Books › Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840 › scan 59
Scan 59
Musikalisches Conversations-Lexikon : Encyklopädie der gesammten Musik-Wissenschaft für Künstler, Kunstfreunde und Gebildete, 1840
24 lines. Read by computer on 15 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 0. See the scan on archive.org.
1Bornhardt (J. H. G.)
2Bornhardt (J. H. G.), gab seit 1794 wiederholt Lieferungen von Liedern und Klavierkompositionen. Schrieb auch vieles für Gitarre. In Braunschweig als Musiklehrer angestellt. (Duverture und Gesänge zu dem Schauspiel: Schach Wampum.)
3Bornschein, Operndirektor in Amsterdam.
4Bortnianeskij (Demetrio), Komponist in Moskau, daselbst 1752 geb., einer der besten Kirchenkomponisten in Russland. Bildete sich unter Galuppi in Venedig, † 1826 als Kaiserlicher Staatsrat und Kapellmeister in Petersburg. Schrieb auch Opern.
5Bortolazzi (Bartolom.), aus Venedig, der größte Mandolinspieler, lebte 1804 in Deutschland. (Variat., Anweis. zum Mandolinspiel.)
6Bosello (Anna Morichelli), 1788 in Mailand als Prima Donna, 1791—92 in Paris. Ließ sich in Oberitalien nieder, verlor dort 1797 durch den Krieg ihr Vermögen, wurde daher wieder Prima Donna in Triest, starb jedoch bald darauf 1800.
7Bosfi, italien. Komponist in London, um 1790. (Sehr beliebte Ballette.)
8Bosler (Heinr. Phil. Carl), Musikalienhändler in Darmstadt, folgte der Harmonikavirtuosin Kirchgesner nach London. (Musikalische Realzeitung, Leben der Kirchgesner.)
9Bostoni, aus Florenz, führte unter Ludwig dem 14ten das Violoncell in Frankreich ein.
10Boucher-Bonaparte (Alex.), l'Alexandre des violons, wie er sich selbst zu nennen pflegt, geb. zu Paris, den 11. April 1770. Einer der merkwürdigsten Violinspieler und barockgenialsten, wunderlichsten Menschen im Leben wie in der Kunst. In seinem zwölften Jahre musste er auf Tanzböden spielen, um seine Eltern zu ernähren, darauf wurde er Bedienter, und erwarb sich zuerst Berühmtheit auf dem Theater, in einer Posse und der Rolle eines Fiedlers, die niemand hatte übernehmen wollen, und in welcher er durch seine tollen Streiche alle Abende ganz Paris zum Lachen zwang. In der Revolution zeichnete er sich als Militair aus; ging später nach Spanien und wurde vom König Karl IV. zum ersten Solospiter seiner Kapelle ernannt. 1814 ging er nach England; in Dover wollten die Douanen seine Geige confisciren, aber schnell ergriff er sie, spielte das God save the King mit Variationen, und durfte mit seinem Instrument unangeschönten weiter ziehen. Bereiste auch Deutschland und erregte, namentlich in Berlin, grosses Aufsehen. Von ihm hat man gesagt, er könnte der erste Violinspieler der Welt sein, wenn er nicht vorzöge, der bizarrste genannt zu werden. Merkwürdig ist seine auffallende Ähnlichkeit mit Napoleon in Gang, Haltung und Blick.
11Boucher (Celeste), Gattin des Obigen, vollendete Harfenistin, erntete in Concerten ungemessenen Beifall.
12Boucher (Wilh.), aus Braunschweig, Tenorist in Darmstadt.
14Boyeldieu (Adrien)
15Boulanger, Sängerin in Paris.
16Bourdon oder Bordun. Dieses Wort bezeichnet 1) ein Orgelregister von 16, zuweilen auch von 32 Fusten; man findet es im Manual und Pedal; 2) die fortklingende tiefste Pfeife des Dubelsackes; 3) wurde vor Zeiten auch die tiefste Saite der großen Geigeninstrumente so genannt; 4) bezeichnet es einen sogenannten Hummelbass (s. d.), welcher beständig den nämlichen Ton angibt, wie es bei den kleinen Tonstücken gewöhnlich, die unter dem Namen Musetten (s. d.) bekannt waren, jetzt aber wenig mehr gebräuchlich sind.
