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Musikalisches Conversations-Lexikon : Ergänzungsband, 1883
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1pat und Petersburg bis 1860, wo er einen Ruf nach Bremen als Concertmeister annahm. Hier wirkte er zwölf Jahre lang in echt künstlerischem Sinne als Solist, als Orchestergeiger wie auch als Haupt einer von ihm begründeten Quartettgesellschaft und war unermüdlich bestrebt, sowohl die classische Musik, wie auch die neuere eines Raff, Brahms, Goldmark u. a. beim Bremer Publicum einzubürgern; auch concertirte er während dieser Jahre wiederholt in den grösseren Städten Deutschlands und wirkte bei den, vom allgemeinen deutschen Musikverein veranstalteten Tonkünstlerversammlungen zu Altenburg und Cassel mit. Im Jahre 1872 begab sich J. nach Amerika, um als Concertmeister in das Thomas’sche Orchester einzutreten, eine Stellung, die er bis zur Gegenwart bekleidet und in welcher er sich in allen grösseren Städten der Union durch seine Solovorträge, namentlich durch seine meisterhafte Wiedergabe der Concerte von Beethoven und Mendelssohn reichen Beifall und einen berühmten Namen als Geiger erwerben konnte.
3Jacquard, Léon Jean, trefflicher Violoncellist, geboren zu Paris am 3. November 1826, wurde nach gründlichen Vorstudien im Conservatorium daselbst aufgenommen; hier erhielt er in der Classe Norbert 1842 und 44 den zweiten und ersten Preis, und erwarb in Paris, durch Sololeistungen und durch von ihm in Gemeinschaft mit Armingaud, Mas und Sabatier veranstaltete Quartettsoireen bald einen soliden Ruf. 1877 wurde er Lehrer am Conservatorium. Er veröffentlichte Compositionen für Violoncell.
5Jacquot, Charles, ausgezeichneter Geigenbauer der Gegenwart in Paris, erhielt viele Auszeichnungen auf verschiedenen Ausstellungen. Er ist 1808 in Mirecourt (Vogesen) geboren, lebte erst in Nantes und kam 1852 nach Paris, wo er seinen Ruf als Instrumentenbauer und Kenner alter Instrumente begründete.
7Jadin, Louis (V, 320), starb nicht 1840, sondern am 1. April 1853 zu Paris.
9Jadin, Hyacinthe (V, 351), starb im October 1800.
11Jahn, Wilhelm, geboren am 24. Nov. 1835 in Hof an der schlesisch-mährischen Grenze, besuchte das Gymnasium in Ollmütz und wählte dann die Beamtenlaufbahn. 1852 aber ging er in Temesvar zum Theater; nahm 1854 Engagement in Pest; 1855 in Agram; 1856—57 in Amsterdam, dann bis 1864 in Prag, und war dann als Capellmeister in Wiesbaden thätig, bis er 1881 an die Wiener Hofoper berufen wurde. Er gehört zu den besten Dirigenten der Gegenwart.
13Jakubowski, Samson, Virtuose auf der Strohharmonika, geboren gegen 1801 zu Kowno in Lithauen, lebte erst in Wladislawona, studirte dann in Königsberg einige Zeit Jura, und widmete sich darauf dem Handelsstande. Er ging nach Petersburg, wo er drei Jahre verweilte. Hier construirte er nach seiner Idee eine Strohharmonika, ein Instrument, das aus Stäben von Tannenholz besteht, die auf Strohwalzen ruhen und mit zwei Klöppeln geschlagen werden. Bei seinem Instrument befanden sich die längeren Stäbe, welche die tiefen Töne angaben, rechts, die kürzeren, für die hohen Töne, links. Anfangs hatte es einen Umfang von fünfzehn Tönen; später, als J. sich darauf hören liess, von vierundzwanzig. Er erlangte eine bedeutende Fertigkeit auf demselben und unterrichtete in Petersburg auch einige Schüler. Einer derselben, Gusikow, erlangte als Spieler dieser Harmonika europäische Berühmtheit. J. liess sich öffentlich zuerst 1826 in Viborg hören, bereiste Dänemark, Schweden, Norwegen, England und Frankreich, überall, besonders in Paris, mit grossem Erfolge. Er schrieb auch eine Anzahl Compositionen für sein Instrument, die insofern zwecklos wurden, da es doch nur Specialität blieb. Als Erfinder, als welcher auch Gusikow von einigen genannt worden ist, können beide insofern nicht bezeichnet werden, als das Instrument ein sehr altes ist, das bei den meisten Völkern früher schon im Gebrauch war (s. den Artikel Strohfidel).
15Jal, Augustin, französischer Schriftsteller, geboren zu Lyon am 13. April 1795, verwendete einen Theil seines Lebens dazu, die Kirchenregister und
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