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Scan 56
Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840
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1musikus Kroll in Braunschweig in die Lehre gegeben. Mit Leichtigkeit lernte er hier schnell alle Blas- und Saiteninstrumente, und ward Hautboist in Braunschweig. Bildete sich weiter unter Stolze und Stockhausen in Helmstädt, wurde Hautboist in Celle, und gab 1754 Oden und Lieder von seiner Komposition heraus. Er beschäftigte sich mit gelehrten und schriftstellerischen Arbeiten, dirigirte dabei das Concert, heirathete dann eine reiche Frau. Trat eine Zeitlang als Buchhändler mit Lessing in Verbindung. Uebersekte Triftram Shandy und die Empfindsame Reise v. Sterne, und viele andere Romane und Schriften. Seit 1778 lebte er in Weimar, wo er am 13. December 1793 starb. (Concerto per il Violoncello, Partia a Viola d'Amore; hat auch Sinfonieen geschrieben.)
2Bode, Mecklenburg-Schwerinischer Kapellist; Walzhornvirtuos.
3Boden, der untere Theil eines Klavier-, Geigen- oder Lauteninstruments.
4Bodenschäg (Erhard), Kantor in Schulpfarta, geb. zu Lichtenberg, † 1636. (Florilegium Portense, Psalmen, Hymnen, Motetten.
5Bodstein (Fried. Alb.), 1798 in Breslau geb., ausgezeichneter Virtuos auf der Guitarre. Gegenwärtig im Hamburg. Komponirte: eine vollständige Guitarrschule in 2 Theilen; Tänze, Variationen; Pièces de société, 4 cahiers; Lyra, 3 Hefte, &c. &c. Abhandlung und Beweis, daß die Guitarre das vortrefflichste und harmonisch reichste aller Instrumente sei &c.
6Bosenkönig (Josepha), vorher verehlichte Aurnhammer, Schülerin Richters, Koezeluch's und Mozarts. Klavierspielerin in Wien. (Variationen für Klavier.)
7Bogen, der Name des Instruments, vermittelst welches die Saiten der Geigeninstrumente gestrichen und zur Ansprache gebracht werden. Er besteht aus einem ein wenig verjüngt zulaufenden, runden, etwas über eine Elle langen Stabe von Brasilien- oder Schlangenholz, welcher oben ein vorstehendes Köpfchen hat, in welchem ungefähr 110 bis 120 Pferdehaare eingeleimt sind. Am untern Ende des Bogens befindet sich ein verziertes Stückchen Holz oder Elfenbein, Frosch genannt, in welchem die Haare ebenfalls befestigt sind, welcher am untern ausgekehnten Theil, mit dem er auf dem Bogen liegt, ein in den untern ausgehöhlten Theil des Bogens hineinragendes Dessen mit einem Schraubengewinde hat, damit vermittelst der von unten hinauslaufenden und sich durch dasselbe ziehenden Schraube, die Haare des Bezugs beliebig angespannt werden können. Diese Haare werden mit Colophonium bestrichen, damit sie die Saiten angreifen. Zu einem guten Bogen gehören folgende Eigenschaften: Er muß von sehr hartem und elastischem Holze sein, damit er dem Drucke seines Bezuges auf die Saiten genugsam widerstehe, oder damit sich der Stab im Streichen nicht mit dem Bezuge zugleich auf die Saiten lege. Der Stab darf, wenn der Bezug gehörig angespannt ist, von dem Frosche an bis zum Kopfe, auf keiner Seite aus der Richtung einer geraden Linie abweichen, weil er sonst nach Beschaffenheit dieser Abweichung bei dem Vortrage geschwinder Noten entweder zu sehr oder zu wenig von den Saiten abspringt. Der Bezug darf weder aus zu viel, noch aus zu wenig Haaren bestehen. Ein zu starker Bezug hindert im Streichen die Schwingungen der Saiten. Und zu wenig Haare greifen dieselben nicht genug an.
