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Scan 57
Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840
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1Bogen
2sogen kann. Ganz ausführlich über Bogenführung und Stricharten handelt Spohr in seiner Violinschule.
3Bogen, ein Zeichen, welches über oder unter Noten stehend, bedeutet, daß diese Noten gezogen oder geschleift, d. h. genau aneinander gebunden werden sollen. Man nennt ihn dann auch Schleifbogen oder Schleifzeichen. Steht der Bogen zwischen zwei Noten, die auf einer und derselben Stufe stehen, so zeigt er an, daß nur die erste Note angeschlagen und für den Werth der darauf folgenden mit ihr verbunden fortklingend erhalten werden soll. Ein Bogen über punktierten Noten zeigt an, daß die Töne nicht kurz abgestossen, aber auch nicht geschleift, sondern getragen, d. h. mit einem zarten und doch bemerklichen Druck einzeln hervorgehoben werden sollen. Man nennt dies Tragen der Töne (s. Portamento di voce) und bezeichnet es auch, wiewohl seltener, durch das Wort appoggiato. Ferner wird das Tremolo oder die Bebung durch mehrere mit einem Bogen umschlossene Punkte über einer Note angezeigt. In der Generalbasschrift pflegt man durch einen über die 5 gesetzten Bogen die kleine oder falsche Quinte kennlich zu machen. Ein in der Mitte mit einem Punkt versehener Bogen über einer Note oder Pause besinlich, zeigt das Ruhezeichen an, und am Ende eines Stückes den völligen Schluss. one of two readings
4Bogen, ein Zeichen, welches über oder unter Noten stehend, bedeutet, daß diese Noten gezogen oder geschleift, d. h. genau aneinander gebunden werden sollen. Man nennt ihn dann auch Schleifbogen oder Schleifzeichen. Steht der Bogen zwischen zwei Noten, die auf einer und derselben Stufe stehen, so zeigt er an, daß nur die erste Note angeschlagen und für den Werth der darauf folgenden mit ihr verbunden fortklingend erhalten werden soll. Ein Bogen über punktierten Noten zeigt an, daß die Töne nicht kurz abgestossen, aber auch nicht geschleift, sondern getragen, d. h. mit einem zarten und doch bemerklichen Druck einzeln hervorgehoben werden sollen. Man nennt dies Tragen der Töne (s. Portamento di voce) und bezeichnet es auch, wiewohl seltener, durch das Wort appoggiato. Ferner wird das Tremolo oder die Bebung durch mehrere mit einem Bogen umschlossene Punkte über einer Note angezeigt. In der Generalbasschrift pflegt man durch einen über die 5 gesetzten Bogen die kleine oder falsche Quinte kennlich zu machen. Ein in der Mitte mit einem Punkt versehener Bogen über einer Note oder Pause besinlich, zeigt das Ruhezeichen an, und am Ende eines Stückes den völligen Schluss. one of two readings
5Bogen (Krummbogen), nennt man auch die längern oder kürzern gekrümmten Röhre, die bei Blechinstrumenten eingesetzt werden, um den Ton derselben zu erhöhen oder erniedrigen.
6Bogenflügel oder Bogenklavier. Ein Tasteninstrument in Flügelform, mit einfachen Darmsaiten bezogen, welche durch einen unter demselben befindlichen Bogen von Pferdehaar, welcher durch ein unter dem Instrumente befindliches Schwungrad in Bewegung gesetzt wird, zum Klange gebracht werden. Sein Umfang geht vom großen C bis zum dreigestrichenen f. Es ward im Jahre 1757 von dem Mechanikus Hohlsfeld in Berlin erfunden. Herr von Meyer in Görlitz hat dasselbe (1795) noch mit einem Flageolettzug versehen, wo durch den Druck des Kniees sich ein in der Mitte des Instruments liegender Steg erhebt, welcher mit Stiften versehen ist, die sich an die Saiten in der Mitte anlegen, und sie gleichsam halb theilen, so, daß dadurch das Spiel um eine ganze Octave höher klingt. Carl Greiner in Wezlar (s. Bogenhammerklavier), Anton Kunz in Prag, Garbrecht, Poulleau, der Abate Gregorio Trentino (s. Violincembalo), Francesco Taccani u. a. bauten ebenfalls vergleichend, oder wenigstens diesem verwandte Instrumente. — Im Grunde sind alle diese Erfindungen nur als eine Verbesserung des im Jahre 1609 (1610) von Hanns Hayden in Nürnberg erfundenen Gambenwerks (s. d.) anzusehen.
