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Scan 82
Musikalisches Conversations-Lexikon : eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften für Gebildete aller Stände, 1880
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1und war in Frankfurt, Dresden, Hamburg, wo er sich in den vierziger Jahren dieses Jahrhunderts hören liess, als tüchtiger, der classischen Schule zugewandter Klavierspieler vortheilhaft bekannt. Seitdem verschwand er jedoch vom musikalischen Schauplatze und scheint im Auslande eine andere Laufbahn eingeschlagen zu haben.
3Aguilera, Sebastian de, ein zu Anfang des 17. Jahrhunderts berühmter Componist und Organist an der Kathedrale zu Saragossa, der Hauptstadt des Königreichs Arragonien in Spanien. Seinen Namen hat er durch die 1618 erschienenen Magnificats in den acht Kirchentönen zu 4, 5, 6 und 8 Stimmen den besten seiner künstlerischen Zeitgenossen zugesellt.
5Agus, ein zu Ende des 18. Jahrhunderts angesehener Violin- und Violoncello-virtuose und Componist für diese Instrumente, von dem in London und Paris von 1782 bis 1786 Trios und Duos erschienen, welche Zeugniss von Talent ablegen. Zu Anfang des jetzigen Jahrhunderts wurde er Professor am Conservatorium zu Paris und ist als solcher etwa um 1815 gestorben.
7Ahle, Johann Rudolph, geboren 24. Decbr. 1625 zu Mühlhausen in Thüringen, empfing seine wissenschaftliche Bildung auf der lateinischen Schule seiner Vaterstadt und seit 1643 auf dem Gymnasium zu Göttingen. Hierauf ging er, theologischer Studien halber, zur Universität Erfurt ab, wo er sich durch seine Bildung, Geselligkeit und musikalischen Talente so beliebt machte, dass man ihm bereits 1646 die Cantorstelle an der St. Andreaskirche antrug. Nach langen Bedenken und nur in Rücksicht auf die in Folge des dreissigjährigen Krieges sehr misslich gewordenen Glücksumstände seiner alten Eltern entschloss er sich, der Theologie zu entsagen und das ihm dargebotene Amt anzunehmen. Mit regem Eifer gab er sich den Obliegenheiten des Cantorats hin, reformirte den Unterricht der Chorknaben seines Kirchspiels und wirkte durch Wort, Schrift und Compositionen für die Verbesserung des Kirchengesanges. Diese Bemühungen blieben nicht unbeachtet, und bereits 1649 trug ihm die Behörde seiner Vaterstadt das einträgliche Organistenamt zu St. Blasius an. Berufstätig und pflichttreu, wie er war, wurde er auch in seiner neuen Stellung bald der Liebling seiner Mitbürger, die ihn 1655 in den Rath und 1661 sogar zum Bürgermeister wählten. Seitdem theilte er seine Thätigkeit gewissenhaft und fleissig der Stadtverwaltung, dem Organistendienste, der Tonkunst und musikalischen Schriftstellerei zu, bis er 1673 im 48. Lebensjahre hochgeachtet verschied. In seinem Nachlasse fanden sich noch zwanzig grössere Werke, welche der Herausgabe harrten und wie die »Geistlichen Fest- und Communionandachten« noch lange in Gebrauch und hohem Ansehen standen. Viele seiner geistlichen Liederweisen sind noch heute in Thüringen und Sachsen, einige, wie »Liebster Jesu, wir sind hier« allerwärts in Deutschland im Gebrauch. Was aber A. für die Musikgeschichte besonders wichtig macht, das ist der Umstand, dass er als Schöpfer der sogenannten geistlichen Arie (s. Arie) angesehen werden darf. Er hat 120 solcher Liedsätze componirt, in denen er Strophe und Liedform maassgebend vorherrschen liess, wodurch er seinen Zweck erreichte, dass sie nach und nach in den Gemeindegesang wirklich übergingen. Die bedeutendsten und wichtigsten dieser Weisen, welche sich durch Kraft und Ernst des Ausdrucks auszeichnen, finden sich in seinen »Neuen geistlichen, auf die hohen Festtage durchs ganze Jahr gerichteten Andachten« (1662). Die Kirchentonarten sind in diesen geistlichen Arien nicht mehr benutzt, dafür aber die neueren Tonarten ganz im modernen Sinn und sogar die Chromatik nicht ohne Vorliebe. Möglich, dass in diesen Bestandtheilen zugleich der Keim allmäligter Entfremdung von der Volkstümlichkeit lag, die sich bald genug vollzog, sobald die Componisten alle Objectivität opferten und diese Gattung zur Kunststätte rein lyrischen Gefühlsergusses machten. Aus A.'s Feder stammen übrigens noch eine Reihe für die damalige Zeit wichtiger theoretischer Werke, namentlich über Gesang und Gesangskunst.
9Ahle, Joh. Georg, der Sohn des Vorigen, wurde im J. 1650 zu Mühlhausen geboren und erhielt von seinem verdienstvollen Vater eine feine universale und besonders musikalische Bildung, sodass er schon 1671 ein Werk »Neues Zehn geistlicher Andachten, mit 1 und 2 Vocal- und 1, 2, 3 und 4 Instrumentalstimmen zu dem Basso continuo gesetzt« herausgeben konnte. Nach dem Tode seines Vaters wurde er,
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