Scan 325
Musikalisches Conversations-Lexikon : Ergänzungsband, 1883
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1Barcelona, ist am 26. November 1809 geboren. Er erhielt früh Violinunterricht, durfte sich jedoch ausschliesslich der Musik erst widmen, nachdem er bereits einige Zeit in einem kaufmännischen Comptoir gearbeitet hatte. Er unterzog sich nun einem dreijährigen Compositionstudium unter Leitung von Ramon Vilanova, und trat dann mit Vocal- und Instrumentalcompositionen hervor, die in Barcelona zur Aufführung kamen. 1831 ging er nach Italien, wo er in Mercadante einen Lehrer und väterlichen Freund erwarb. Er durchreiste mit diesem Italien, Deutschland und Frankreich, um von der Musik dieser Länder Kenntniss zu nehmen. Nach seiner Rückkehr nach Italien schrieb er die Oper »Odio ed amore« (aufgeführt in Mailand in der Scala 1837). Hierauf begab er sich nach Barcelona zurück, und wurde dort mit der Direction des neu errichteten Lyceums für Musik betraut, in welchem Institut er auch Concerte einrichtete, die er dirigirt. Später wurde O. Generaldirektor der Musik des Theaters Lyceum, zu dessen Einweihung er die Cantate »Il Regio Imeneo« schrieb. Seine ziemlich zahlreichen Compositionen bestehen in dramatischen Scenen, mehreren Messen, Psalmen, Motetten, vier grossen Hymnen, Gesangsstücken, die in Heften (Album) erschienen, drei Ouvertüren, eine Serenade, ein Concert für englisch Horn, die vieraktige Oper »Editta di Belcourt«. O. nimmt in Barcelona als Componist, Dirigent und Lehrer einen hervorragenden Platz ein. one of two readings
2Barcelona, ist am 26. November 1809 geboren. Er erhielt früh Violinunterricht, durfte sich jedoch ausschliesslich der Musik erst widmen, nachdem er bereits einige Zeit in einem kaufmännischen Comptoir gearbeitet hatte. Er unterzog sich nun einem dreijährigen Compositionstudium unter Leitung von Ramon Vilanova, und trat dann mit Vocal- und Instrumentalcompositionen hervor, die in Barcelona zur Aufführung kamen. 1831 ging er nach Italien, wo er in Mercadante einen Lehrer und väterlichen Freund erwarb. Er durchreiste mit diesem Italien, Deutschland und Frankreich, um von der Musik dieser Länder Kenntniss zu nehmen. Nach seiner Rückkehr nach Italien schrieb er die Oper »Odio ed amore« (aufgeführt in Mailand in der Scala 1837). Hierauf begab er sich nach Barcelona zurück, und wurde dort mit der Direction des neu errichteten Lyceums für Musik betraut, in welchem Institut er auch Concerte einrichtete, die er dirigirt. Später wurde O. Generaldirektor der Musik des Theaters Lyceum, zu dessen Einweihung er die Cantate »Il Regio Imeneo« schrieb. Seine ziemlich zahlreichen Compositionen bestehen in dramatischen Szenen, mehreren Messen, Psalmen, Motetten, vier grossen Hymnen, Gesangsstücken, die in Heften (Album) erschienen, drei Ouvertüren, eine Serenade, ein Concert für englisch Horn, die vieraktige Oper »Editta di Belcourt«. O. nimmt in Barcelona als Componist, Dirigent und Lehrer einen hervorragenden Platz ein. one of two readings
4Obtusa, auch obtusior = dumpf, heisst ein Orgelregister von 8 Fusston.
6Ocarina, ein italienisches Instrument, das durch M. Dinardo auch in Deutschland eingeführt worden ist. Seine Einrichtung ist die denkbar einfachste einer Thonpfeife. Es hat die Form einer Wasserrübe, ist aus Thon gefertigt, inwendig hohl und hat an der Seite eine mundstückartige Oeffnung. Ausserdem ist es mit neun Tonlöchern versehen, welche zunächst mit den Fingern geschlossen werden; ein zehntes dicht neben dem Mundstück gebohrtes Loch bleibt offen, um die Luft ausströmen zu lassen. Sind die neun Tonlöcher geschlossen, so wird bei mässigem Anblasen der Grundton des Instruments erzeugt; beispielsweise c¹; bei etwas schärferem Blasen entsteht cis¹, wird dann das zweite Tonloch noch geöffnet, so erklingt d¹, e² wenn auch noch das dritte und f¹ wenn auch noch das vierte geöffnet werden und in dieser Weise gewinnt man die diatonische Tonleiter bis e². Die chromatischen Töne werden durch andern Fingersatz gewonnen; 2 allein geöffnet, während alle geschlossen sind, ergiebt dis, für fis¹ werden 1, 2 und 4 geöffnet, für gis¹ 1, 2, 3, 5, für dis¹ 1, 2, 4, 5, 6 u. s. w. In neuerer Zeit hat sich der Fabrikant H. Fiehn in Wien zur Aufgabe gemacht, das Instrument in Aufnahme zu bringen. Er hat es mit Stimmzug und Klappen versehen; durch jenen kann es höher und tiefer gestimmt werden; durch diese aber wird sein Umfang erweitert. Fiehn verfertigt Concert-Ocarina's in allen Grössen und Tonarten und hat einen eigenen Verlag für Ocarina-Noten gegründet. Aus diesem sind zunächst drei Ocarina-Schulen zu nennen, eine von Fahrbach sen., eine: »Petite méthode, collections choisie d'airs populaires pour l'ocarina« (Paris, bei Weiser & Neumann) und »Méthode de l'ocarina« von H. Fiehn. Fahrbach sen., Ernestini, Sahmetini und Grossi componirten Tänze und andere Tonstücke für Ocarina mit Pianofortebegleitung; Froschhard Etuden und Arien mit Variationen für Ocarina allein und Ernestini, Sahmetini und andere arrangirten und componirten Duette, Trios, Quartette, Quintette, Sextette und Septette für zwei, drei, vier, fünf, sechs und sieben dieser Instrumente und schrieben Potpourris für 8, 9 und 10 Ocarina.
8Ockenheim oder Okeghem, Johannes (VII, 316), von Ed. Van der Straeten sind neuerdings in Italien noch einige Compositionen dieses Componisten wieder aufgefunden worden. Es ist eine Sammlung von sechs Messen, ein Ave Maria und eine Motette. Auch ist die von Er. Thoinan herausgegebene Schrift zu erwähnen: »Déploration de Guillaume Cretin sur le trépas de Jean Okeghem, musicien, premier chapelain du roi de France et trésorier de Saint-Martin de Tours remise au jour, précédée d'une introduction biographique et critique et annotée par Er. Thoinan« (Paris, Claudin, 1864, in 8°).
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