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Scan 538
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften für Gebildete aller Stände, 1880
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1Venedig geboren, wurde ein Schüler Andrea Gabrieli's und erhielt am 30. Decbr. 1586 die Stelle als zweiter Organist an der Kirche San Marco. Er scheint aber schon zwei Jahre darauf gestorben zu sein, da 1588 Giuseppe Guammi diese Stelle als sein Nachfolger erhielt. Mehrere in den Jahren 1567 und 1575 gedruckte Sammlungen vier- bis siebenstimmiger Madrigale tragen B.'s Namen. Ausserdem befinden sich verschiedene seiner Compositionen in Sammlungen der damaligen und der folgenden Zeit, so in der »Corona di dodici sonetti di G. B. Zuccarini« (Venedig, 1586), in Gruber's »Reliquiae sacrorum concentuum etc.« (Nürnberg, 1615) u. s. w.
3Bellin, Guillaume, ein französischer Tonkünstler des 16. Jahrhunderts, fungierte als Tenorist in der Kapelle Königs Franz I. von Frankreich und veröffentlichte eine Sammlung vierstimmiger geistlicher Gesänge (Paris, 1560). Im 4. und 5. Thle. der »Chansons nouv. à 4 parties« (Paris, 1543 und 1544) befinden sich gleichfalls bereits einige seiner Gesänge. — Ein Zeitgenosse, vielleicht auch verwandt mit ihm war Julien B., geboren um 1530 zu Mans, wo er 1584 noch lebte. Derselbe galt für einen der besten Lautenvirtuosen seiner Zeit und gab eine Sammlung von Motetten, Liedern und Fantasien, für die Laute übertragen (Paris, 1556), heraus.
5Bella, Domenico della, war zu Anfang des 18. Jahrhunderts ein sehr berühmter italienischer Violoncellist und Componist für sein Instrument. Gedruckt erschienen von ihm: »Dodici Sonate a 2 Violini, Violoncello obligato e Cembalo« (Venedig, 1704) und ein »Concerto per Violoncello« (Venedig, 1705).
7Bella, Johann Leopold, Kirchencomponist, geboren 1843 in St. Nicolau, Liptauer Comitat in Oberungarn, ist als Musiker durchaus Autodidakt. Die Mängel eines elenden Elementarunterrichtes auf der Violine zwangen ihn zur Erfindung der verschiedenen Applicaturen und zum frühzeitigen Selbststudium, sodass er bald Gesang, Klavier und Orgel von selbst erlernte und bereits im 8. Lebensjahre Aufsehen erregte. B. besuchte hierauf auf Kosten des Zipser Bischofs Ladislav Zábojský das Gymnasium in Leutschau, wo der musikliebende Professor Leopold Dvořák den grössten Einfluss in musikalischer Hinsicht auf ihn übte, indem er die Gymnasialschüler zu einem tüchtigen Orchester vereinigte, B. zu sich nahm und ihm die Einsicht in die Partituren gewährte. Von nun an machte B. theoretische Musikstudien und wurde mit 16 Jahren im Diöcesan-Seminar zu Neusohl aufgenommen. In demselben Jahre componirte er eine Instrumentalmesse, welche in der Domkirche mit grossem Beifall aufgeführt wurde. Die theologischen Studien zwangen ihn, sich auf die Violine zu beschränken und so trieb ihn der ungestüme Drang zur Composition und musikalischen Lectüre. Während seiner letzten zwei Studienjahre bei der theologischen Facultät in Wien verkehrte er persönlich mit S. Sechter und Preyer und schloss sich immer mehr der strengen Richtung an. Neuerdings wurde er als Priester und Dompräbendat in Neusohl angestellt. B. ist einer der gediegensten slavischen Kirchencomponisten. Seine bedeutendsten Werke sind: »Haec dies« und »Adoramus« im modernisirten Palestrina-Style für Männerquartett; »Tu es Petrus«, eine hervorragende Motette a capella für ganz selbstständige zwei Männerquartette, deren acht Stimmen streng contrapunktirt sind; »Modlitba sv. Cyrilla« (Gebet des St. Cyrill), ein geistreich concipirter und durchgeführter Chor, aus dem klar hervorleuchtet, dass sich B. auf dem Gebiete strenger polyphonisch-imitatorischen Formen äusserst leicht bewegt. B.'s Instrumentalwerke wurden bereits von grösseren Orchestern in Ungarn aufgeführt. Auch schrieb er mehrere Artikel über Musik in mehrere Zeitschriften. Als Slave trat er auch mit Nationalwerken, namentlich mit Männerchören und gemischten Chören, auf, die in Prag und anderen Städten Böhmens mit ungetheiltem Beifall aufgenommen wurden. In letzterer Zeit spornte ihn die Musikzeitschrift »Dalibor« zum Studium der slowakischen Nationalweisen an. Die hier gewonnenen Resultate dürften für das ganze Musikwesen von bedeutendem Interesse sein, da sich die slowakischen Nationallieder in griechischen Tonarten bewegen und durch ihre eigenthümliche Melancholie und ihren originellen Rhythmus eine tiefe Wirkung zu erzielen geeignet sind. Von B. erschienen auch einige Klavierpiècen, von denen die Conzertvariationen »Pri Presporku« (Op. 9) den tüchtigen Componisten verrathen.
9Bellaspica, Altsänger bei der königl. Italienischen Oper zu Berlin seit 1784. Er
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