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Musikalisches Conversations-Lexikon : Ergänzungsband, 1883
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1I. J.
3Jacobi, Georg, geboren 1739 zu Mannheim, war Basssänger am Münster zu Strassburg und so gründlicher Musiker, dass er am 14. November 1791 ernannt wurde, die Stelle des beurlaubten Capellmeister Pfeffinger zu versehen. Am 15. October 1793 wurden alle Kirchen Strassburgs geschlossen und Jacobi privatisirte nunmehr in Strassburg bis an seinen am 7. Januar 1805 erfolgten Tod. Er hat auch eine ganze Reihe von Compositionen aller Art geschrieben, die indess Manuscript blieben. Wegen seiner ungewöhnlichen Länge wurde sein Skelett im Strassburger anatomischen Museum aufbewahrt.
5Jacobs, A., geboren in Amsterdam im Anfang des 18. Jahrhunderts, war ein trefflicher Geigenbauer, der besonders durch seinen schönen, durchsichtigen tiefrothen Lack sich auszeichnete und nach Nic. Amati's Modell arbeitete, aber doch nicht die Schönheit und Fülle des Tons der Geigen seines Vorbilds erreichte. Dieser:
7Jacobs, Henry, ein Stiefbruder des Hieronimus Amati, erst in Cremona, dann in Amsterdam von 1690—1740 lebend und wirkend, war ein trefflicher Geigenbauer aus der italienischen Schule. Er imitirte den Nicolaus Amati so ausgezeichnet, dass seine Instrumente von denen dieses Meisters kaum unterschieden werden können. Das einzige charakteristische Merkmal sind die stets bei ihm aus Fischbein gearbeiteten Reifchen; auch ist die Schnecke bisweilen weniger schön geschnitten.
9Jacobs, Peter, flämischer Lautenmacher, der in den letzten Jahren des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts zahlreiche werthvolle Streichinstrumente baute, hauptsächlich nach dem Muster des Nicola Amati. Er lebte in Amsterdam,
11Jacobsohn, Simon E., Violinvirtuose, wurde am 24. December 1839 in Milau (Kurland) geboren und zeigte schon im frühen Knabenalter auffällige Begabung für die Musik, insbesondere für das Violinspiel, doch waren seine Verhältnisse zu beschränkt, als dass er einen künstlerisch fördernden Unterricht hätte geniessen können; einzig auf die Anleitung seines Grossvaters und Onkels angewiesen, welche sich darauf beschränken musste, ihm die zum Tanzspielen nötige Fertigkeit beizubringen, sah er sich auch in der Folge gezwungen, mit dieser Beschäftigung seinen kümmerlichen Unterhalt zu verdienen, bis der Zufall es fügte, dass ein hervorragender Künstler seiner Vaterstadt, der Musikdirektor R. Postel, auf sein Talent aufmerksam wurde. Dieser bemühte sich alsbald, die Kreise der begüterten Kunstfreunde der Stadt für den strebsamen Jüngling zu interessiren und mit Hülfe der, von denselben ihm zur Verfügung gestellten Mittel war J. in den Stand gesetzt, für einige Zeit nach Riga zu gehen und unter Leitung des dortigen Concertmeister Weller die ersten gründlichen Violinstudien zu machen. An künstlerischen Fähigkeiten wesentlich bereichert, kehrte er sodann in seine Vaterstadt zurück, doch auch jetzt waren seine materiellen Umstände nichts weniger als glänzend, und da er von seinem geringen Erwerb noch Grosseltern und Familie unterstützen musste, so gerieth er wiederholt in solche Verlegenheiten, dass er nicht einmal das nötige Geld besass, um die abgenutzten Saiten seiner Violine durch neue zu ersetzen. Ein von der Mitauischen Liedertafel auf Anregung mehrerer hochgestellter Damen der Stadt zu seinem Vortheil veranstaltetes Concert bezeichnet den Wendepunkt in J.'s mühevoller Entwicklungszeit, indem ihm bei dieser Gelegenheit von seiten einiger kunstsinniger Familien eine feste Unterstützung, zum Zwecke seiner weiteren Ausbildung gewährt wurde. So konnte er 1858 ins Conservatorium zu Leipzig eintreten, wo er sich schon nach einjährigem Studium in einem der Gewandhausconcerte als Solist hören liess. Bald darauf unternahm er eine Kunstreise in seine Heimath und concertirte mit Erfolg in Mitau, Riga, Dor-
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