7Bogenführung; s. Bogenstrich.
8Bogengitarre (Chitara coll'arco), erfunden von dem Musikkdirektor Wirnbach in Berlin, und von Staufer und Ertl in Wien verbessert.
9Bogenhammerklavier, nannte der Mechanikus und Instrumentenmacher J. C. Greiner in Wezlar das vorhin erwähnte, von ihm im Jahre 1782 verbesserte Bogenklavier. Es besteht aus zwei Klavieren, wovon das obere mit Drahtsaiten, und das untere mit Darmseiten bezogen ist, und hat die Form eines gewöhnlichen Klaviers. Die Länge beider Klaviere beträgt 3 Fuß 8 Zoll, die Breite 1 Fuß 8½ Zoll, und die Höhe 1 Fuß. Ungeachtet der Körper klein ist, so hat das obere Klavier, das mit abfallenden Hämmern versehen ist, doch einen so durchdringenden Ton, daß es auch bei dem stärksten Fortissimo in dem Orchester durchgehört wird. Man kann indessen auch das feinste Piano darauf ausdrücken, und es durch ein crescendo bis zum stärksten Fortissimo anschwellen lassen. Koppelt man beide Tastaturen zusammen, welches durch einen einzigen Knieindruck bewerkstelligt wird, so glaubt man ein vollstimmiges Concert zu hören.
10Das untere mit Darmseiten bezogene Klavier, wird vermittelst eines künstlich verfertigten Bogens gestrichen, welcher durch einen einzigen Fingerdruck in einem Augenblick durch Colophonium geschärft werden kann, und spricht so wie die beste Violine an; auch gewährt es dem geschickten Spieler eine vortreffliche Bebung. Man kann jedes Klavier besonders, und auch zu gleicher Zeit beide spielen. Ueberdies hat das obere Klavier noch verschiedene Veränderungen, die durch einige unten angebrachte Knöpfe durch den Druck des Kniees hervorgebracht werden können.
11Bogen- oder Geigeninstrumente sind im Allgemeinen alle Tonwerkzeuge, welche mit Darmseiten bezogen sind und durch das Anstreichen mit dem Bogen (s. d.) klingend gemacht werden, indem die verschiedene Höhe und Tiefe der Töne durch das verschiedene Auflegen der Finger auf den Saiten hervorgebracht wird. Dahn gehören Violine, Bratsche, Violoncell, Violon u. s. w., welche gewöhnlich unter dem Geschlechtsnamen Geige (s. d. und Instrumente) begriffen werden, und sich in Ansehung ihrer Bestandtheile alle einander gleich sind.
12Bogenquartett, die allgemeine Benennung der vier im Orchester gewöhnlichen Bogeninstrumente, Geige, Bratsche, Cello und Violon. Auch ein für vier Bogeninstrumente gesetztes Tonstück.
13Bogenstrich, Coup d'archet, die Art der Bogenführung bei Geigeninstrumenten. Der wichtigste Theil bei der Behandlung dieser Instrumente, da nicht allein der reine Anklang der Saiten davon abhängt, sondern auch Gesang, Leben und Ausdruck im Vortrage auf einer guten Führung des Bogens beruhen. Gewöhnlich werden die Töne mit der Mitte des Bogens ausgeführt, die kräftigen Stellen mehr mit dem untern, die schwachen mit dem obern Theile;
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