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Scan 556
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften für Gebildete aller Stände, 1880
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1weshalb sie öfter und eher bis zu Empfindsamkeit und Sentimentalität zerfließen, als dass sie sich zu kräftiger Energie emporschwingen. In dieser Art sind sie verwandt mit den Mendelssohn'schen Schöpfungen, wie denn überhaupt die nachhaltigen Einwirkungen gerade dieser Vorbilder nicht zu verkennen sind. Von den Klaviercompositionen haben sich das dritte Klavierconzert, das Capriccio mit Orchester und namentlich die »Drei Skizzen« als Werke edelsten und anmuthsvollsten Styls in Deutschland bleibenden Eingang erworben. Zu verkennen ist übrigens nicht, dass B.'s lange Productionstätigkeit keinerlei Steigerung bietet, und dass die älteren Arbeiten vor den neueren und neuesten den Vorrang behaupten. Erwägt man jedoch, welche ungeheuren Ansprüche an B. als Lehrer und als Director gestellt werden und nimmt man das mehr oder weniger aufreibende Leben in London gegenüber fast allen anderen Städten Europas mit hinzu, so wird eine solche Erscheinung leicht begreiflich. Wenn er sich noch rechtzeitig von diesen störenden äusseren Einwirkungen zu emancipiren vermag, so ist B. gerade der Tonkünstler, welcher für die Tragweite seines grossen Talentes ausreichende Garantien geliefert hat.
3Bennewitz (Benevic), Anton, Violinvirtuose und Professor, geboren den 26. März 1833 in Prívrat bei Leitomyschl, absolvierte unter dem Professor Moritz Mildner das Prager Conservatorium, war eine Zeit lang erster Violinspieler beim Prager Theaterorchester, dann Konzertmeister in Salzburg am Mozarteum, später in Stuttgart und wurde im J. 1866 als Professor des Violinspiels an das Prager Conservatorium berufen, wo er bis jetzt erspriesslich wirkt. B. that sich auch als Violin-virtuose durch seinen schönen, seelenvollen Ton und sein ausdrucksvolles und elegantes Spiel hervor. Als Quartettspieler ist er den Besten an die Seite zu setzen. Seine Gattin Bennewitz-Mick ist als eine treffliche Mezzosopranistin bekannt und singt an der böhmischen Nationalbühne in Prag.
5Bennewitz, Wilhelm, königl. Kammermusicus und Contrabassist der Opernkapelle zu Berlin, wurde daselbst am 22. Januar 1810 geboren. In das Militärwaisenhaus zu Potsdam gebracht, erhielt er in der dortigen Musikschule seine musikalische Ausbildung, die ihn befähigte, im October 1827 in das Musikcorps des Kaiser-Alexander-Grenadier-Regiments in Berlin zu treten, worauf er 1839 als königl. Kammermusicus angestellt wurde, mit welcher Stellung er in neuerer Zeit den Betrieb einer Pianofortefabrik verband. — Einer seiner Söhne, gleichfalls Wilhelm B. geheissen und geboren am 19. April 1832 zu Berlin, bildete sich besonders im Klavier- und Violoncellspiel aus und war von 1857 bis 1859 Violoncellist am königl. Hoftheater zu Stockholm. Nach Berlin zurückgekehrt, widmete er sich auch, zuletzt bei Frdr. Kiel, der Composition und vollendete 1870 eine Oper »Die Rose von Woodstock«, Text von G. Bouillon. Erschienen sind von ihm Violoncell- und Klavierstücke leichteren Gehaltes.
7Benno der Heilige, Bischof von Meissen, geboren 1010 zu Hildesheim, entstammte dem gräflichen Geschlechte der Bulten- oder Woldenburger, die in der Gegend von Goslar begütert waren. Im Kloster bereits erzogen, wurde er, 22 Jahr alt, Benedictinermönch, dann Canonicus zu Goslar, Priester und Domherr daselbst und endlich 1066 Bischof von Meissen, als welcher er sich, unter den bewegtesten Lebensumständen, nicht blos um die Bekehrung der heidnischen Wenden und Sorben, sondern auch um die Einführung des deutschen Kirchengesanges auf römische Art sehr verdient machte, sodass er 1523 vom Papst Hadrian VI. heilig gesprochen wurde, was Luther zur Abfassung seiner Schrift »Wider den neuen Abgott und alten Teufel, der zu Meissen soll erhaben werden« veranlasste. B. selbst starb am 16. Juni 1107 und soll der Componist des Chorals »Ein Kindlein, so löblich« sein, eines der ältesten Choräle, die überhaupt noch existiren, der mit dem angeführten Texte sogar in die lutherischen Gesangbücher übergegangen ist und noch gesungen wird. Derselbe wird auch Joh. Walther zugeschrieben, allein dieser erklärt ausdrücklich, dass er die uralte Melodie nur »gebessert« habe.
9Benoist, François, geboren den 10. Septbr. 1795 zu Nantes, bildete sich musikalisch zuerst in seiner Vaterstadt, dann seit 1811 auf dem Conservatorium zu Paris aus, wo Adam im Klavierspiel und Catel in der Harmonielehre seine Lehrer
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