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Scan 411
Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln : Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstumente, verfast von Georg Kinsky, 1910
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1Gebote und jeder einzelne Ton kann nach Belieben angehalten oder stakkirt werden. Dabei besitzt es eine eigenthümliche Dämpfung, vermöge welcher keine anderen Saiten, als die angeschlagenen, mitklingen. Durch Aufhebung dieser Dämpfung [vgl. Seite 404] lässt sich dagegen ein eigenthümlicher Nachhall bewirken, der namentlich zum Vortrage halb stakkirter Noten mit Effekt zu benutzen ist. Eine ganz besondere, bei keinem anderen der jetzt gebräuchlichen Instrumente vorkommende Eigenthümlichkeit des Harmonichords ist die, dass jeder Akkord zu gleicher Zeit gebunden und harpeggirt zu Gehör gebracht werden kann, was mittelst des blossen Fingerdruckes geschieht. Tremendo's und Crescendo's kommen ausgezeichnet zu Gehör. Der Umfang erstreckt sich bis jetzt vom großen C bis zum dreigestrichenen f und der Ton gleicht in der Tiefe fast dem des Cello oder des Violon-Registers der Orgel; die höheren klingen etwas schärfer."
3Leider ist es bisher trotz mehrfacher Versuche nicht gelungen, das vorliegende Instrument (ein Unicum!) wieder in spielbaren Zustand zu bringen; „der Eigensinn des Erfinders, nur wenige Instrumente für seinen eigenen Bedarf zu bauen, keins käuflich abzugeben und selbst die innere Konstruktion geheim zu halten, hatte . . . . leider die Folge, daß nach seinem Tode das Instrument in die Rumpelkammer geriet und spätere Versuche, dasselbe wieder spielbar zu machen, so oft solche auch unternommen wurden, stets erfolglos blieben. Erst dem Enkel des Erfinders, Friedr. Kaufmann jun. war es vorbehalten, nach langjährigen Versuchen und Bemühungen das verlorene gegangene Geheimnis der Intonation wieder aufzufinden.“ („Zeitschrift für Instrumentenbau“, XXIV. Band, Seite 1060.) — Eine Neukonstruktion des Harmonichord, die die Errungenschaften der modernen Instrumentenbautechnik nicht unbeachtet ließ, gelangte erst vor wenigen Jahren durch die „Harmonichord-Werke“ zu Leipzig-Gohlis (Inhaber: Gustav Walch) an die Öffentlichkeit.
5thematischen Anfänge des Werkes, das als „Oeuvre posthume“ später im „Bureau de Musique“ (C. F. Peters) zu Leipzig erschien, lauten:
7Adagio molto
9(Tutti)
11ff
13p
15etc.
17Allegretto
19(Solo)
21etc.
23In einem an seinen Freund Johann Gänßbacher (1778—1844) gerichteten Brief vom 27. Juni 1811 spricht sich Weber über das Instrument und die Komposition folgendermaßen aus: „… es war eine verdammte Arbeit, für ein Instrument zu schreiben, dessen Ton so eigen ist und so fremd, dass man die lebhafteste Phantasie zu Hilfe nehmen muß, um es gehörig wirkend mit den andern Instrumenten ins Licht zu setzen, Es ist ein Geschwisterkind der Harmonika, und hat das besonders eigen, daß die Oktave so besonders hervorsticht bei jedem gehaltenen Tone, weil durch Reibung von Holzstäbchen, und durch diese erst wieder Saiten in Schwingung gebracht werden.“ (Vgl. Jähns, a. a. O.)
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