto fand. Nach einem zweijährigen Aufenthalt daselbst nach Spanien zurückgekehrt, übernahm er eine Kapellmeisterstelle in Lissabon und endlich in Erato, wo er 1650 starb. Seine Compositionen wurden von Zeitgenossen geschätzt, blieben aber sämmtlich Manuscript. Sie sind ihrer Zeit in der königl. Bibliothek zu Lissabon aufgestellt worden und befinden sich noch daselbst. Es sind: »Missa auf dem ersten Ton für zwölf Stimmen.« »Miserere auf dem achten Ton für acht Stimmen.« »Dixit Dominus auf dem ersten Ton für acht Stimmen mit Instrumenten.« »Beatus Vir auf dem ersten Ton für zwölf Stimmen.« »Lauda Hierusalem, achter Ton, für acht Stimmen.« »Motette de Defuntos: Domine quando veneris.«
15Vieira, Antonio, portugiesischer Ordensgeistlicher, wurde zu Lissabon geboren, trat 1644 in den Orden und ward in der Folge einer der berühmtesten
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