17Bourges (Clementine de), Gelehrte, vorzügliche Komponistin und Virtuosin auf mehreren Instrumenten, blühte in Lyon um 1555.
18Bourrée, eine in der Auvergne übliche Tanzmusik von munterer und fröhlicher Bewegung im Zweivierteltakt.
19Boutade, ein schneller, wunderlicher Einsfall; vor Zeiten auf französischen Theatern ein scheinbar oder wirklich aus dem Stegreife aufgeführtes Ballett; auch eine Art musikalischer Fantasie. Matheson theilt die Fantasie ein in Boutade, Capriccio, Toccata, Präludium.
20Boxberg (Christ. Ludw.), Organist in Görlich, 1670 in Sondershausen geb., führte seine Opern in mehreren Städten mit großem Beifall auf.
21Boyce (Dr. William), zu London um 1695 geboren, † 1779 als Organist daselbst. Ein Schüler des Dr. Pepusch. (Sonaten für Violine, Orgelstücke.)
22Boyeldieu (Adrien), einer der bedeutendsten neuern Opernkomponisten in Frankreich, geb. den 16. Dec. 1775 zu Rouen, ging 1795 nach Paris, wo er sich durch die Komposition und den Vortrag seiner Romanzen beliebt machte. Wurde bald als Professor des Pianoforte am Conservatorium angestellt. Machte sich zuerst bekannt durch die schöne Romanze: „S'il est vrai que d'être deux.“ Schrieb mehrere Operetten, Ma tante Aurore, der Kalif von Bagdad u. s. w. 1803 reiste er nach Petersburg, wo er zum Hofkapellmeister ernannt wurde. Für das Theater der Eremitage komponierte er „Aline“ und „Telemach.“ 1805 kehrte er nach Paris zurück, und schrieb für das Theater Feydeau. Unter seinen Opern sind Jean de Paris, La Dame blanche die beliebtesten; die „Umgeworfene Kutsche“ hat für eine einzige Rolle viel Schönes; seine letzte, „Die beiden Nächte,“ woran er acht Jahre arbeitete, machte in Paris Furore. Noch erwähnen wir: „Le chaperon rouge.“ Auch in Deutschland fanden seine Werke großen Anklang. Er führte besonders den öftern Gebrauch der Romanze in der Oper ein. Natürlicher, leichter Gesang, glänzende Harmonie und Instrumentierung ohne Überladung, Heiterkeit, Lebendigkeit, Lieblichkeit und Anmut sind die Eigenschaften, die seine Kompositionen in hohem Grade besitzen. Auch für das Pianoforte und die Harfe hat er sehr viel geschrieben. Er ist ein in jeder Hinsicht geistreicher Komponist zu nennen. one of two readings
23Boyeldieu (Adrien), einer der bedeutendsten neuern Opernkomponisten in Frankreich, geb. den 16. Dec. 1775 zu Rouen, ging 1795 nach Paris, wo er sich durch die Komposition und den Vortrag seiner Romanzen beliebt machte. Wurde bald als Professor des Pianoforte am Conservatorium angestellt. Machte sich zuerst bekannt durch die schöne Romanze: "S'il est vrai que d'être deux." Schrieb mehrere Operetten, Ma tante Aurore, der Kalif von Bagdad u. s. w. 1803 reiste er nach Petersburg, wo er zum Hofkapellmeister ernannt wurde. Für das Theater der Eremitage komponierte er "Aline" und "Telemach." 1805 kehrte er nach Paris zurück, und schrieb für das Theater Feydeau. Unter seinen Opern sind Jean de Paris, La Dame blanche die beliebtesten; die "Umgeworfene Kutsche" hat für eine einzige Rolle viel Schönes; seine letzte, "Die beiden Nächte," woran er acht Jahre arbeitete, machte in Paris Furore. Noch erwähnen wir: "Le chaperon rouge." Auch in Deutschland fanden seine Werke großen Anklang. Er führte besonders den öftern Gebrauch der Romanze in der Oper ein. Natürlicher, leichter Gesang, glänzende Harmonie und Instrumentierung ohne Überladung, Heiterkeit, Lebendigkeit, Lieblichkeit und Anmut sind die Eigenschaften, die seine Kompositionen in hohem Grade besitzen. Auch für das Pianoforte und die Harfe hat er sehr viel geschrieben. Er ist ein in jeder Hinsicht geistreicher Komponist zu nennen. one of two readings
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.