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Scan 429
Musikalisches Conversations-Lexikon : eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften für Gebildete aller Stände, 1880
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1der Tonkunst hat er sich in Oberitalien einen Namen gemacht und bis zu seinem Tode im J. 1828 behauptet. In seinem Nachlass befand sich eine grössere Schrift, welche man veröffentlichte. Sie führt den Titel: »Trattato del sistemo armonico di Antonio Calegari, maestro dell' insigne cappella della basilica di S. Antonio di Padova, proposto e dimostrato da M. Balbi« (Padova 1829, Valentino Crescentini, 141 Seiten mit 2 Musiktafeln).
3Balbin, Bohuslaw, ein gelehrter Jesuit, geboren zu Königgrätz 1621. Er bespricht in seinen Miscell. Reg. Boh. u. A. auch die im J. 1657 zerstörte berühmte Orgel in der Metropolitankirche zu Prag und böhmische Kirchenglocken und Glockenspiele.
5Baldacini, Antonio Luigi, ein hervorragender italienischer Violinvirtuose und Componist, dessen Blützeit um das J. 1720 fällt. Er gab 24 dreistimmige Sonaten in zwei Bänden heraus.
7Baldassarini, Pietro, ein berühmter Kirchencomponist, welcher zu Anfange des 18. Jahrhunderts zu Rom lebte und wirkte. Als besonders ausgezeichnet galt zu damaliger Zeit sein Oratorium: »Applausi eterni dell' amore manifestato nel tempo«.
9Baldenecker, eine deutsche Musikerfamilie von wohl begründetem guten Ruf. Sie entstammt dem Hofmusicus Udalrich B., welcher nachmals, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Musikdirector bei dem Marchand'schen Theater in Mainz wurde, und von dem Kirchen- und Kammerwerke, namentlich Trios und Violinstücke, erschienen. Seine Söhne waren: 1) Nicolaus B., geboren zu Mainz am 27. März 1782, dirigirte 1801, noch nicht zwanzig Jahre alt, das Orchester des französischen Vaudevilletheaters seiner Vaterstadt und trat im J. 1803 als Violinist in das neu organisirte Orchester zu Frankfurt a. M. Später wurde er Chordirector am Frankfurter Stadttheater und begründete mit Schelble das sogenannte »Liebhaber-Conzert«, aus welchem der Cäcilienverein hervorging, welcher noch jetzt in der ehemaligen Reichsstadt blüht. Im J. 1851 feierte B. das fünfzigjährige Jubiläum seiner praktischen Thätigkeit auf dem Kunstgebiete. Von seinen Compositionen sind Ouvertüren und Entr'acts, auch Lieder, Violin- und Klavierstücke zu nennen, welche zwar sämmtlich leichteren Gehaltes sind, aber den guten Musiker bekunden. 2) Johann Bernhard B., gestorben im vorgerückten Alter im J. 1849 zu Frankfurt a. M., nachdem er im Orchester daselbst, wie vorher in Karlsruhe und an der Oper in Amsterdam, Violinist gewesen war. Von ihm existiren gleichfalls gewandt geschriebene Violin- und Klavierstücke, so wie auch einige Trios. 3) Jean Baptiste B., der jüngste der Brüder, ist am 23. Aug. 1791 zu Mainz geboren, wurde ein Schüler Blenker's, welcher ihn zu einem tüchtigen Pianisten ausbildete, und ging im J. 1807 als Klavierlehrer nach Frankfurt a. M., wo er auch eine Musikschule nach Logier's System anlegte und einen Instrumentehandel betrieb. Letzterer und eine Fabrik für Kupferdruckerfarbe begründete seinen Wohlstand, sodass er am 25. Juni 1855 in den besten Verhältnissen starb. Auch er hat einige Klaviercompositionen hinterlassen, eben so zwei Söhne: a) Conrad B., geboren im J. 1828 zu Frankfurt a. M., welcher sich zu einem fertigen Klavierspieler bei den besten Lehrern ausbildete und in seinen Jünglingsjahren als Virtuose in den Rheingegenden, in Stuttgart u. s. w. Aufsehen machte, dann aber in seine Vaterstadt zurückkehrte, wo er als gesuchter Pianofortelehrer lebt; b) Aloys B., geboren 1833 zu Frankfurt a. M., welcher ebenfalls zur Musik frühzeitig angehalten wurde und als fertiger Violinist schon in seinem zehnten Jahre, wo er zum ersten Male öffentlich auftrat, von sich reden machte. Im J. 1847 bereits trat er als Violinist in das Stadttheater-Orchester seiner Vaterstadt und erhielt fünf Jahre später einen Ruf nach Wiesbaden, als Conzertmeister der herzoglichen Theaterkapelle, in welcher Stellung er durch gediegene Soiréen, besonders für Kammermusik, vortheilhaft auf das Kunstleben jener Residenz mit einwirkte. Er war ein vortrefflicher, dabei überaus bescheidener Künstler, welcher in seinem Spiele mitunter eine ergreifende Grösse des Ausdruckes entwickelte. Leider verfiel er im J. 1868 in Wahnsinn und starb am 28. Novbr. 1869 in der Irrenanstalt zu Wiesbaden. — Es ist noch ein Glied dieser tüchtigen Familie zu erwähnen, nämlich Johann David B., ein Sohn des obengenannten Nicolaus B. Derselbe begann seine musikalische Laufbahn als
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