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Scan 558
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften für Gebildete aller Stände, 1880
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1»Emma ossia il protettore invisibile« (Text von Morelli) am Kärnthnerthor-Theater in Wien zur Aufführung und erfreute sich eines günstigen Erfolges. Minder glücklich war er mit seiner dritten Oper »Giovanna da Ponte« (Text von Otto Prechtler), die er im J. 1853 vollendete und im J. 1855 in Prag zur Aufführung brachte. Der geringe Erfolg dieser Oper entmutigte ihn vollständig. Er entsagte der musikalischen Bahn, studirte die Oekonomie in Dub (Böhmen) und lebt jetzt als Wirtschaftsbeamter in Böhmen. Sein Improvisationstalent setzte seinerzeit ganz Wien in Erstaunen. M-s.
3Benvenuti, Nicolo, geboren den 10. Mai 1783 zu Pisa, war an der Kathedrale seiner Vaterstadt Kapellmeister und galt für einen tüchtigen Orgelspieler und Componisten. Von ihm: Messen, Cantaten, Vespern, Sinfonien, Orgel- und Klavierstücke.
5Benz, Johann Baptist, geboren den 17. Juni 1807 zu Lauchheim in Württemberg, erhielt seinen ersten Musikunterricht bei dem Chorregenten Dreyer in Ellwangen, wo er das Gymnasium besuchte. Nachdem er neun Semester hindurch in Tübingen Theologie und Philosophie studirt hatte, wendete er sich wieder mehr der Musik zu, wodurch er als Hofmeister zu einer Familie kam, die ihn mit auf grosse Reisen nahm. Er trennte sich 1831 von derselben in Châlons sur Marne, wo man ihn als Lehrer der deutschen Sprache am Collège anstellte. Fünf Jahre später reiste er nach Rom, wo er beinahe zwei Jahre verblieb und im persönlichen Verkehr mit Baini die alte Kirchenmusik eifrig studirte. Durch Vermittlung des Cardinals Wiseman wurde er 1838 von dort als Lehrer der neueren Sprachen und der Musik an das katholische Collegium zu Oscott in England versetzt und kam 1841 als Chordirector und Organist an die neu errichtete Kathedrale zu Birmingham. Im J. 1843 kehrte er nach Deutschland zurück und verweilte einige Zeit in München und Wien, bis er 1846 als Musiklehrer des katholischen Schullehrer-Seminars und Domorganist nach Speier berufen wurde. Als gediegener Tonsetzer bewährte er sich dort durch die zur Domfeier 1853 componirte und mit grossem Beifall aufgeführte Messe: »O clemens, o pia, o dulcis virgo Maria«. Ausserdem hat er noch vier drei- und vierstimmige Messen mit Orgel, Offertorien und Gradualien, so wie eine »Harmonia sacra« veröffentlicht. Letztere enthält die gebräuchlichsten gottesdienstlichen Choräle der katholischen Kirche mit Orgelbegleitung.
7Benzon, Siegfried, im J. 1793 im Nord-Schleswig'schen geboren, machte sich durch eine grosse Zahl kleiner Sticke als Soli, Duette, Quartette, Sonaten, Variationen u. s. w. für Violine, Flöte, Oboe, Guitarre, Klavier und andere Instrumente bekannt. Von 1817 bis 1820 war er Kapellmeister am Stadttheater in Mainz und glänzte als ausgezeichneter Dirigent und Violinist. Später ging er nach Kassel und Hannover und 1823 über Bremen nach Südafrika oder Australien. Seitdem ist er verschollen.
9Berard, Jean Baptiste, französischer Tenorist, geboren 1710 und in der Zeit von 1737 bis 1745 als Sänger der Oper zu Paris sehr beliebt. Auch als Gesanglehrer war er sehr geschätzt und seine Stimme, so wie seine Fertigkeit auf Violoncell, Harfe und Guitarre verschaffte ihm Zutritt zu den feinsten Kreisen der Residenz. Ein trefflich geschriebenes Werkchen »L'art du chant«, welches er der Pompadour widmete, vergrösserte seinen Ruf, bis es sich herausstellte, dass nicht er, sondern ein gewisser Blanchet der eigentliche Verfasser war. B. starb zu Paris am 1. Dec. 1772. Auch ein Sohn B.'s, geboren den 15. Febr. 1735, zeichnete sich als tüchtiger Violoncellist aus. Derselbe war Orchestermitglied der Italienischen Oper zu Paris und starb im J. 1802.
11Berardi, Angelo, geboren um die Mitte des 17. Jahrhunderts zu St. Agatha im Bolognesischen, wurde 1681 Kapellmeister am Dom zu Spoleto und darauf Canonicus an der Stiftskirche zu Viterbo und Kapellmeister an dortiger Domkirche. Zuletzt war er Kapellmeister an der Kirche Santa Maria di Travestere in Rom. Baini zählt Motetten, Psalme und Offertorien seiner Composition auf. B. ist auch der Verfasser folgender fünf sorgfältig und gründlich gearbeiteten theoretischen Werke: »Raggionamenti musicali« (Bologna, 1681), »Documenti armoniche« (Bologna, 1687), »Miscellanea« (1689), »Arcani musicali« (1690) und »Il perche music.« (1693).
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