Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 557

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften für Gebildete aller Stände, 1880

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1waren. Seine Cantate »Enone« brachte ihm 1815 den grossen Staatspreis, und er ging in Folge dessen als Stipendiat der Regierung auf drei Jahre nach Rom und Neapel. Nach seiner Rückkehr nach Paris erhielt er 1819 als Sejan's Nachfolger die Stelle eines ersten Organisten der königl. Kapelle und wurde bald darauf zum Professor des Orgelspiels am Conservatorium ernannt, als welcher er noch gegenwärtig in durchaus ehrenwerther künstlerischer Weise thätig ist. Lange Zeit hindurch war er auch als erster Correpetitor (Chef de chant) der Grossen Oper als Nachfolger Halévy's wirksam. Als Componist hat B. die Opern »Félix et Léonore« (1821) und »L'apparition« (1848), ferner die Musik zu den Balletten »Nisida« und »Paquerette« geliefert. Eben so hat er ein Requiem und eine Reihe von Orgelstücken geschrieben.
3Benoit, Pierre Léonard Leopold, geboren den 17. August 1834 zu Harelbeker in Flandern, zeigte, noch jung, sehr bedeutendes musikalisches Talent, namentlich für Composition, die er ohne Unterweisung ausübte. Im J. 1851 wurde er Schüler des Brüsseler Conservatoriums und der Compositionsclasse des Directors Fétis zugetheilt, wo er bis 1856 zu verschiedenen Malen Preise errang. Hierauf componirte er für das Park-Theater in Brüssel einige flamländische Opern und Melodramen und wurde Orchesterdirigent jener Bühne. Aber bereits 1857 gewann er durch seine Cantate »Le meurtre d'Abel« den grossen Staatspreis und war dadurch in den Stand gesetzt, auf Kosten der Regierung grosse Studienreisen zu unternehmen. Sein ernster, echt künstlerischer Sinn liess ihn zu diesem Behufe besonders Deutschland aufsuchen, in dessen Hauptstädten er längere Zeit verweilte und sich vortheilhaft bekannt machte. Nach seiner Rückkehr in das Vaterland schloss er sich mit patriotischem Eifer den nationalen Bestrebungen an, welche aus der Sprache, Kunst und Literatur das französische Element auszurotten und das deutschverwandte vlämische hoch zu halten unternahmen, und er wurde bald der bedeutendste Tonsetzer dieser Richtung, indem er Opern, Oratorien, Cantaten, Lieder u. s. w. ausschliesslich auf vlämische Texte setzte. Obwohl sich der Hof aus politischen Rücksichten der Agitation gegenüber möglichst neutral hält, sah doch B. seine Bemühungen durch Verleihung des Leopoldsordens anerkannt. Seine umfangreichsten und rühmlich bekanntesten Werke sind die Oratorien »Die Schelde« und »Lucifer«, welche auf allen grösseren belgischen Musikfesten mit dem ehrenvollsten Beifall aufgenommen worden sind. Im Druck erschienen sind von ihm Motetten, ein Te deum, Paternoster, Lieder und Klavierstücke.
5Benoni, Julius, Operncomponist, geboren 1833 in Strelohoštic (Böhmen), wo sein Vater Director war. Die Anfangsgründe in der Musik genoss er in Silberberg, wohin sein Vater im J. 1836 als Director versetzt worden war. Hier erregte Julius B. durch sein Klavierspiel Aufmerksamkeit bei der Gräfin Amalie von Taaffe, die ihn nach Wien mit sich nahm und ihn mit ihren Kindern erziehen liess. Schon als Knabe bekundete B. ein bedeutendes Improvisationstalent, durch welches er sich unter Anderen auch die Gunst des Fürsten Metternich erwarb. Im J. 1843 concertirte er bei Hofe und erhielt von der Kaiserin Maria Anna eine prachtvolle Uhr zum Geschenke. B. machte in Wien seine weiteren Studien unter Gaetano Donizetti und Sim. Sechter, welcher Letztere ihm das glänzendste Zeugniss ausstellte. B.'s Compositionsversuche fallen schon in seine Kinderjahre. Es sind Lieder und Romanzen, die bei Mechetti in Wien erschienen. Von Bedeutung ist das »Lied vor der Schlacht«, Chor mit Begleitung des Orchesters. Als Fürst Metternich diese Composition auf dem Schlosse Nalžov zum ersten Male hörte, rief er entzückt aus: »Dieser Knabe ist ein wahres Weltwunder!«. Im J. 1843 wurde B.'s »Ave regina coelorum« in der Piaristenkirche und am 26. Juli desselben Jahres seine Vocalmesse in der Peterskirche zu Wien aufgeführt und günstig aufgenommen. Dieselbe Messe gelangte später in Rom zur Aufführung und verschaffte ihm das Ehrendiplom der römischen Akademie dei maestri e professori di musica di Sta. Cecilia. In seinem 14. Lebensjahre (1847) componirte er die einactige Oper: »Die Wunderblume« (Text von Karl Tausenau), die im Palaste des Grafen Taaffe in Wien von einem Kreise adeliger Dilettanten aufgeführt wurde. Vier Jahre darauf (24. Juli 1851) gelangte seine zweite Oper:

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