8Um zu einem ausgezeichneten, richtigen und geschmackvollen Spiel zu gelangen, muß man suchen, den Bogen völlig in seine Gewalt zu bekommen. Daher muß man sich anfänglich bemühen, die Saiten mit dem Bogen so leise zu berühren, daß das Beginnen des Tons leise wie ein Hauch ist und die Saite gar nicht zu schwingen scheint. Dies beruht ganz auf der Leichtigkeit des Daumens der rechten Hand. Dann führe man den Strich fort, indem man ihn nach und nach verstärkt. Hat man mit einer ganz leisen Bogenführung angefangen, so darf man keinen unreinen oder rauhen Ton mehr befürchten; doch muß man sich die Art dieser Bogenführung in allen Lagen, sowohl bei dem Herunter- als bei dem Hinaufstreichen zu eigen machen, man gebrauche den Bogen in der Mitte oder am Ende. Man fange dabei, und zwar gleichfalls abwechselnd mit dem Hinauf- und Herabstrich, die gehaltenen Töne immer auf einer bloßen Saite an, zuerst ganz sanft, und lasse den Ton nur nach und nach bis zur höchsten Stärke anschwellen. Dies ist die schwierigste, aber auch die wichtigste von allen Übungen, um Sicherheit und Leichtigkeit zu erlangen, den Bogen auf die beste Art an die Saite zu legen, und damit machen zu können, was man will. Um jene Fertigkeit im Daumen der rechten Hand zu erhalten, die zu raschen Bogenstrichen erforderlich ist, spiele man fleißig Sechszehntheilnoten *), erst langsam, dann immer rascher und rascher, bis man im Stande ist, alles in der schnellsten Bewegung vorzutragen; aber alles mit einem kurzen Bogenstrich, d. h. man störe jeden Ton so kurz ab, daß zwischen ihm und dem folgenden eine kleine Pause zu sein scheint. Anfänglich gebrauche man dabei nur die Spitze des Bogens; ist man überzeugt es auf diese Art gut zu machen, so fange man dasselbe mit dem Theil des Bogens, der zwischen der Spitze und der Mitte liegt, an zu üben, und ist man dieser neuen Lage des Bogens gleichfalls Meister, so übe man dasselbe auch mit der Mitte des Bogens, doch immer abwechselnd, bald mit dem Herunter-, bald mit dem Hinaufstrich, und hütet sich ja vor der Gewohnheit, immer nur mit dem Herunterstrich anzufangen. Endlich übe man sich auch noch im Springen über eine Saite weg, und spiele fleißig Sechszehntheilpassagen [wie Beisp. 26], welche man nach Belieben durch alle Töne fort- one of two readings
9Um zu einem ausgezeichneten, richtigen und geschmackvollen Spiel zu gelangen, muß man suchen, den Bogen völlig in seine Gewalt zu bekommen. Daher muß man sich anfänglich bemühen, die Saiten mit dem Bogen so leise zu berühren, daß das Beginnen des Tons leise wie ein Hauch ist und die Saite gar nicht zu schwingen scheint. Dies beruht ganz auf der Leichtigkeit des Daumens der rechten Hand. Dann führe man den Strich fort, indem man ihn nach und nach verstärkt. Hat man mit einer ganz leisen Bogenführung angefangen, so darf man keinen unreinen oder rauhen Ton mehr befürchten; doch muß man sich die Art dieser Bogenführung in allen Lagen, sowohl bei dem Herunter- als bei dem Hinaufstreichen zu eigen machen, man gebrauche den Bogen in der Mitte oder am Ende. Man fange dabei, und zwar gleichfalls abwechselnd mit dem Hinauf- und Herabstrich, die gehaltenen Töne immer auf einer bloßen Saite an, zuerst ganz sanft, und lasse den Ton nur nach und nach bis zur höchsten Stärke anschwellen. Dies ist die schwierigste, aber auch die wichtigste von allen Übungen, um Sicherheit und Leichtigkeit zu erlangen, den Bogen auf die beste Art an die Saite zu legen, und damit machen zu können, was man will. Um jene Fertigkeit im Daumen der rechten Hand zu erhalten, die zu raschen Bogenstrichen erforderlich ist, spiele man fleißig Sechszehntheilnoten *), erst langsam, dann immer rascher und rascher, bis man im Stande ist, alles in der schnellsten Bewegung vorzutragen; aber alles mit einem kurzen Bogenstrich, d. h. man stöse jeden Ton so kurz ab, daß zwischen ihm und dem folgenden eine kleine Pause zu sein scheint. Anfänglich gebrauche man dabei nur die Spitze des Bogens; ist man überzeugt es auf diese Art gut zu machen, so fange man dasselbe mit dem Theil des Bogens, der zwischen der Spitze und der Mitte liegt, an zu üben, und ist man dieser neuen Lage des Bogens gleichfalls Meister, so übe man dasselbe auch mit der Mitte des Bogens, doch immer abwechselnd, bald mit dem Herunter-, bald mit dem Hinaufstrich, und hütet sich ja vor der Gewohnheit, immer nur mit dem Herunterstrich anzufangen. Endlich übe man sich auch noch im Springen über eine Saite weg, und spiele fleißig Sechszehntheilpassagen [wie Beisp. 26], welche man nach Belieben durch alle Töne fort- one of two readings
11*) Tartini empfiehlt hierzu besonders die Fugen von Gorelli.
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