Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

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Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840

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1Ariette
2wird. Die Arie wurde zuerst dem tactlosen Gesang entgegengesetzt, wie er in dem Recitativ und in dem gehaltenen, langsamem Choral vor kommt. Früher war die als notwendig erscheinende Form einer Arie folgende: ein Vorspiel oder Ritornell; eine große bedeutende Hauptmelodie, welche nebst deren Ausführung den ersten Theil ausmachte; ein zweiter kürzer und weniger ausgeführter Theil, nach welchem man späterhin auch den ersten Theil wiederholte. Seit Gluck und Mozart wich man von dieser pedantischen Form ab, und richtete sich mehr nach dem Inhalt des Textes und der Stimmung des Singenden. In den Tönen ganz andere Gefühle ausdrücken, als Text und Situation erheischen, wie dies von den modernen Italienern häufig geschieht, heißt den Zweck der Arie gänzlich verfehlen.
3Ariette, eine kleine, d. i. minder ausgeführte Arie, der eine einfache und leichtere Gemüthsstimmung zum Grunde liegt.
4Arion, griechischer Dichter und Eitherspieler um 610 vor Chr. Geburt, lebte am Hofe des Königs Periander. Er wird für den Erfinder der Dithyramben ausgegeben. Räuberische Schiffer warfen ihn in das Meer; sein Spiel hatte die Delphine an das Schiff gelockt; eins von den musikliebenden Thieren rettete ihn auf seinem Rücken. Eine schöne Mythe von der Gewalt der Tonkunst.
5Arioso, ein arienmässiger, kurzer Gesang, der bei einzelnen lyrischen Stellen eintritt und, die Empfindungen concentrirend, das Recitativ unterbricht.
6Ariosti (Attilio), einer der vorzüglichsten Violoncellisten seiner Zeit. Noch mehr zeichnete er sich bei seinem ersten Auftreten in England auf der Viole d'Amour aus. 1696 wurde in Bologna seine erste Oper ausgeführt. 1698 wurde er Kapellmeister der Churfürstin von Brandenburg in Berlin. Dann ging er nach Italien zurück, darauf nach Wien, und später wieder nach England, wo er jedoch vor Händel weichen musste. (Viele Opern, z. B. Erifile, Ciro, Vespasiano, Dario, Cantaten, Oratorien.)
7Aristides Quintilianus, ein griechisch musikalischer Schriftsteller. Wir haben von ihm noch drei Bücher „Ueber die Musik" in griechischer Sprache.
8Aristoxenus, einer der wichtigsten musikalischen Schriftsteller der Alten, dessen meiste Werke leider verloren gegangen sind. Lebte 350 Jahr vor Chr. Geburt. Man hielt ihn für den besten Schüler des Aristoteles. Er brachte die Töne in ein Zahlensystem, aber nicht nach dem Proportions-Systeme des Pythagoras, sondern nach dem Gehör. Nun hießen seine Schüler Harmonisten, und die Anhänger des Pythagoras Canonici. Wir haben von ihm Harmonicorum Elementorum Libri, III., das älteste musikal. Werk, das wir besitzen, herausgegeben von Maibom. Fragmenta de Rhythmica, herausgegeben vom Abt Morelli.
10Arpanetta
11Arithmetische Theilung der Intervalle; s. Intervalle.
12Armer la clef, die Vorzeichnung der Tonart bemerken.
13Armonico, Armonioso, harmonisch, zusammenklingend.
14Armonist, Virtuos auf der von ihm erfundenen Holzharmonika (eine veredelte Strohsifel) aus Petersburg.
15Arne (Thomas Augustin), 1708 geb. zu London, Dr. der Musik und Komponist am Drurylane Theater, war vom Vater zum Juristen bestimmt, übte sich aber heimlich in der Nacht auf dem Spinet und lernte die Violine, ermunterte auch seine Schwestern zur Musik, die dann gute Sängerinnen wurden. Von seinen 20 Opern ist Artaxerxes die beste. Er führte einen eigenthümlichen, leichten, lebhaften und gefälligen Gesang ein, wirkte sehr zur Verbesserung des Geschmacks und war der bedeutendste Nebenbuhler Händels. (Opern, Zara, Comus, Artaxerxes u. s. w. Das grandiose Volkslied: „Rule Britannia" würde, wenn auch sonst nichts von ihm bekannt wäre, schon hinreichend sein, um seinen Namen unsterblich zu machen.
16Arne (Cäcilie, geb. Young), Thomas Arne's Gattin, war um das Jahr 1744 Opernsängerin am Drurylane Theater in London.
17Arne (Michel), Sohn Thomas Arne's, war auch einer der besten Nationalkomponisten. (Opern, z. B. Cymon.)
18Arnold (Ignaz Ferd.), Dr. der Rechte und Advokat zu Erfurt, daselbst 1779 geb. † 1812. Romanschriftsteller und wahrscheinlicher Verfasser der 1809 erschienenen Charakteristiken von Mozart, Haydn und mehreren großen Künstlern. (Der angehende Musikdirektor, oder die Kunst ein Orchester zu bilden.)
19Arnold (Joh. Gottfr.), 1773 in Niedernhall bei Dehringen geb., erregte schon im achten Jahre als Violoncellist Bewunderung; er lernte bei einem Stadtmusikus; hatte aber mit seinen Reisen wenig Glück. In Hamburg traf er mit B. Romberg zusammen. Dann wurde er in Frankfurt am Orchester angestellt, wo er Unterricht gab, und Opernauszüge für das Pianoforte machte. (Concerte, Solos, Duetten.) Er starb schon im 34sten Lebensjahre 1806, allgemein beliebt. Seine Kompositionen sind wahrhafte originelle Kunstwerke; als Virtuos stand er auf einer bedeutenden Höhe.
20Arnold (Samuel), 1739 in Deutschland geb. 1783 wurde er Dr. der Musik und Hoforganist in London. Sein Grabmal ist in der Westminsterabtei. (Geistliche Dramen oder Oratorien, Saul, Abimeleck, Theaterstücke, z. B. The Bannian Day, Britains Glory u. s. w.) Herausgeber von Händels sämtlichen Werken, 36 Foliobände. † 1802.
21Arnould (Sophie), 1747 zu Paris, „Königin der Oper" daselbst. † 1802.
22Arpa; s. Harfe.
23Arpanetta, der italienische Name der Spitzharfe; s. Harfe.

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